Große Bühne für Newcomer in der Filmwelt


Filmfestival in Cannes -"Amarga Navidad"

Stars, Glamour – aber kaum große Blockbuster: Das Filmfestival in Cannes zeigt sich zur Halbzeit von einer anderen Seite. Ein Blick hinter die Kulissen – jenseits des roten Teppichs.

20.05.2026 | 4:31 min


An diesem Nachmittag kommt es auf jeden einzelnen Satz an. In Cannes bietet sich Daniel Chein aus Taiwan und dem Namibianer Mark Mushiva, derzeit in Berlin lebend, eine einmalige Chance: sie stellen auf dem Filmmarkt ihr gemeinsames Projekt vor. Abgedreht ist die Science-Fiction-Doku, fertig produziert aber noch nicht. Zwei Minuten haben sie Zeit, um neue Käufer von ihrem Film zu überzeugen. Der Vortrag der beiden Regisseure vor dem Fachpublikum klingt so:

Wir bringen Hoffnung, um die Welt besser zu machen. Danke, dass Sie sich für unser ambitioniertes Projekt interessieren!

Daniel Chein, Co-Regisseur des Films „Time Hunter“

Neue Filme auf der Suche nach Förderern

Ihr Film „Time Hunter“ erörtert, wie futuristische Technologien deutsche Kolonialverbrechen in Namibia aufdecken. Nach dem Pitch ohne Spickzettel zeigt das Team einen Teaser. Im Kinosaal sitzen Filmeinkäufer, Verleiher und Verantwortliche von wichtigen Dokumentarfilmfestivals aus der ganzen Welt.

Daniel Chein und Mark Muchiva sind an diesem Tag eines von elf internationalen Filmteams, die zum Pitch eingeladen sind. Um die teuren Dreharbeiten zu stemmen, war schon zu Beginn viel Überzeugungsarbeit notwendig. Thomas Kaske erkannte direkt das Potential des Films. Gemeinsam mit Produktionsfirmen, unter anderem aus den USA und Namibia, hat Seera Films aus Berlin „Time Hunter“ produziert:

Als deutscher Produzent ist es in Cannes mein Ziel, deutsche Redaktionen und Förderer für unser Projekt zu begeistern.

Thomas Kaske, Produktionsfirma Seera Films

Cannes wichtig für Newcomer

Damit sind die beiden Regisseure mit ihrem langjährigen Projekt schon weit gekommen. Andere junge Filmschaffende sind noch auf der Suche nach Produktionsfirmen. Auch für sie bietet die Côte d’Azur in diesen Tagen passende Formate: Bei einer Morgenrunde treffen Producer auf Drehbuchautor/-innen.

Bei Café und Croissant erzählen sie sich, wo es noch hakt. Das Zauberwort, um Knoten zu lösen, heißt Networking in Cannes, erzählt die deutsche Moderatorin der Veranstaltung: „Wir haben hier eine bunte Mischung. Es ist ein Ankommen auf dem Filmmarkt und ein erstes Vernetzen“, sagt Marion Schmidt.

Eine Frau mit kurzen rötlichen Haaren und bekleidet mit einer schicken aufgepufften weiß-schwarzen Zotteljacke steht zwischen zwei Männdern in Anzügen, die nur von hinten zu sehen sind, und dreht sich zum Betrachter um.

Bei den Filmfestspielen in Cannes ist die deutschsprachige Filmbranche gut vertreten, etwa mit Sandra Hüller in „Vaterland“, „Gentle Monster“ und „The Meltdown“.

15.05.2026 | 6:32 min


Vom Kurzfilm zum Langspielfilm

Häufig erweisen sich für junge Regisseurinnen und Regisseure Kurzfilme als Sprungbrett. Sie machen so auf ihren Stil aufmerksam, zeigen ihr Alleinstellungsmerkmal. So war es auch bei Katharina Rivilis. Die 40-jährige Regisseurin hat es mit ihrem ersten Langspielfilm direkt nach Cannes geschafft. Ihr Debüt „I’ll be gone in june“ läuft in der Sektion „Un Certain Regard“, ein Schaufenster für die größten Talente der Welt. Katharina Rivilis ist überwältigt: „Für uns, für das ganze Team ist es eine unglaubliche Freude hier zu sein“.

Virginie Apiou, Johanna Scherz, Alexander Glehr, Jella Haase, Marie Kreutzer, Lea Seydoux, Catherine Deneuve und Laurence Rupp bei der Pressekonferenz zum Film "Gentle Monster" in Cannes.

Derzeit laufen die 79. Filmfestspiele von Cannes. Dem Film „Gentle Monster“ werden im Wettbewerb um die goldene Palme gute Chancen zugerechnet.

16.05.2026 | 1:32 min


Kino-Durchbruch in Cannes

Ihr Film begleitet eine Austauschschülerin in den US-Bundesstaat New Mexico. Sie trifft auf eine Bevölkerung, die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 schwer gezeichnet ist. Eine liebevolle Coming-of-Age-Erzählung, mit der sie bei einer deutschen Kinolegende auf offene Ohren getroffen ist: Wim Wenders ist Coproduzent. Beim Empfang des deutschen Films an der mondänen Strandpromenade erinnert sich Wenders, wie alles begann:

Vor ein paar Jahren ist sie mit ihrem ersten Drehbuch auf uns zu gekommen. Und ich habe gesagt: das ist gut, die kann das!

Wim Wenders, Co-Produzent „I’ll be gone in june“

Die Produktion eines Films, der sich in Cannes Chancen ausrechnet, kann einen sieben- oder achtstelligen Betrag kosten. In Zeiten globaler Krisen dürfte auch die Kinobranche den Gürtel bald enger schnallen. Noch sei aber von weniger Filmaufträgen wenig zu spüren, berichtet Anja Dziersk. In Cannes ist sie auf der Suche nach Streaming-Plattformen und Sendern, die Dokus aus dem Portfolio ihres Vertriebs kaufen. Nicht nur für sie ist die Côte d’Azur ein riesiges Schaufenster.

Cannes 2026: Karma Premiere

In Südfrankreich laufen die Filmfestspiele von Cannes. Am Wochenende standen Stars und neue Filme im Mittelpunkt. Wer über die roten Teppiche ging und bei Premieren im Rampenlicht stand.

18.05.2026 | 3:03 min


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