G7-Gipfel: Merz zieht bisher positives Fazit vor letztem Tag


Die Staatschef der G7-Staaten und weitere Gäste bei einem Treffen in Evian.

Stand: 17.06.2026 • 05:02 Uhr

Die Sorge, Trump könnte vom G7-Treffen wieder vorzeitig abreisen, hat sich nicht bewahrheitet – im Gegenteil. Kanzler Merz spricht von neuer Harmonie und Fortschritten zur Ukraine und Iran. Für Trump wird es heute nochmal pompös.

Ein gut gelaunter Kanzler tritt ans Mikrofon, im etwas verwilderten Teil des Parks am Hotel Royal in Évian. Friedrich Merz, leicht außer Atem, findet, die ersten beiden Gipfeltage haben sich gelohnt: „Sie waren von großer europäischer Einigkeit geprägt und europäischem Teamspiel.“

Einem Teamwork, das endlich wieder mit Donald Trump geklappt hat, sagt Merz. Er habe ihn sehr kooperativ und sehr aufmerksam zuhören sehen. Vor allem bei der Ukraine gebe es eine lange nicht dagewesene Gemeinsamkeit mit Donald Trump, so der Bundeskanzler. „Neu ist, dass sich alle G7-Partner einig sind in der Bewertung der Lage. Die Ukraine hat sich eine neue Position der Stärke erkämpft, Russland kann diesen Krieg militärisch nicht gewinnen.“

„Tag der Hoffnung für die Ukraine“

Offenbar ist nun auch für den US-Präsidenten klar: Russland sollte diesen Krieg beenden, ein Abkommen schließen – das Land habe so viele Menschen verloren, wie auch die Ukraine, sagt Trump. „Sowas gab es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.“

Die G7 wollen nun gemeinsam mehr Druck auf Russland machen – auf die Schattenflotte, Oligarchen und die Ölindustrie. Die USA erwägen, ihre gelockerten Russland-Sanktionen wieder zu verschärfen. Der Kanzler nennt das einen Tag der Hoffnung für die Ukraine.

Ob die Europäer bei künftigen Friedensverhandlungen mit Russland mit am Tisch sitzen? Zumindest habe Trump dem nicht widersprochen, sagt Merz. Im Gegenzug versprechen die G7-Partner, Trump beim Iran-Abkommen zu unterstützen. „Ich habe Präsident Trump zugesagt, wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass der Frieden gelingt“, so der Kanzler. „Dazu kann auch gehören, dass wir mit militärischen Mitteln helfen, die freie Schifffahrt von Hormus zu ermöglichen, sobald die Voraussetzungen dafür gegeben sind.“

Wie schnell der Bundestag dazu ein Mandat beschließen könnte? Man sei bereit, aber noch sei nichts entschieden, sagt Merz.

Versailles statt Vierwaldstättersee

Klar ist inzwischen, dass das Iran-Abkommen am Freitag unterzeichnet werden soll – am Schweizer Vierwaldstättersee, in einem Luxushotel auf dem Bürgenstock, wo 2024 schon eine Ukraine-Friedenskonferenz stattfand.

Das allerdings nicht mehr mit Donald Trump. Der US-Präsident wird nur noch einen Umweg machen nach dem Gipfel: nach Versailles. Frankreichs Präsident Macron lockte mit einem Gala-Dîner im Schloss – mehr Gold und Glitzer geht nicht. Und Trump schlug ein: „Ich bin ein Fan von schönen Orten, und ich wollte eigentlich am Nachmittag abreisen, aber dann hat mich der französische Präsident eingeladen. Und Versailles ist kein Blattgold, Versailles ist das wahre Ding.“



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