Irankrieg: „Es gibt im Mittleren Osten für alle Waren Lösungen“

Der Wirtschaftspodcast
„Es gibt im Mittleren Osten für alle Waren Lösungen“
Der Irankrieg wirbelt auch den Gütertransport durcheinander. Wolfram Senger-Weiss vom Logistikunternehmen Gebrüder Weiss spricht im Podcast über steigende Preise und alternative Wege
Capital: Gebrüder Weiss hat eine mehr als 500-jährige Geschichte als Transportunternehmen. Wenn man sich die aktuellen Lieferunterbrechungen und die Kriege ansieht: Ist das normal oder sind wir in historisch in einer Ausnahmesituation?
WOLFRAM SENGER-WEISS: Was anders ist als in der Vergangenheit: Alles findet viel schneller und gleichzeitiger statt und ist stärker für uns wahrnehmbar. Aber natürlich hat es auch im Rückblick viel Disruption, viel Veränderung und Kriege gegeben. Das heißt allerdings nicht, dass es dafür bessere Lösungen gibt.
Infolge des US-Angriffs auf den Iran werden entscheidende Wege für die Logistik blockiert. Inwieweit spielt das für Ihr Unternehmen eine Rolle?
Natürlich spielt das für uns eine Rolle. Die Straße von Hormus ist ja eine wichtige Ader für die globale logistische Lieferkette. Uns betrifft das vor allem indirekt: Die Treibstoffe verteuern sich, und deren Verfügbarkeit ist reduziert. Das ist für unser Geschäft in allen Varianten des Transports ein kritisches Thema. Was mit am meisten Sorge macht, ist, dass es infolgedessen zu einer höheren Inflation kommt. Damit hatten wir in letzter Zeit in Zentraleuropa sehr zu kämpfen.
Können Sie die steigenden Kosten an Ihre Kunden weiterreichen?
Wir sind gewissermaßen gezwungen, das zu tun. Jeder kennt das von den Airlines, wo entsprechende Zuschläge verrechnet werden. So ähnlich ist es auch im Güterverkehr.
Was bedeutet es konkret, wenn Lieferwege blockiert sind?
Es gibt eigentlich im Mittleren Osten für alle Waren Lösungen. Die Logistik ist sehr flexibel und hat auch für diese schwierige Situation einen Plan B gefunden. Über Saudi-Arabien, über den Oman. Also mit einer Mischung aus Seeweg und Landweg. Das gilt für alle Güter, die es wert sind, höhere Transportkosten zu tragen. Das stellt trotz allem die Versorgung in den Ländern der Region sicher.
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