NATO greift über Lettland ein
NATO-Kampfjets haben über Lettland eine Drohne abgeschossen, die in den Luftraum des baltischen EU– und NATO-Landes eingedrungen war. Dies teilten die Streitkräfte des an Russland und Belarus grenzenden Landes mit.
Nach Armeeangaben soll es sich dabei um ein ausländisches Flugobjekt gehandelt haben, das infolge „russischer elektromagnetischer Kriegsführung“ in den lettischen Luftraum eingedrungen war. Nähere Angaben zur Herkunft und Art des Flugkörpers gab es zunächst nicht.
Der Abschuss erfolgte um 10:05 Uhr Ortszeit über der Gemeinde Berzgale nahe Rezekne im Osten des Landes, teilte Brigadegeneral Kaspars Zdanovskis auf einer Pressekonferenz mit Verteidigungsminister Raivis Melnis mit. Der genaue Absturzort sei noch unklar. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es demnach zunächst nicht. Die Suche nach Trümmerteilen laufe.
Russland lenkt ukrainische Drohnen um
In den vergangenen Wochen waren mehrfach Drohnen in den Luftraum der baltischen Länder eingedrungen oder auf ihrem Staatsgebiet abgestürzt.
Nach Ansicht europäischer Experten lenkt Russland ukrainische Drohnen, die Industrieanlagen in der Region von St. Petersburg zum Ziel haben, von ihrem Kurs ab. Die Vorfälle haben offengelegt, dass die Luftverteidigung der baltischen Staaten nicht in der Lage ist, solche Drohnen rechtzeitig zu neutralisieren.
Zuvor hatten NATO-Kampfjets am 19. Mai eine Drohne über dem benachbarten Estland von Himmel geholt. Estland, Lettland und Litauen besitzen keine eigenen Kampfjets. Die NATO sichert deshalb bereits seit 2004 den baltischen Luftraum. Dazu verlegen die Verbündeten im regelmäßigen Wechsel Kampfflugzeuge samt Personal in die Ostseestaaten im Nordosten Europas. Stationiert sind die Einheiten auf den Militärflughäfen in Ämari (Estland) und Siauliai (Litauen).
Drohnentrümmer in Moldau nahe ukrainischer Grenze entdeckt
Auch in der Republik Moldau ist eine Drohne über einem Feld niedergegangen und explodiert. Bei dem Vorfall nahe dem Dorf Lopatna im Osten des Landes wurde nach Behördenangaben niemand verletzt. Der Regierung in Chisinau zufolge handelte es sich wahrscheinlich um eine Drohne ukrainischer Herkunft, die ebenfalls fehlgeleitet wurde. In den vergangenen zwei Wochen waren auch im benachbarten Rumänien, das ebenfalls an die Ukraine angrenzt, bei zwei Vorfällen Drohnen explodiert.
as/pgr (afp, dpa, rtr)
