Tote bei Angriff auf Moschee in San Diego
Die Polizei von San Diego ermittelt nach eigenen Angaben wegen eines möglichen Hassverbrechens: Der Angriff ereignete sich am Islamischen Zentrum der kalifornischen Großstadt, das eine große Moschee und eine Schule beherbergt.
Die ersten Einsatzkräfte seien binnen vier Minuten nach einem Notruf wegen eines Schusswaffenangriffs eingetroffen, heißt es in Berichten örtlicher Medien. Vor dem Zentrum hätten sie „drei tote Opfer“ vorgefunden. Daraufhin sei die Polizei in die Moschee und die angrenzende Schule vorgedrungen.
Zwei mutmaßliche Angreifer im Teenager-Alter wurden tot in einem Auto nahe des Tatorts gefunden. Anschließend teilte die Polizei mit, die Gefahr an der religiösen Einrichtung sei „neutralisiert“.
„Heldenhaft“ – Polizei lobt Security
Unter den Toten ist nach Polizeiangaben ein Sicherheitsmitarbeiter des Islamischen Zentrums. Seine Taten hätten dazu beigetragen, eine noch größere Anzahl an Todesopfern zu verhindern. „Seine Handlungen waren heldenhaft, und er hat heute zweifellos Leben gerettet“, sagte der Polizeichef von San Diego, Scott Wahl.
Zum möglichen Motiv der Angreifer befragt, sagte Wahl, es seien „eindeutig hasserfüllte Äußerungen“ festgestellt worden. Wegen des Tatorts werde der Angriff zunächst als Hassverbrechen behandelt, solange sich kein anderes Bild ergebe. Nähere Angaben zum Motiv der Täter machte er nicht.
Mutter alarmierte die Polizei
Scott Wahl sagte weiter, die Mutter eines der Verdächtigen habe sich rund zwei Stunden vor dem Angriff an die Polizei gewandt. Sie habe gemeldet, ihr Sohn sei „selbstmordgefährdet“, zudem seien mehrere Waffen und ihr PKW entwendet worden. Noch ist nicht abschließend geklärt, wie die Polizei auf diesen Anruf der Mutter reagierte.
Der Imam des Zentrums, Taha Hassane, erklärte: „Wir haben noch nie eine solche Tragödie erlebt.“ Es sei „äußerst empörend, einen Ort des Gebets anzugreifen“. US-Präsident Donald Trump sprach im Weißen Haus von einer „schrecklichen Situation“.
Kein Platz für Hass
Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, unterstrich: „Gläubige sollten nirgendwo um ihr Leben fürchten müssen.“ Hass habe in Kalifornien keinen Platz, und der Bundesstaat werde „Terrorakte oder Einschüchterung gegen Glaubensgemeinschaften“ nicht tolerieren. Gerichtet an die muslimische Gemeinde in San Diego erklärte Newsom: „Kalifornien steht an Ihrer Seite.“
In den USA gibt es mehr Schusswaffen als Einwohner. Das Land hat eine der höchsten Sterblichkeitsraten durch Schusswaffen weltweit. Nach Angaben der Datenbank Gun Violence Archive wurden im vergangenen Jahr fast 15.000 Menschen durch Schusswaffen in den Vereinigten Staaten getötet. Suizide sind dabei nicht eingerechnet.
haz/wa (afp, rtr, dpa, ap)
