Neuer Check-in am Flughafen kommt – das ändert sich für Passagiere

Flugreisen
Neuer Check-in kommt – das ändert sich für Passagiere
Schluss mit Schlangestehen am Flughafen? Ein neues Gesetz soll den Check-in in Deutschland komplett digital machen. Was sich im Ablauf ändert
Es kommt derzeit nicht oft vor, dass ein Branchenverband die Bundesregierung lobt. Am Mittwoch war das anders: Als „längst überfälligen Schritt“ begrüßte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) einen Kabinettsbeschluss zur digitalen Fluggastabfertigung. „Wir hätten das Gesetz bereits haben können, wenn es nicht politisch unter der Ampel-Regierung ausgebremst worden wäre“, sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Nun werde Deutschland im Wettbewerb mit anderen internationalen Drehkreuzen wieder attraktiv.
Lang bezog sich mit seinem Lob auf einen Gesetzentwurf von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), den das Kabinett am Mittwoch beschlossen hat. Ziel ist es, die Abfertigung an Flughäfen deutlich zu beschleunigen.
Künftig sollen Fluggäste ihre Identität digital nachweisen können, etwa über ihr Smartphone. Daten aus Reisepässen oder Personalausweisen können dafür ausgelesen und genutzt werden. Nach Angaben des Ministeriums könnte das jährlich rund 1,1 Mio. Stunden Wartezeit einsparen. Die Neuregelung soll nach der Verabschiedung des Gesetzes voraussichtlich schon zur Hauptreisezeit im Sommer greifen.
Flughafen Check-in: Schneller durch die Sicherheitskontrolle
Konkret soll sich primär der Ablauf für Reisende ändern: Bislang müssen sie an mehreren Stationen Dokumente vorzeigen, etwa beim Einchecken, an der Gepäckabgabe, bei der Sicherheitskontrolle und beim Boarding ins Flugzeug. Künftig soll ein einmaliger Identitätsnachweis zu Beginn der Reise ausreichen. Wer zustimmt, kann seine Daten vorab digital hinterlegen. Am Flughafen erfolgt die Kontrolle dann automatisiert, etwa über Gesichtserkennung. Das System gleicht dabei ab, ob die eingecheckte Person tatsächlich reiseberechtigt ist.
„Reisen wird damit schneller und bequemer, Warteschlangen werden kürzer“, heißt es dazu vom Branchenverband BDL. Auch die Sicherheit werde gesteigert, weil Identitäten zuverlässiger geprüft und Manipulationen mit gefälschten Dokumenten erschwert würden.
Welche Folgen das Gesetz etwa für den Personaleinsatz an Flughäfen hat, ist noch offen. „Eine Vorausschau, wie die neue Möglichkeit der digitalen Abfertigung angenommen wird, können wir aktuell noch nicht geben, da die Nutzung freiwillig sein wird“, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage von Capital. Demnach sollen Fluggäste auch weiterhin mit Ausweis und Bordkarte am Schalter einchecken können.
Mit Agenturen
