Trump nominiert Kevin Warsh als neuen Fed-Chef


Der ehemalige Zentralbankgouverneur Kevin Warsh galt lange als Verfechter hoher Zinsen zur Sicherung der Preisstabilität. In jüngster Zeit unterstützte er jedoch Trumps Forderung nach niedrigeren Leitzinsen.

„Ich kenne Kevin schon seit langer Zeit und habe keinen Zweifel daran, dass er als einer der großen Fed-Präsidenten, vielleicht sogar als der beste, in die Geschichte eingehen wird“, schrieb US-Präsident Donald Trump in seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. „Er hat das Zeug zum Star und wird Sie niemals im Stich lassen.“

Ermittlungsverfahren gegen Powell 

Trump hatte in seiner ersten Amtszeit 2017 auch den amtierenden Fed-Chef Powell ernannt. Dieser war jedoch wegen aus Trumps Sicht mangelnder Loyalität rasch in Ungnade gefallen. In den vergangenen Monaten beleidigte der Präsident Powell wiederholt, weil die Fed die Leitzinsen nicht wie von ihm gefordert deutlich senkte.

Donald Trump im Gespräch mit Fed-Chef Jerome Powell
In Ungnade gefallen: Der aktuelle Fed-Chef Jerome Powell (rechts) musste in den vergangenen Wochen häufig Kritik von US-Präsident Donald Trump (l.) ertragenBild: Julia Demaree Nikhinson/AP Photo/picture alliance

Zudem läuft ein Ermittlungsverfahren gegen Powell wegen angeblich zu hoher Ausgaben für den Bau eines neuen Zentralbankgebäudes. Mit dem regulären Ende von Powells Amtszeit am 15. Mai wächst unter Beobachtern die Sorge um die Unabhängigkeit der US-Notenbank.

Warsh distanziert sich von früheren Überzeugungen

Warsh war 2011 aus dem Gouverneursrat der Fed zurückgetreten, weil er die damalige Geldpolitik als zu locker kritisierte. Von diesen geldpolitischen Überzeugungen hat er sich inzwischen distanziert.

In den vergangenen Monaten profilierte sich der 55-Jährige zunehmend als Kritiker der Zinspolitik der Fed unter Powell und übernahm mehrere wirtschaftspolitische Positionen der Trump-Regierung.

So sprach er sich offen für Zinssenkungen aus, während die Notenbank bislang die Auswirkungen von Trumps Zollpolitik auf die Verbraucherpreise abwarten wollte. Warshs Nominierung bedarf noch der Bestätigung durch den US-Senat.

pgr/apo (afp, dpa)

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