Demokratische Republik Kongo – Ärztin Dörnemann: Ebola-Ausbruch durch falsche Testung und Probleme im Gesundheitssystem

Gesundheitssystem unterfinanziert, zu wenig Personal
Dörnemann, die für die Organisation Ärzte ohne Grenzen 2014 und 2015 während des großen Ebola-Ausbruchs in Westafrika im Einsatz war, verweist auf ein strukturelles Problem. Das Gesundheitssystem im Osten der Demokratischen Republik Kongo sei unterfinanziert. Es fehle Personal. Zudem sei das vorhandene Personal nur ausgebildet, die häufigsten Krankheiten zu behandeln. „Bei Krankheiten, die nicht in das Bild passen, wird möglicherweise nicht die richtige Diagnose gestellt.“
Laut der Weltgesundheitsorganisation behindern gewaltsame Konflikte den Kampf gegen den Ebola-Ausbruch. WHO-Chef Tedros schrieb, in der besonders betroffenen Provinz Ituri lebten fast fünf Millionen Menschen inmitten von Konflikten. Die Gewalt zwinge viele zur Flucht, darunter auch humanitäre Helfer – und das behindere die Ebola-Kontaktnachverfolgung und das frühe Erkennen von Infektionen. Tedros betont, die WHO und ihre Partnerorganisationen seien dennoch weiterhin in Ituri präsent – auch in den unsichersten und unzugänglichsten Gebieten.
Nach Angaben der örtlichen Behörden ist die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle auf über 900 gestiegen. 204 der Erkrankten seien mittlerweile gestorben, heißt es. Der Ebola-Ausbruch hatte in der nordöstlichen Provinz Ituri begonnen. Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet, dass die tatsächliche Fallzahl deutlich höher liegt. Auch im Nachbarland Uganda wurden mehrere Ansteckungen bestätigt.
Für den „Bundibugyo“-Typ des Virus gibt es derzeit weder einen Impfstoff noch eine zugelassene Therapie. Das von dem Virus ausgelöste Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Übertragen wird es durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten.
Diese Nachricht wurde am 25.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
