Lionel Messi stellt WM-Torrekord ein
Auch mit fast 39 Jahren ist Lionel Messi für Argentinien Gold wert. Gegen Algerien in seinem 200. Länderspiel holte Messi mit drei Treffern den WM-Rekordtorschützen Miroslav Klose ein.
17.06.2026 | 6:51 min
Es ist kein Geheimnis, dass viele Fußball-Romantiker ein Faible für sprachliche Bilder haben. Aus einer ansehnlichen Torvorlage wird schnell ein „Zuckerpass“, aus extrem defensiver Taktik ein „Mauern“. Und wenn Spiele denkwürdig enden, dann schwärmen Fans gern von „magischen Nächten“.
Dass Lionel Messi tatsächlich zaubern kann, ist eher unwahrscheinlich.
Und doch schafft er es immer wieder, auch 7.305 Tage nach seinem ersten WM-Spiel und im gehobenen Fußballer-Alter von 38 Jahren, sämtliche Beobachter in seinen Bann zu ziehen. Beim Turnierauftakt gegen Algerien führte er die argentinische Nationalmannschaft im Alleingang zum 3:0-Sieg und schoss alle Tore.
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16. WM-Tor: Messi stellt Klose-Rekord ein
Am Tag danach steht eine Statistik im Fokus aller Schlagzeilen: In seinem 200. Länderspiel hat Messi den WM-Torrekord von Miroslav Klose eingestellt. In der ewigen Liste der WM-Torjäger liegen nun beide mit 16 Treffern gleichauf. „Wer auch immer die Drehbücher für Lionel Messi schreibt, hat es wieder getan“, jubelte die britische Boulevardzeitung „Sun“.
WM: So steht es in der ewigen Torschützenliste
ZDFheute Infografik
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Dabei liegen hinter dem Offensivspieler von Inter Miami einige „schwierige Tage“, wie er nach dem Spiel selbst sagte, ohne dies weiter auszuführen. Die Ablenkung abseits des Platzes schien seine Leistung in Kansas City jedoch kaum zu schmälern – abgesehen von einem Makel in der 31. Spielminute.
Grobes Foul bleibt ohne Folgen: „Da kannst du nur Rot geben“
In jener Minute räumte der Superstar seinen Gegner Aissa Mandi im Mittelfeld ab – ein grobes Foul, das beim Stand von 1:0 allerdings nicht geahndet wurde.
Die Szene sah in Realgeschwindigkeit nicht schlimm aus – aber in der Zeitlupe oder im Standbild kannst du nur Rot geben.
ZDF-Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer
Kinhöfer erklärt: „Er trifft ihn oberhalb des Knöchels und konnte den Ball nicht spielen. Was weniger zum Vorschein kommt, ist die Intensität.“ Zwei von drei Kriterien für eine rote Karte seien damit gegeben. Messi hätte durchaus vom Platz fliegen können.
Mbappé nun Frankreichs Rekordtorschütze
Es ist also auch ein großes Glück, dass „La Pulga“ überhaupt lange genug auf dem Feld stand, um seine WM-Treffer Nummer 15 und 16 zu erzielen. Zumal er beim Wettschießen um den Klose-Rekord nicht konkurrenzlos ist – Frankreichs Superstar Kylian Mbappé sitzt ihm im Nacken.
45 Minuten lang tut sich Frankreich gegen Senegal schwer. Nach dem Seitenwechsel spielen Mbappe und Co. ihre Qualität aber voll aus.
16.06.2026 | 8:20 min
Messi brauchte für seine 16 Tore sechs Weltmeisterschaften, Mbappé steht nach der ersten Partie in seiner dritten WM schon bei 14 Treffern. Dank zwei Toren gegen Senegal ist er nun Frankreichs Rekordtorschütze.
Ich freue mich sehr, dass ich ein Stück weit in die Geschichte meines Landes eingehen konnte.
