News zu Iran: Iran: Prüfen US-Vorschlag für Kriegsende – Trump glaubt an baldigen Deal – Politik
Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Macron drängt Iran auf Freigabe für Marine-Mission
Iran: Prüfen US-Vorschlag für Kriegsende
Iran: Sichere Hormus-Durchfahrt bei Ende von US-Drohungen
Pakistanische Vermittlerkreise: USA und Iran kommen Vereinbarung näher
Schiff französischer Reederei in Hormus-Meerenge angegriffen
Für Trump steht Deal kurz bevor
Zuvor hatte der Außenamtssprecher Irans Ismail Baghai der Nachrichtenagentur Isna erklärt, man prüfe den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Berichte über ein mögliches bevorstehendes Abkommen seien laut Baghai aber überzogen. Er sagte, nach Prüfung des Vorschlages werde Iran seine Position an Pakistan übermitteln.
Trump bestätigte in dem Interview mit dem US-Sender PBS mehrere Punkte einer möglichen Vereinbarung, über die zuvor bereits übereinstimmend das Wall Street Journal, der Sender CNN und das Nachrichtenportal Axios berichtet hatten. Laut dem Vorschlag der USA soll Iran sein hochangereichertes Uran an die USA übergeben. Zudem bestätigte Trump, dass Iran im Rahmen der Vereinbarung zusichern solle, keine unterirdischen Nuklearanlagen zu betreiben.
Macron drängt Iran auf Freigabe für Marine-Mission
Die jüngsten Ereignisse hätten deutlich gezeigt, wie nützlich eine solche Mission sein könnte, sagte Macron. Er habe Peseschkian aufgefordert, diese Gelegenheit zu nutzen, und wolle das Thema auch mit US-Präsident Donald Trump erörtern. „Die Rückkehr zur Ruhe in der Meerenge wird dazu beitragen, die Verhandlungen über das Atomprogramm, die Raketenfrage und die regionale Lage voranzubringen“, schrieb Macron. „Die Europäer, von denen die Aufhebung der Sanktionen abhängt, werden dabei ihren Platz einnehmen.“
Die Mission werde sich naturgemäß von den Kriegsparteien abgrenzen. Die Verlegung des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle in die Nähe der Meerenge sei im Zusammenhang mit der Mission zu sehen, sagte Macron. „Alle Parteien müssen die Blockade der Meerenge unverzüglich und bedingungslos aufheben. Es muss eine dauerhafte Rückkehr zu der vor dem Konflikt herrschenden vollständigen Freiheit der Schifffahrt erfolgen.“
Wie es aus dem Élysée-Palast hieß, verfolge der französische Ansatz das Ziel, die USA zu einer Aufgabe ihrer Seeblockade zu bringen, um damit im Gegenzug Iran zu grundlegenden Verhandlungen und der Aufgabe der Blockade der Straße von Hormus zu bewegen. Seine Überlegungen habe Frankreich mit seinen engen Partnern abgestimmt, sagte ein hoher Diplomat.
Iran-Krieg beschert Russland Milliardenplus
Der Großteil davon entfiel auf Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Allerdings schlugen zugleich die ukrainischen Angriffe auf die Ölindustrie zu Buche. Der April war der erste Monat, in dem sich die Preissteigerungen an den Weltmärkten infolge des Iran-Kriegs voll bemerkbar machten. Russland ist ein Verbündeter Teherans, mischt sich aber nicht offen militärisch in den Konflikt Irans mit den USA und Israel ein.
USA schießen iranischen Tanker manövrierunfähig
US-Streitkräfte feuern nach Angaben des US-Zentralkommandos (Centcom) mehrere Schüsse auf den unbeladenen Tanker M/T Hasna ab und machen das unter iranischer Flagge fahrende Schiff manövrierunfähig. Der Tanker habe versucht, die Blockade der Straße von Hormus zu durchbrechen und einen iranischen Hafen anzusteuern, teilt Centcom auf der Kurznachrichtenplattform X mit.
Frankreich verlegt Flugzeugträger für Hormus-Mission zum Golf von Aden
Damit soll die multinationale Marine-Mission schneller starten können, die unter Führung von Frankreich und Großbritannien vorbereitet wird. Der Einsatz soll nach dem Ende der Kampfhandlungen an der Straße von Hormus beginnen. Ziel der Mission ist es, Handelsschiffe bei der Fahrt durch die für den Welthandel wichtigen Meerenge zu begleiten und abzusichern. Mehr als 40 Länder haben ihre Unterstützung zugesichert. Auch die Deutsche Marine hat ihr Minenjagdboot Fulda in Richtung Mittelmeer verlegt.
