Mordanklage nach Angriff auf Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz


Landstuhl: Blumen und Kerzen liegen am Bahnsteig nach dem Tod eines Zugbegleiters.

Landstuhl: Blumen und Kerzen wurden am Bahnsteig nach dem Tod eines Zugbegleiters abgelegt.

Quelle: dpa


Rund vier Monate nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz ist der 26-jährige Verdächtige wegen Mordes angeklagt worden. Es sei von einer Tat aus niedrigen Beweggründen auszugehen, teilte die Staatsanwaltschaft Zweibrücken am Donnerstag mit.

26-Jähriger bestreitet Tötungsabsicht

Der Beschuldigte soll den Zugbegleiter nach einer Fahrtkartenkontrolle am 2. Februar bei Landstuhl mehrere Schläge versetzt haben, als dieser ihn der Bahn verwies.

Nach den durchgeführten Ermittlungen handelte der Angeschuldigte aus Verärgerung über eine alltägliche Ticketkontrolle.

Staatsanwaltschaft Zweibrücken

Der Beschuldigte habe das Tatgeschehen bei Vernehmungen und gegenüber einem forensisch-psychologischen Gutachter objektiv eingeräumt, einen Tötungsvorsatz jedoch bestritten und sich teils auf Erinnerungslücken berufen. Das Landgericht Zweibrücken muss nun über die Eröffnung des Prozesses entscheiden.

Menschen stehen vor Blumen und Kerzen am Bahnsteig im Gedenken an den Tod eines Zugbegleiters.

Der Zugbegleiter Serkan C. wurde bei dem Angriff tödlich verletzt. Der Vorfall erschütterte das Land, eine Debatte über die Sicherheit von Zugpersonal entbrannte.

04.02.2026 | 1:45 min


Bundesweit Entsetzen über Tat

Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus und trat eine Debatte über die Sicherheit des Zugpersonals los. Die Deutsche Bahn hielt einen „Sicherheitsgipfel“ mit Gewerkschaftern sowie Vertretern aus Politik und Behörden ab.

Beschlossen wurden unter anderem die Einstellung von 200 zusätzlichen Kräften bei der DB Sicherheit, eine Verbesserung der Ausrüstung der Mitarbeiter sowie mehr Kooperation mit der Bundespolizei.

Bodycamschulung

Aufgrund von Angriffen gegen Bahnmitarbeitende und daraus resultierender Unsicherheit sollen zukünftig Bodycams helfen. Für ihren Einsatz gibt es aktuell verpflichtende Schulungen, das Tragen ist dann freiwillig.

27.05.2026 | 1:50 min


Die Attacke ereignete sich während der Fahrt eines Regionalzugs bei Landstuhl in Rheinland-Pfalz. Laut Staatsanwaltschaft kontrollierte der Zugbegleiter den 26-Jährigen. Da dieser keinen Fahrschein hatte, forderte er ihn zur Vorlage seines Ausweises auf. Als der Angeklagte dies nicht tat, verwies er ihn des Zugs.

Daraufhin versetzte dieser dem Bahnmitarbeiter mehrere Faustschläge gegen den Kopf. Dieser stützte bewusstlos zu Boden und erlitt eine letztlich tödliche Hirnblutung.

Quelle: AFP, ZDF



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