Frankreichs Rekordtorschütze Kylian Mbappé
Haaland nervös und mit Doppelpack
Und es gibt noch eine dritte Geschichte aus der „magischen Nacht“ in den USA, Kanada und Mexiko. Sie gehört Erling Haaland. Im Vereinsfußball gehört er zu den Besten seiner Generation, im Nationaltrikot hat er nun jedoch zum ersten Mal die Gelegenheit, sich bei einer Weltmeisterschaft auszuzeichnen.
Offenbar war seine Motivation für das erste WM-Turnier groß: Der Angreifer von Manchester City traf gegen den Irak doppelt. Selbst er, der mit seinen 25 Jahren schon so viel erlebt und gewonnen hat, habe vor der Premiere „seine Nerven“ gespürt.
Es war nicht einfach, ein Debütant zu sein. Es ist viel Druck. Ich muss Tore schießen. Zum Glück hat das geklappt.
Erling Haaland
Der Irak hält gegen Norwegen über weite Strecken gut mit. Der Außenseiter bringt sich durch groteske Patzer aber selbst ins Hintertreffen.
17.06.2026 | 7:56 min
Internationale Presse feiert routinierten Messi
Mit solchen Sorgen hat Routinier Lionel Messi inzwischen nicht mehr zu kämpfen. Während die Fußballwelt ihrem König huldigte, blieb er nach seiner Leistung eher wortkarg. „Ich liebe Fußballspielen, es ist meine Leidenschaft, seit ich klein bin. Wenn ich mich gut fühle, gebe ich alles“, sagte er.
Die ersten Spiele einer Weltmeisterschaft sind immer schwierig, und es ist klar, dass niemand etwas verschenkt.
Lionel Messi
- „La Nación“: „Messi ist die WM. Ewiger Kapitän. Drei Tore der 10 zu einem Rekord. (…) Wie immer, Lionel Messi.“
- „Pagina12“: „Messi hat erneut Geschichte geschrieben.“
- „Olé“: „Dass er alt ist, dass er in einer untergeordneten Liga spielt, (…) dass er nur noch von seinem Nachnamen lebt, dass er keinen Platz für neue Talente lässt. Willkommen zurück, ihr Experten des Pessimismus. Macht euch darauf gefasst, dass die Nummer 10 hier ist.“
- „Daily Mail“: „Die Million-Dollar-Frage vor dieser WM war einfach: Wie viel Energie hat Messi noch übrig? Wir haben nur ein Spiel gebraucht, um das herauszufinden.“
- „The Sun“: „Magischer Messi stellt Allzeit-Torrekord mit epischem Hattrick ein. Wer immer das Drehbuch für Lionel Messi schreibt, hat es schon wieder getan.“
- „Sport“: „Die Tränen von Messi an einem perfekten Abend (…). Es ist schon sehr schwer, eine letzte Weltmeisterschaft besser zu beginnen, als es die 10 getan hat.“
- „Marca“: „Messi ist Fußballgeschichte.“
- „Mundo Deportivo“: „Lionel Messi trotzt jeder logischen Erklärung. (…) Dieses Phänomen, das bald 39 Jahre alt wird, schafft es, bei einer Weltmeisterschaft einen Hattrick zu erzielen – und das mit absoluter Selbstverständlichkeit, obwohl er sich erst vor wenigen Tagen von einer Muskelverletzung erholt hat. Ein ewiges Genie!“
Nicht als Geschenk, sondern als Gegenstand harter Arbeit wird er bei den verbleibenden WM-Spielen – wie viele es auch immer werden – nun den alleinigen Torrekord ins Visier nehmen. Wie und wann auch immer es geschieht: Miroslav Klose wird sich wohl freuen. Er outete sich schon kurz vor der WM als „großer Fan von Messi“ und nannte seinen designierten Nachfolger ein „Genie“.
Mit Material von dpa und sid.
Sport
Vor der WM 2006 steht der deutsche Fußball am Abgrund. Jürgen Klinsmanns Revolution droht zu scheitern – bis sein junges Team das Land elektrisiert und das Sommermärchen beginnt.
Über die Fußball-WM berichtet das ZDF seit dem 01.06.2026 täglich in verschiedenen Sendungen.
