Automatisch ausgezahltes Kindergeld: Klingbeil sieht Entlastung


Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Vater hält während eines Infant Handling Kurses die Füße seines Kindes.

Die SPD plant eine antragslose Auszahlung des Kindergeldes. Voraussichtlich ab März 2027 soll die automatische Auszahlung zunächst für Neugeborene, deren Eltern schon ein Kind haben, starten.

19.02.2026 | 0:40 min


Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) erwartet von der angestrebten Einführung des antragslosen Kindergeldes eine Entlastung für Familien. „Wir wollen, dass das Kindergeld künftig ohne Antrag ausgezahlt werden kann. Das bedeutet: Mehr Zeit fürs Baby statt für lästige Bürokratie“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe vor Beratungen über ein entsprechendes Vorhaben im Bundestag.

Parlament befasst sich mit Gesetzentwurf

Familien mit kleinen Kindern sollen Kindergeld bald ohne Antrag automatisch ausgezahlt bekommen. Einen Gesetzentwurf hatte das Kabinett in Berlin im März auf den Weg gebracht, am heutigen Freitag befasst sich das Parlament damit.

Klingbeil betonte: „Eltern sollten nach der Geburt voll und ganz für ihr Baby da sein können.“ Und weiter:

Niemand will sich zwischen schlaflosen Nächten mit unnötigem Papierkram herumschlagen.

Lars Klingbeil, Bundesfinanzminister

Mit der Einführung des antragslosen Kindergelds erhielten Eltern die Zahlungen künftig „automatisch, unbürokratisch und schnell“.

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12.05.2026 | 0:17 min


259 Euro Kindergeld – automatisch ausgezahlt

Nach den Plänen der Bundesregierung soll das Kindergeld künftig automatisch ausgezahlt werden, sobald den Behörden alle notwendigen Daten vorliegen. Das Kindergeld beträgt unabhängig vom Einkommen aktuell 259 Euro pro Monat und Kind. Es wird an die Person ausgezahlt, die das Kind regelmäßig versorgt.

Das neue Verfahren ohne Antrag soll gemäß Entwurf ab dem kommenden Jahr in zwei Schritten greifen: In einer ersten Stufe sollen all diejenigen Eltern das Kindergeld automatisch bekommen, die bereits ein älteres Kind haben. Später könnten dann auch diejenigen Eltern auf den Antrag verzichten, die ihr erstes Kind bekommen.

Voraussetzungen sind demnach, dass mindestens ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind in Deutschland lebt und mindestens ein Elternteil in Deutschland arbeitet. Außerdem müssen die Behörden die Kontoverbindung (IBAN) kennen. Für kompliziertere Kindergeld-Fälle bleibt es vorerst beim Antrag.

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Familienkasse prüft weiterhin

Klingbeil verwies darauf, dass die Familienkasse weiterhin prüfe, ob den Eltern das Kindergeld zustehe. „Aber die notwendigen Informationen erhält sie dazu zukünftig von anderen Behörden. Der Staat nutzt die Daten, die er schon hat.“

Durch die Vereinfachungen könnten nach Einschätzung des Finanzministers jährlich rund 300.000 Erstanträge entfallen. „Das spart Zeit, Geld und Nerven – auf allen Seiten.“

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Quelle: dpa, AFP

Über dieses Thema berichtete das heute journal update am 21.05.2026 ab 00:45 Uhr und die Sendung heute am 19.02.2026 ab 19:00 Uhr.



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