Letzter Atommüll aus britischem Sellafield in Deutschland
Das Spezialschiff „Pacific Grebe“ hat am Dienstagmorgen am Elbehafen Brunsbüttel im nördlichen Bundesland Schleswig-Holstein festgemacht. An Bord: sieben Behälter mit strahlenden Abfall – sogenannte Castoren – aus der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield in Großbritannien.
Bei dem Atommüll handelt es sich um Überreste von Brennelementen, die vor 2005 aus deutschen Kernkraftwerken nach Sellafield gebracht worden waren. Dort wurden sie aufbereitet.
Deutschland hat sich dazu verpflichtet, diesen hochradioaktiven Atommüll wieder zurückzunehmen.
Geheime Route zum stillgelegten AKW Brokdorf
Auf Spezial-LKW sollen die Castor-Behälter jetzt in das gut 15 Kilometer entfernte Zwischenlager am stillgelegten Atomkraftwerk Brokdorf transportiert werden. Dort befinden sich bereits 76 Behälter mit Atommüll.
Die genaue Route ist geheim. Einsatzkräfte haben zudem das Gelände im Hafen von Brunsbüttel abgeriegelt, wie eine Polizeisprecherin sagte. Atomkraftgegner und Aktivisten hatten im Vorfeld Mahnwachen und andere Proteste angekündigt.
„Atommüll per Lkw zu transportieren ist gefährlich“
Die Aktivisten kritisieren, dass hochradioaktiver Abfall auf der Straße transportiert wird. Dies sei mit Gefahren verbunden. Außerdem beklagen sie, dass es in Deutschland nach wie vor kein Konzept für die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll gibt.
Bislang wird sämtlicher Atommüll in oberirdischen Zwischenlagern aufbewahrt. 16 solche Zwischenlager gibt es in mehreren Bundesländern in Deutschland.
Die Ladung der „Pacific Grebe“ ist der letzte Castor-Transport von England nach Deutschland gewesen. Es ist auch der letzte radioaktive Abfall, der in Brokdorf ankommen soll.
Die Rückführung von deutschem Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague war bereits 2024 abgeschlossen worden.
se/AR (dpa, NDR)