Die Verlegung des Marine-Verbandes diene der operativen Erkundung und solle dazu beitragen, den Handelsschiffen Sicherheit zu geben, teilte Paris mit. Außerdem biete sie zusätzliche Optionen für einen Ausweg aus der Krise und Stärkung der Sicherheit in der Region. Die Verlegung der französischen Schiffe habe mit der militärischen Konfrontation zwischen den USA, Israel und Iran nichts zu tun, betonte das Ministerium.
Libanons Regierungschef lehnt Spitzentreffen mit Israel vorerst ab
Trump hatte in der vergangenen Woche erklärt, er freue sich darauf, den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun in naher Zukunft zu empfangen. Er sehe eine große Chance für ein Friedensabkommen noch in diesem Jahr. Doch auch Aoun lehnte ein Treffen mit Netanjahu derzeit ab. Er forderte zunächst ein Sicherheitsabkommen und ein Ende der israelischen Angriffe. Regierungschef Salam betonte, Libanon strebe keine Normalisierung der Beziehungen zu Israel an, sondern Frieden. Als Mindestbedingung nannte er einen Zeitplan für den Abzug der israelischen Truppen.
Israel hat auf der libanesischen Seite der gemeinsamen Grenze eine zehn Kilometer breite Sicherheitszone eingerichtet. Damit soll der Norden Israels vor der Hisbollah geschützt werden. Salam erklärte weiter, seine Regierung werde einen Plan ausarbeiten, um die Hisbollah-Miliz zu entwaffnen. Dies ist eine zentrale israelische Forderung. Allerdings verfügt die libanesische Regierung in dem in verschiedene Lager zersplitterten Land kaum über Möglichkeiten, dies gegen den Willen der Hisbollah durchzusetzen. Die schiitische Miliz pocht auf den Waffenbesitz, um sich gegen Israel zur Wehr setzen zu können.
Iran: Prüfen US-Vorschlag für Kriegsende
Indes wies Baghai einen US-Medienbericht der Nachrichtenwebseite Axios über ein möglicherweise bevorstehendes Abkommen zwischen den Kriegsparteien als überzogen zurück. Axios hatte unter Berufung auf US-Quellen berichtet, ein einseitiges Dokument zur kurzfristigen Beilegung des Krieges sei kurz vor dem gemeinsamen Abschluss.
Ebrahim Resaei, der iranische Sprecher des parlamentarischen Ausschusses für Außenpolitik und nationale Sicherheit, bezeichnete ein in dem Medienbericht erwähntes Memorandum zur Beendigung des Krieges unterdessen in einem Beitrag auf der Plattform X als realitätsfernen Wunschzettel. Die USA würden in einem Krieg, den sie verlören, nichts erreichen, was sie nicht schon in direkten Verhandlungen erreicht hätten.
Iran: Sichere Hormus-Durchfahrt bei Ende von US-Drohungen
Trump hatte ein mögliches Ende des Iran-Kriegs in Aussicht gestellt, Teheran aber auch mit heftigen Angriffen gedroht. „Angenommen, Iran erklärt sich bereit, das Vereinbarte zu erfüllen – was vielleicht eine gewagte Annahme ist –, dann wird die bereits legendäre „Epic Fury“ ein Ende finden, und die äußerst wirksame Blockade wird es ermöglichen, dass die Straße von Hormus für alle offen ist, einschließlich Irans“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die US-Regierung hatte ihrem Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnenen Krieg gegen Iran den Namen „Gewaltiger Zorn“ („Epic Fury“) gegeben.
Falls Teheran sich nicht auf eine Vereinbarung einlasse, „beginnen die Bombardements, und diese werden leider ein weitaus größeres Ausmaß und eine weitaus größere Intensität haben als zuvor“, drohte Trump.
Pakistanische Vermittlerkreise: USA und Iran kommen Vereinbarung näher
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor den Militäreinsatz für Geleitschutz von Handelsschiffen durch die von Iran blockierte Straße von Hormus ausgesetzt und von Fortschritten bei der Suche nach einer diplomatischen Lösung des Konflikts gesprochen.
Axios zufolge handelt es sich um ein 14 Punkte umfassendes Memorandum. Es werde von dem US-Gesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner mit iranischen Offiziellen verhandelt, sowohl direkt als auch über Vermittler. Die USA erwarteten eine iranische Antwort innerhalb 48 Stunden. Das Memorandum sehe eine 30-tägige Verhandlungsphase über ein detailliertes Abkommen vor, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf US-Regierungsvertreter und andere eingeweihte Personen. In dieser Zeit sollen die iranische Blockade der Schifffahrt in der Straße von Hormus und die US-Blockade iranischer Häfen schrittweise aufgehoben werden. Zudem soll Iran einem Moratorium bei der Urananreicherung zustimmen, während die USA Sanktionen aufheben und eingefrorene iranische Gelder in Milliardenhöhe freigeben.
