Demokratische Republik Kongo: WHO meldet Anstieg auf mehr als 900 Ebolaverdachtsfälle



Beim Ebolaausbruch ​in der Demokratischen Republik Kongo verzeichnen die Gesundheitsbehörden einen weiteren Anstieg der Infektionen. Inzwischen seien mehr als 900 Verdachtsfälle registriert worden, teilte der Chef ​der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, mit. Darunter seien ​101 bestätigte Erkrankungen.

Der Ausbruch geht auf die Bundibugyo-Variante des Virus zurück. Die Eindämmung gestaltet sich schwierig, da es für den aktuellen Virusstamm weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine etablierte Behandlung gibt. Die WHO ‌stuft das Risiko ⁠einer nationalen Ausbreitung ​im Kongo inzwischen als »sehr hoch« ein. Für die Region gilt ​das Risiko als »hoch«, weltweit als »niedrig«.

Zudem kämpfen die Helfer ⁠vor Ort mit ​Misstrauen und Desinformation in der Bevölkerung. In ‌der Provinz Ituri hatten Demonstrierende in der vergangenen Woche Behandlungseinrichtungen ​in Brand gesetzt, nachdem es Streit um die sichere Bestattung eines mutmaßlichen Ebola-Toten gegeben hatte. Bei einem dieser Vorfälle in Mongbwalu flohen 18 Patienten mit Verdacht auf eine Infektion. Das dortige Behandlungszelt war von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen eingerichtet worden. Mongbwalu liegt im Zentrum des Ausbruchsgebiets.

Fünf bestätigte Infektionen in Uganda

Bereits am Donnerstag war in der Stadt Rwampara – ebenfalls in der Provinz Ituri – ein Behandlungszentrum niedergebrannt. Zuvor war Familienangehörigen untersagt worden, den Leichnam eines Mannes abzuholen. Grund dafür ist, dass die Leichen von Ebolatoten hoch ansteckend sein können. Bei Beerdigungen und Trauerfeiern kann sich das Virus deshalb weiter verbreiten. Behörden übernehmen daher nach Möglichkeit die Aufgabe, mutmaßliche Ebola-Opfer zu bestatten – was bei Angehörigen und Freunden der Verstorbenen auf Gegenwehr stoßen kann.

Das ​Virus hat sich bereits über die Landesgrenzen hinaus ausgebreitet. Im Nachbarland Uganda stieg die Zahl der nachgewiesenen Fälle ‌am Wochenende auf fünf. Auch internationale Helfer ​sind betroffen: Ein im Kongo tätiger US-Bürger, ⁠der ​sich mit dem Virus infiziert hat, ‌wird derzeit in der Berliner Charité behandelt. Er muss der Klinik ‌zufolge jedoch nicht intensivmedizinisch versorgt werden, befindet sich aber auf einer Sonderisolierstation. Auch seine Familie wurde aus den USA in die Klinik geflogen.



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