Frau entdeckt Loch in Wohnzimmerscheibe

Erneut ist in Berlin auf ein Mehrfamilienhaus geschossen worden. In der Nacht von Montag auf Dienstag hatte die Bewohnerin eines Wohnhauses in der Grüntaler Straße in Berlin-Gesundbrunnen gegen 2 Uhr nachts Knallgeräusche gehört, teilte die Polizei am Mittwoch mit.
Am Tag, gegen 13.30 Uhr, verständigte sie die Polizei, nachdem sie den Angaben nach ein Einschussloch in der Fensterscheibe ihres Wohnzimmers entdeckt hatte. Zum Zeitpunkt der Schüsse soll sich niemand im Zimmer befunden haben. In diesem Fall hat ein Fachkommissariat die Ermittlungen übernommen.
Es ist nicht der erste Fall von Kriminalität mit Schusswaffen, über den die Polizei in den vergangenen Tagen berichtete. Am Wochenende wurden demnach bereits auf ein Wohnhaus in Reinickendorf mehrere Schüsse abgegeben. Der oder die Täter seien in der Nacht auf Samstag geflüchtet. Bei einer Durchsuchung in Kreuzberg fand die Polizei zudem eine Schusswaffe, Munition, eine nicht geringe Menge Kokain und mehrere Goldbarren.
Großrazzia letzte Woche
In der letzten Woche hatte die Polizei bei einer großen Razzia in mehreren Stadtteilen 28 Wohnungen durchsucht und neun mutmaßliche Täter gefasst. Rund 570 Polizisten, darunter Spezialeinheiten, waren im Einsatz. Die Polizei beschlagnahmte Drogen, Bargeld, eine Schusswaffe, Schusswaffenteile, Schreckschusswaffen, zwei Autos sowie Datenträger und Handys.
Im Jahr 2025 zählte die Berliner Polizei 515 Fälle von Schussabgaben in Berlin. Oft sollen so türkische und kurdische Ladeninhaber und Restaurantbesitzer unter Druck gesetzt werden, damit sie an die Banden zahlen. In manchen Fällen wurde Männern zur Warnung in die Beine geschossen. Hinter den ständigen Gewalttaten stecken laut den Ermittlern teilweise organisierte Banden aus der Türkei, die Täter sogar extra einfliegen lassen. (Tsp, dpa)
