Mexiko und seine zwei Realitäten vor der WM
Guten Morgen,
rund um den Zócalo, den zentralen Platz von Mexiko-Stadt, haben sie ihre Zelte aufgeschlagen: Lehrer, die die Fußball-WM und die Aufmerksamkeit dafür nutzen wollen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Sie fordern von der Regierung mehr Gehalt und vor allem eine bessere Rente.
Aus dem ganzen Land sind die Lehrkräfte nach Mexiko-Stadt gereist und haben bereits mehrere große Straßenkreuzungen lahmgelegt. Die Zelte haben sie bewusst in unmittelbarer Nähe der Fifa-Fanzone aufgeschlagen. Sie sind nicht die einzigen, die während der Weltmeisterschaft protestieren wollen.
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum betonte öffentlich, die Behörden würden sich auf „keine Provokation einlassen“. Sie will der Welt zeigen, dass Mexiko ein guter Gastgeber und vor allem ein sicheres Land ist. Doch viele werden die Bilder von brennenden Fahrzeugen und Gebäuden in mexikanischen Städten im vergangenen Februar nicht vergessen haben.
Nachdem das Militär vor vier Monaten „El Mencho“, den Kopf des berüchtigten Jalisco-Drogenkartells, getötet hatte, gingen Kartellmitglieder gewaltsam gegen Einsatzkräfte vor. Im ganzen Land wurden über 70 Menschen getötet.
ZDF auslandsjournal, 09.06.2026, 17:24 Uhr
11.06.2026 | 29:06 min
Fast nirgendwo in Mexiko verschwinden so viele Menschen wie in Jalisco. Die Angehörigen der Vermissten fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen. Die habe – so die Meinung der Angehörigen – viel in die Absicherung für die WM investiert, tue aber nichts für die Sicherheit der einheimischen Bevölkerung.
Esther Castro sucht in Guadalajara nach ihrem Sohn Saul, er ist seit fünf Jahren und vier Monaten verschwunden. Warum sie ihn geholt haben, weiß sie nicht. Es verschwinden auch Frauen und Kinder. In Jalisco sei niemand sicher, sagt Esther. Die Angehörigen der Vermissten wollen der Welt zeigen, was hier wirklich passiert.
Doch es scheint, als gebe es da zwei ganz unterschiedliche Realitäten: die der Regierung, die nach außen zeigen will, dass die WM sicher ist. Und dann gibt es die andere Realität: die der Menschen, die hier leben, die der ganz normalen Mexikaner.
Seien Sie gerne heute Abend um 22:15 Uhr im Auslandsjournal dabei
Alica Jung, Moderatorin im Auslandsjournal
Was im Nahen Osten passiert ist
USA und Iran – Gegenseitige Vergeltungsschläge: Die USA und der Iran haben sich in der Golfregion erneut gegenseitig angegriffen. Als Reaktion auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers bombardierte das US-Militär in Iran Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Bereich der Straße von Hormus, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf X mit.
Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an, unter anderem mit ballistischen Raketen. Kuwaits Luftabwehr war laut Armeeangaben im Einsatz. Auch in Bahrain schrillten wieder Sirenen.
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zum Angriff auf Iran. Alle Berichte rund um Iran finden Sie auf unserer Themenseite.
Was heute noch wichtig ist
Was heute wichtig wird, die Themen im Überblick.
10.06.2026 | 1:00 min
Koalitionsspitze trifft Arbeitgeber und Gewerkschaften: Heute Abend berät Schwarz-Rot mit den Sozialpartnern über geplante Reformen für mehr Wirtschaftswachstum in Deutschland. Dabei sollen keine konkreten Beschlüsse gefasst werden. Für das Treffen im Kanzleramt sind drei Stunden angesetzt.
„Panzerbrigade 45“ startet erste Übung: Die Übungsserie in Litauen ist die erste Brigadegefechtsübung des Großverbandes und der ihm unterstellten Kampftruppen. Es nehmen 2.900 Soldaten aus acht Nationen teil, die auch mit neuen Bedrohungsszenarien konfrontiert werden.
Luftfahrtausstellung ILA beginnt: Heute öffnet die diesjährige Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA). Zu Gast sein wird unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz. Bis Freitag ist die Messe nur für Fachpublikum geöffnet, am Samstag und Sonntag können dann alle Interessierten auf das Ausstellungsgelände kommen – sofern sie sich frühzeitig um Tickets gekümmert haben.
Ausführlich informiert
ZDFheute live, 09.06.2026, 19:30 Uhr
09.06.2026 | 28:19 min
Sport
Die Miniserie „Dear England“ schildert die bahnbrechende Wiedergeburt des englischen Fußballs durch einen Außenseiter – Gareth Southgate. Ein Mann, der noch immer die Narben seines eigenen Scheiterns trägt – er hatte 1996 den entscheidenden Elfmeter im eigenen Land verschossen. Southgate kehrt als Trainer zur englischen Nationalmannschaft zurück und soll sie fit machen.
Grafik des Tages
Heute vor 100 Jahren starb Antoni Gaudí. Der Architekt der weltberühmten Sagrada Familia prägte das Stadtbild Barcelonas mit seinen Werken.
Zahl des Tages
In Deutschland müssen jedes Jahr rund zwei Millionen Kinder nach einem Unfall ärztlich behandelt werden. Die meisten dieser Unfälle geschehen aber nicht auf dem Spielplatz oder im Straßenverkehr, sondern in den eigenen vier Wänden. Heute ist in Deutschland Tag der Kindersicherheit.
ZDF Volle Kanne, 26.05.2026, 09:05 Uhr
26.05.2026 | 5:20 min
Ein Lichtblick
In Ramallah gibt es kaum Perspektiven für junge Leute. Die EU fördert einen Klub, der mit Sport und Kultur Hoffnung gibt, etwa durch eine Sportveranstaltung für Jugendliche aus dem Westjordanland.
ZDF heute in Europa, 09.06.2026, 16:00 Uhr
09.06.2026 | 2:10 min
Gesagt
Ich bin schwul und das ist auch gut so.
Klaus Wowereit (SPD), ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin
Vor 25 Jahren leitete SPD-Politiker Klaus Wowereit so seine Bewerbungsrede für den Posten des Regierenden Bürgermeisters von Berlin ein. Er bekam den Job und sein Coming-out wurde zu einer wichtigen Zäsur im Umgang mit homosexuellen Menschen in Deutschland. Es war das erste Mal, dass ein Spitzenpolitiker in Deutschland offen seine Homosexualität aussprach – offensiv, selbstbewusst und ohne jede Entschuldigung.
heute Xpress, 10.06.2026, 00:01 Uhr
09.06.2026 | 0:49 min
Weitere Schlagzeilen
Die Nachrichten im Video
Kurznachrichten im ZDF – immer auf dem Laufenden
09.06.2026 | 1:50 min
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So wird das Wetter heute
An diesem Mittwoch regnet es im Süden und Südosten noch länger anhaltend. Sonst bilden sich im Tagesverlauf wieder einige Schauer und kurze Gewitter, die vor allem in Nordseenähe mit stürmischen Böen einhergehen können. Nur in einem schmalen Bereich vom Westen bis zur unteren Oder bleibt es häufig trocken. Die Höchstwerte erreichen elf bis 21 Grad.
Zusammengestellt von Nicola Frowein
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