Champions League: Bayern verliert Spektakel mit 4:5 in Paris


In einem atemberaubenden Fußball-Spektakel hat der FC Bayern München die erste Runde im Giganten-Duell mit Paris Saint-Germain verloren – aber ein großes Comeback hingelegt. Der gesperrte Trainer Vincent Kompany erlebte im Halbfinal-Hinspiel hoch oben auf der Tribüne des brodelnden Prinzenparks ein irres 4:5 (2:3) des deutschen Meisters gegen den Champions-League-Titelverteidiger. Dabei lagen die Münchner nach 58 Minuten schon mit 2:5 zurück.

Im Halbfinal-Rückspiel am Mittwoch kommender Woche müssen die Bayern in der heimischen Allianz Arena abermals ganz groß aufspielen, um den Titelverteidiger zu entthronen. Dann darf auch Kompany wieder unten am Spielfeldrand stehen. Das Finale am 30. Mai in Budapest ist für die mit großer Moral auftretenden Münchner Triple-Jäger weiter in Reichweite.

Es war ein monumentales Fußballspiel, das auf dem Platz geboten wurde. Rauf und runter ging es – ohne Ruhemomente. Zweikämpfe, Dribblings, Elfmeter – und Tore, Tore, Tore. Harry Kane verwandelte einen Foulelfmeter zum 1:0 (17. Minute). Michael Olise glich zum 2:2 aus (41.). Und dann schlugen Dayot Upamecano (65.) und nochmals Díaz (68.) zu, als die Bayern bereits deutlich K. o. schienen.

Noch mehr Tore waren möglich

Das PSG-Ensemble zeigte fast ein halbes Jahr nach dem 1:2 gegen die Münchner in der Ligaphase diesmal seine ganze Offensivklasse und jubelte gleich fünfmal – nach Treffern des herausragenden Georgiers Chwitscha Kwarazchelia (24./56.), einem Kopfballtreffer des nur 1,74 Meter großen Mittelfeldspielers João Neves (33.) sowie einem nach VAR-Überprüfung gegebenen Handelfmeter von Ousmane Dembélé (45.+5). Der Weltfußballer traf in der 58. Minute auch noch ein weiteres Mal zum 5:2-Zwischenstand.

Beide Teams hätten in dem rasanten Schlagabtausch mit höchster Geschwindigkeit sogar noch mehr Tore schießen können. Die Offensivreihen dominierten die Abwehrreihen inklusive der beiden Torhüter.

Bis zur Ankunft im Stadion waren die Abläufe des Bayern-Trosses wie immer gewesen. Kompany hielt auch noch die Abschlussbesprechung im Teamhotel, bevor er im Prinzenpark von seinem Team getrennt wurde. Sein Zuschauerplatz im 50. Saisonpflichtspiel des deutschen Meisters war oben auf der Tribüne an einem Tisch. Der Belgier durchlief ein Wechselbad der Gefühle.

„Vincent ist mit dem Herzen dabei – und wir spielen natürlich auch für ihn“, hatte Kapitän Manuel Neuer nach der Ankunft im Parc des Princes bei Prime Video gesagt. Das lautstarke Kommando am Spielfeldrand übernahm derweil Kompanys erster Assistent Aaron Danks.

Davies statt Laimer in der Startelf

„Danksy hat schon Erfahrung. Ich habe 100 Prozent Vertrauen in unseren Staff“, hatte Kompany gesagt. Verkleidet hatte sich der 42-jährige Engländer nicht, er trug keinen feinen Anzug, sondern stand im Trainingsanzug in der Coachingzone.

Aufstellung, Taktik, Marschroute lagen ohnehin weitgehend auf der Hand. Wobei die Münchner Startelf eine Überraschung beinhaltete: Der extrem schnelle Alphonso Davies verteidigte links anstelle von Konrad Laimer. Dem Kanadier unterlief das unglückliche Handspiel, das zum Elfmeter führte.

Er erzielte einen der neu Treffer: Michael Olise
Er erzielte einen der neu Treffer: Michael OliseAFP

Als Münchner Blaupause galt das nach einer roten Karte für Doppeltorschützen Luis Díaz in Unterzahl erkämpfte 2:1 in der Ligaphase Anfang November. Mutig sein, aktiv sein, widerstandsfähig sein – darum ging es erneut in Paris.

„Bei PSG ist es wie ein Sturm, der auf einen zukommt“

„Wir kämpfen um den Titel, den PSG letztes Jahr erreicht hat“, hatte Kompany bei der Pressekonferenz am Vorabend zur Zielsetzung gesagt. Und Paris gelang der Königsklassen-Triumph 2025 bekanntlich in München – mit einem 5:0 gegen Inter Mailand, das wiederum die Bayern im Viertelfinale bezwungen hatte.

„Bei PSG ist es wie ein Sturm, der auf einen zukommt“, hatte Kompany angesichts der Pariser Offensivasse um Dembélé, den jungen Desiré Doué und Kwarazchelia gemahnt. Er sollte recht behalten. Die PSG-Stars waren kaum zu stoppen. Fast wäre Senny Mayulu (87.) noch das 6:4 gelungen, als er den Ball an die Latte drosch.

Aber auch die Bayern-Offensive lieferte. Der starke Díaz traf wieder doppelt, Olise zeigte großartige Dribblings und traf wunderbar. Einmal landete der Ball nach einem tollen Solo des Franzosen am Pfosten. Alle Fußballfans dürfen sich auf ein großes Rückspiel freuen.



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