Sollten die Verhandlungen scheitern, könnten die US-Streitkräfte ihre Blockade wieder aufbauen oder Militäreinsätze wieder aufnehmen, berichtete Axios unter Berufung auf einen US-Vertreter weiter. Der Sender CNBC berichtete unter Berufung auf einen Sprecher des iranischen Außenministeriums, die Führung in Teheran prüfe einen 14-Punkte-Plan der USA.
Schiff französischer Reederei in Hormus-Meerenge angegriffen
Ein Schiff der französischen Reederei CMA CGM ist in der Straße von Hormus angegriffen worden. Mitglieder der Crew wurden verletzt und evakuiert, teilte das Unternehmen mit Sitz in Marseille mit. Der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter San Antonio wurde bei dem Angriff am Dienstag demnach beschädigt. Nähere Details zu dem Angriff während der Durchfahrt der Meeresenge nannte die Reederei nicht – auch nicht zur Frage, wer dafür verantwortlich war. Auch zum Zustand der Verletzten gab das Unternehmen keine Auskunft.
USA legen neuen UN-Entwurf gegen Iran vor – Rubio warnt vor Veto
Diplomaten zufolge strebt Washington eine Abstimmung Anfang kommender Woche an. Die chinesische UN-Vertretung teilte mit, sie prüfe den Text derzeit. Ein früherer, von Bahrain eingebrachter und von den USA unterstützter Resolutionsentwurf war im vergangenen Monat am Veto Chinas und Russlands gescheitert. Man habe den Text nun leicht angepasst, erklärte Rubio. Er wisse jedoch nicht, ob dies ein erneutes Veto verhindern werde. Die freie Passage durch die Meerenge liege zudem im wirtschaftlichen Interesse Pekings und Moskaus, da eine Sperrung weltweit die Wirtschaft ins Chaos stürzen würde.
Iran kündigt Mechanismus für Transit durch Straße von Hormus an
Die iranische Revolutionsgarde hatten am Dienstag Schiffe davor gewarnt, die Meerenge über nicht genehmigte Routen zu passieren, sonst werde eine „entschlossene Reaktion“ darauf folgen. Die einzige sichere Route sei die vom Iran zuvor angekündigte, berichtete die von der Revolutionsgarde als Sprachrohr genutzte Nachrichtenagentur Fars.
Die Persian Gulf Strait Authority wurde von Iran eingerichtet, um den Schiffsverkehr in der Meerenge zu überwachen und zu regeln.
USA schlagen neue Marinekoalition für Hormus vor
Die geplante Koalition soll mit einer separaten französisch-britischen Marinemission zusammenarbeiten, an der rund 30 Länder beteiligt sind. Diese Mission arbeitet mit Iran an einer sicheren Durchfahrt durch die Meerenge. Einige Staaten machen eine Entsendung militärischer Einheiten jedoch von einem Mandat der Vereinten Nationen abhängig. Das „Maritime Freedom Construct“ soll organisatorisch eigenständig bleiben, seine Einsätze aber eng mit anderen Einsatzgruppen abstimmen.
Trump setzt Hormus-Einsatz aus – „Große Fortschritte“ bei Verhandlungen mit Iran
Die Kehrtwende erfolgt nur einen Tag nach Beginn der US-Initiative. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, das Pentagon wolle mehr als 100 Flugzeuge, 15 000 Soldaten in der Region sowie Drohnen und Unterwasserplattformen einsetzen, um Handelsschiffe durch die Straße von Hormus zu begleiten. So sollten auch festsitzende Schiffe, die seit Kriegsbeginn weitgehend geschlossene Meerenge verlassen können.
Trump begründet die Aussetzung mit Bitten Pakistans und anderer Länder sowie den „enormen militärischen Erfolgen“ der USA. Die US-Blockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, bleibt nach seinen Angaben jedoch vollständig in Kraft.
Zwischen den beiden Ländern gilt es derzeit eine fragile Waffenruhe. US-Außenminister Marco Rubio verweist zudem auf die komplizierten Entscheidungswege in Teheran. Nach einem Angebot dauere es manchmal „fünf oder sechs Tage“, bis eine Antwort komme, weil sie durch das System laufen und dem obersten Führer vorgelegt werden müssen. Iran beharrt darauf, den Verkehr in der Straße von Hormus zu kontrollieren.
Meine Kollegin Charlotte Walser berichtet hier über die Hintergründe:

