Demokratie braucht laut Steinmeier „aktive Bürger“


 Frank-Walter Steinmeier spricht bei der Eröffnung des Jugendengagement-Kongresses der Bundeszentrale für politische Bildung im Umweltforum.

Stand: 23.05.2026 • 11:47 Uhr

Zum Jahrestag des Grundgesetzes fordert Bundespräsident Steinmeier mehr gesellschaftliches Engagement, um Begegnungen und Gemeinschaftsgefühl zu fördern. Zwei Wochen lang soll mit Aktionen für das Ehrenamt geworben werden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland zu Engagement aufgerufen, damit die Demokratie gelingen kann. „Die Demokratie braucht aktive Bürger. Sie braucht Tatkraft“, sagte Steinmeier anlässlich des heutigen 77. Jahrestags der Verkündung des Grundgesetzes. Die Verfassung der Bundesrepublik war am 23. Mai 1949 ausgerufen worden.

Steinmeier hat den diesjährigen Jahrestag zum „Ehrentag“ erklärt. Neben dem Grundgesetz soll mit dem Aktionstag unter dem Motto „Für dich. Für uns. Für alle“ für das Ehrenamt geworben werden. Beteiligt sein sollen Kommunen, Vereine, Initiativen, Unternehmen und Einzelpersonen. „Engagement ist nicht nur Einsatz, es ist auch Begegnung, Lachen, Gemeinschaftsgefühl“, sagte Steinmeier.

„Grundgesetz garantiert uns allen Freiheit“

Der Bundespräsident putzte in den vergangenen Tagen im nordrhein-westfälischen Dorsten Stolpersteine zur Erinnerung an NS-Opfer und half im Chiemgau dem Alpenverein bei der Pflege von Wanderwegen. An diesem Samstag wollte er sich in Berlin unter anderem an Gärtnerarbeiten auf einem Friedhof beteiligen, ein Seniorenheim besuchen und in einer Berliner Bibliothek vor Kindern aus dem Grundgesetz vorlesen.

„Mir ist es ein Herzensanliegen, den Geburtstag unserer Verfassung sehr viel stärker im allgemeinen Bewusstsein zu verankern, jenseits der Politik“, sagte Steinmeier. „Unser Grundgesetz garantiert uns allen Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.“ Darum gehöre der 23. Mai gefeiert. „Am besten, indem wir alle gemeinsam etwas für das Land tun oder füreinander da sind.“

Steinmeier führte weiter aus: „Über das Mitmachen können wir als Gesellschaft so etwas wie eine gemeinsame demokratische Grunderfahrung machen und erleben, dass jeder von uns etwas bewirken, etwas verändern kann.“ Jeder Einzelne könne merken, dass er gebraucht werde. Zudem schafften die Aktionen Möglichkeiten der Begegnung mit Menschen, die man im Alltag vielleicht nicht treffe.

Will mit gutem Beispiel für die Allgemeinheit vorangehen: Bundespräsident Steinmeier putzt Stolpersteine.

Neue Tradition zum Jahrestag?

Der in diesem Jahr erstmals begangene Aktionstag soll aus Steinmeiers Sicht keine einmalige Angelegenheit sein. „Ich wünsche mir, dass wir den Geburtstag unseres Grundgesetzes künftig jedes Jahr auf diese Weise feiern.“

Gleichzeitig ließ Steinmeier erkennen, dass er wenig vom Vorschlag hält, den 23. Mai zu einem bundesweiten Feiertag zu machen. Die Demokratie und die Werte der Verfassung sollten gefeiert werden – „aber nicht durch Rückzug aufs heimische Sofa oder die Fahrt ins Grüne“, sagte er.

Tausende Aktionen geplant – noch bis 31. Mai

Steinmeier will mit dem „Ehrentag“ auch das Interesse junger Menschen am Ehrenamt wecken. Manche Ehrenämter ließen sich sogar digital und unabhängig vom Wohnort ausüben, etwa digitale Hausaufgabenhilfe. Es gebe „auch für die Jungen unzählige Möglichkeiten, sich zu engagieren“. Am Ehrentag könnten junge Leute einfach mal in ein Ehrenamt hineinschnuppern, ohne sich gleich festlegen zu müssen, sagte Steinmeier.

Eingebettet ist der „Ehrentag“ in einen zweiwöchigen Zeitraum vom 16. bis 31. Mai 2026, in dem bundesweit Tausende Veranstaltungen stattfinden. Projekte rund um den Festtag können auf der Homepage der Aktion eingetragen werden, die auch eine Suchfunktion für geplante Aktionen in der Nähe bietet.



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