Nvidia beschleunigt Wachstum mit 85 Prozent Umsatzplus


Ein mit einem NVIDIA-Chip ausgestatteter Prozessor.

Stand: 21.05.2026 • 08:57 Uhr

Nvidia wächst im KI-Boom weiter rasant, zuletzt stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 85 Prozent. Darüber können sich auch die Aktionäre freuen: Nvidia kündigte eine deutliche Anhebung der Dividende an.

Der wachsende Bedarf an Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) verhilft Nvidia zu einem erneuten Wachstumsschub. Der weltgrößte Chipkonzern gab einen überraschend deutlichen Umsatz- und Gewinnsprung bekannt: Im abgelaufenen Quartal steigerte Nvidia den Umsatz um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn legte nahezu doppelt so stark auf 1,87 Dollar je Aktie zu.

Unterm Strich verdiente Nvidia 58,3 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von knapp 18,8 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. „Der Bau von KI-Rechenzentren, das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Menschheit, schreitet mit außerordentlicher Geschwindigkeit voran“, sagte Konzernchef Jensen Huang.

Entsprechend optimistisch blickt man denn auch in die Zukunft: Für das angelaufene Vierteljahr peilt der weltweit wertvollste Konzern einen Umsatz von 91 Milliarden Dollar an, plus/minus zwei Prozent. Mit diesen Zahlen im Rücken will der US-Konzern eigene Anteilsscheine im Volumen von weiteren 80 Milliarden Dollar zurückkaufen. Die Quartalsdividende solle von 0,01 auf 0,25 US-Dollar je Aktie steigen.

Erwartungen immer wieder übertroffen

Nvidia-Titel reagierten im nachbörslichen Handel an der Wall Street vergleichsweise verhalten und legten etwa ein Prozent zu. Ein Quartalsergebnis über den Markterwartungen sei bei Nvidia nichts Besonderes mehr, sagte Analyst Jacob Bourne von der Marktforschungsfirma eMarketer. Die wichtigere Frage sei, ob das Unternehmen seine hohen Wachstumsraten 2027 und 2028 aufrechterhalten könne.

Nvidia ist mit seinen Produkten für Rechenzentren ein zentraler Motor des KI-Booms und profitiert am meisten von diesem. Der Börsenwert des Unternehmens ist in den vergangenen fünf Jahren um mehr als das 15-fache auf 5,6 Billionen Dollar gestiegen. Damit ist Nvidia derzeit das wertvollste Unternehmen der Welt, gefolgt von Google-Mutter Alphabet mit 4,7 Billionen Dollar.

Neue Chip-Generation im zweiten Halbjahr

Die Chips von Nvidia sind für das Training von KI-Modellen optimiert. Nvidia-Chef Jensen Huang betonte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass die Nachfrage nach Nvidia-Chips ungebrochen stark sei. Bei der nächsten Generation der KI-Halbleiter mit dem Namen „Vera Rubin“ werde es wohl durchgehend Engpässe geben. Die ersten dieser Systeme sollen im zweiten Halbjahr an die Kunden gehen.

Für den täglichen Betrieb von KI-Programmen und die Nutzung sogenannter KI-Agenten, die Aufgaben weitgehend selbstständig erledigen, sind jedoch klassische Zentralprozessoren (CPUs) besser geeignet. Diese feiern daher ein Comeback in Rechenzentren. AMD und Intel beherrschen diesen Markt. Gleichzeitig arbeiten Technologiekonzerne wie Amazon, Google oder OpenAI an eigenen Chips.

China-Geschäft weiter mit Fragezeichen

In der Zukunft werde Nvidia auch mehr Geschäft unter anderem mit Technologie für Roboter machen, sagte Huang. Während Nvidias Stärke traditionell Grafikkarten waren, auf deren Basis auch die KI-Chips entstanden, plant der Konzern für dieses Jahr auch mit Erlösen von 20 Milliarden Dollar bei Hauptprozessoren.

Unverändert festgefahren ist die Lage im China-Geschäft: Um den militärischen Aufstieg der Volksrepublik zu bremsen, beschränken die USA den Export von Hochtechnologie dorthin. Zwar genehmigte die US-Regierung die Ausfuhr leistungsreduzierter KI-Prozessoren, knüpft dies aber an strenge Auflagen.

Bislang seien keine Halbleiter auf Basis dieser Exportlizenzen verkauft worden, teilte Nvidia mit. Es sei unklar, ob Chinas Behörden die notwendigen Importgenehmigungen erteilen würden. Konzernchef Huang hatte US-Präsident Donald Trump bei seinem jüngsten Staatsbesuch in der Volksrepublik begleitet.



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