Marktbericht: Hält sich der DAX über 25.000 Punkten?
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Trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen zur Beilegung des Kriegs hat das US-Militär Ziele im Iran angegriffen. Das hat am Morgen die Hoffnungen auf ein Friedensabkommen gedämpft und ließ die Ölpreise steigen.
Neue US-Angriffe im Nahen Osten haben am Morgen die Hoffnungen auf ein Friedensabkommen im Iran-Krieg gedämpft. Inmitten der andauernden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat das US-Militär Ziele im Süden Irans angegriffen. Laut USA wurden Raketenstellungen sowie Boote attackiert, die Minen verlegen sollten. Dies ließ Zweifel an einem raschen Durchbruch der Verhandlungen aufkommen.
„Der Optimismus über ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran ist bereits eingepreist, und der Anstieg der Ölpreise belastete die Stimmung“, sagte Daisuke Hashizume, Stratege bei Daiwa Securities.
So sind in Folge der neuen Angriffe denn auch die Ölpreise wieder gestiegen, da Anleger eine Verknappung des Angebots befürchteten. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um 1,9 Prozent auf 98,00 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte dagegen 5,1 Prozent schwächer bei 91,70 Dollar.
Das ließ am Morgen die asiatischen Aktienmärkte fallen: In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,4 Prozent auf 64.897 Punkte nach, und der breiter gefasste Topix blieb fast unverändert bei 3.939 Zählern. Die Entwicklungen im Nahen Osten beschäftigen auch die japanische Notenbank. Vize-Gouverneur Ryozo Himino erklärte, die Zentralbank werde bei der Entscheidung über den Zeitpunkt weiterer Zinserhöhungen genau analysieren, wie sich die Lage auf die heimische Wirtschaft und die Preise auswirke.
Nach der jüngsten Rally, die den Nikkei am Vortag noch auf ein Rekordhoch getrieben hatte, nahmen viele Investoren zudem Gewinne mit. Zu den Verlierern zählten vor allem schwergewichtige Chipwerte: Die Papiere von Advantest und Tokyo Electron fielen um 5,0 beziehungsweise 2,26 Prozent.
Auch in China hielten sich die Anleger zurück: Die Börse Shanghai verlor 0,6 Prozent auf 4.127 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagnierte bei 4.921 Punkten.
Dabei hatte es noch am Wochenende nach einer Entspannung ausgesehen: US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag erklärt, Washington und Teheran hätten eine Absichtserklärung zur Wiedereröffnung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus „weitgehend ausgehandelt“. Positive Signale kamen auch aus Teheran: Bei Gesprächen über eine mögliche Absichtserklärung erzielt der Iran nach eigenen Angaben in vielen Punkten Einvernehmen mit den USA. Dies bedeute jedoch nicht, dass Teheran kurz vor der Unterzeichnung einer Vereinbarung stehe, sagte Außenministeriumssprecher Esmaeil Baghaei.
Am Sonntag dämpfte auch Trump die Hoffnungen auf einen raschen Durchbruch zwar – der Ölpreis gab dennoch 5,2 Prozent nach. Mit 98,08 Dollar je Fass erreichte die Sorte Brent am Montag den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat.
Die Spekulationen über eine möglicherweise bevorstehende Lösung im US-Iran-Konflikt hatte den DAX am Pfingstmontag über 25.000 Punkte getrieben. Der deutsche Leitindex notierte zum Handelsschluss zwei Prozent höher bei 25.389 Punkten. Damit lag er erstmals seit zweieinhalb Wochen über der psychologisch wichtigen Marke.
Heute dürfte der DAX allerdings wieder schwächer in den Tag starten. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex zur Stunde mit minus 0,2 Prozent bei 25.329 Punkten.
Zugleich blieben die Handelsumsätze an den Börsen feiertagsbedingt niedrig. Daher reichten nur wenige Transaktionen, um die wichtigsten Indizes zu bewegen. Den europäischen Aktienmärkten fehlten gestern zudem Impulse aus den USA – die Wall Street blieb am Montag wegen des Feiertags „Memorial Day“ geschlossen.
