Krieg gegen die Ukraine: Gegenseitige Angriffe mit Toten und Verletzten
In der Nacht hat es erneut gegenseitige Angriffe von Russland und der Ukraine mit Toten und Verletzten gegeben. Auf der annektierten Halbinsel Krim erfolgte nach russischen Angaben einer der bisher schwersten ukrainischen Angriffe.
Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat es auch in der vergangenen Nacht wieder gegenseitige Angriffe mit Toten und Verletzten gegeben.
So wurden bei einem russischen Drohnenangriff im Nordosten der Ukraine nach ukrainischen Militärangaben zwei Menschen getötet. Bei dem Angriff in der Gemeinde Bilopillia in der Region Sumy seien zwei Männer im Alter von 48 und 72 Jahren ums Leben gekommen, erklärte Oleh Grigorow von der regionalen Militärverwaltung.
In der ukrainischen Stadt Dnipro wurde ein weiterer Mensch getötet, wie der örtliche Militärverwaltungschef Oleksandr Hanscha mitteilte. Gestern waren dort nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens acht Menschen getötet worden. Die dortigen russischen Angriffe dauerten demnach 20 Stunden.
Moskau meldet schweren ukrainischen Angriff auf Krim
Bei ukrainischen Drohnenangriffen wurde auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim laut Behörden in der Stadt Sewastopol mindestens ein Mensch getötet und vier weitere verletzt worden. Der Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, sprach von einer der schwersten Attacken seit Kriegsbeginn und Schäden an 34 Wohnblöcken in verschiedenen Stadtteilen. Die Flugabwehr hätte 71 Flugobjekte abgeschossen, sagte er.
Auch Einfamilienhäuser und Autos seien beschädigt worden, sagte Raswoschajew. Durch Trümmer abgeschossener Drohnen sei es vereinzelt zu Bränden gekommen. Die Oberleitung einer Bahnstrecke wurde demnach beschädigt; der Gouverneur kündigte mögliche Verspätungen bei Nahverkehrszügen an.
Russland hatte die Krim bereits 2014 annektiert und nutzt sie auch für Attacken gegen die Ukraine in seinem seit mehr als vier Jahren laufenden Angriffskrieg. International wird die Annexion nicht anerkannt. Die Ukraine wehrt sich immer wieder mit Gegenangriffen auf russische Ziele.
Verletzte in Düngemittelwerk nördlich von Moskau
Das russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von mehr als 203 ukrainischen Drohnen. Zu Schäden infolge von Treffern machte die Behörde wie in den meisten Fällen keine Angaben. Im russischen Gebiet Wologda, etwa 500 Kilometer nördlich von Moskau, berichtete Gouverneur Georgi Filimonow von fünf Verletzten nach einem Drohnenangriff auf das Werk Apatit, das zu den größten Düngemittelproduzenten in Russland gehört.
Russland nimmt nicht nur durch seinen Ölexport, sondern auch mit den Ausfuhren von Düngemitteln für die Kriegswirtschaft Milliarden ein. Die Ukraine will mit den Gegenangriffen auf russische Industrieanlagen der Wirtschaft des Landes maximale Schäden zufügen.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
