Mindestens zwölf Tote durch israelische Attacken


Bei israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach libanesischen Angaben mindestens zwölf Menschen getötet und weitere verletzt worden. In der Bekaa-Ebene im Südosten des Landes habe es am Montag acht Attacken gegeben, gefolgt von zahlreichen Angriffen im Süden in der Nacht zu Dienstag, meldet die staatliche Nachrichtenagentur NNA.

Die israelische Armee teilte mit, bei den Attacken in der Bekaa-Ebene sei „Terrorinfrastruktur“ getroffen worden, darunter ein Waffenlager der Hisbollah. Das Militär rief Einwohner der libanesischen Stadt Nabatija auf, umgehend ihre Häuser zu verlassen und sich in Gebiete nördlich des Flusses Zahrani zu begeben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Vortag angekündigt, die Angriffe gegen die Hisbollah zu verstärken. Die vom Iran unterstützte Schiiten-Miliz ist in zahlreichen Staaten als Terrororganisation gelistet.

Libanon Kfar Roummane 2026 | Ein Feierwehrmann spritzt Wasser aus einem Schlauch, daneben sind weitere Helfer zu sehen
Flammen nach Beschuss: Feuerwehreinsatz in Kfar Roummane im LibanonBild: Stringer/REUTERS

Nach einer Zählung des libanesischen Online-Portals „L’Orient Today“ verübte Israel am Montag 76 Luftangriffe auf 44 Ziele in dem nördlichen Nachbarland. Außerdem habe es 15 Drohnenangriffe und Artilleriebeschuss auf 25 Orte gegeben, heißt es in dem Bericht.

Gefahr durch Sprengstoffdrohnen der Hisbollah

Die Hisbollah wiederum setzte den Beschuss Israels mit Sprengstoffdrohnen auch am Dienstag fort. Das israelische Heimatfrontkommando verschärfte als Reaktion seine Einschränkungen für das nördliche Grenzgebiet. Demnach dürfen sich höchstens 50 Personen statt wie zuletzt 200 im Freien versammeln. Für Innenräume wurde die maximale Teilnehmerzahl von 600 auf 200 reduziert. Schulen nahe der libanesischen Grenze bleiben weiter geschlossen.

Nach Ausbruch des Iran-Krieges hatte die Hisbollah Anfang März zahlreiche Raketen auf Israel abgefeuert. Mitte April vereinbarten Israel und die libanesische Regierung – die selbst keine Konfliktpartei ist – eine Waffenruhe. Da die Hisbollah sich nicht an die Feuerpause gebunden fühlt, gehen die beiderseitigen Angriffe indes weiter. Nach Angaben der israelischen Armee wurden seit Anfang März vier Zivilisten und 23 eigene Soldaten getötet. Im Libanon gibt das Gesundheitsministerium die Zahl der Todesopfer mit 3185 an.

Iran verlangt Ende der israelischen Attacken

Die jüngste Eskalation belastet auch die laufenden Verhandlungen über eine mögliche Lösung des Iran-Konflikts. Die Islamische Republik macht einen Stopp der israelischen Angriffe im Libanon zur Bedingung für ein Abkommen mit den USA. Ein US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Hisbollah versuche, die von den Vereinigten Staaten vermittelten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon zu torpedieren. Von Israel könne nicht erwartet werden, Angriffe auf seine Streitkräfte und auf Zivilisten ohne Reaktion hinzunehmen.

jj/se/gri (dpa, afp, rtr, kna)



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