Papst Leo lehnt Segnung homosexueller Paare strikt ab


Papst Leo XIV. hat das progressive Vorgehen der katholischen Kirche in Deutschland bei homosexuellen Paaren deutlich kritisiert. Der Vatikan habe in einem Gespräch mit den deutschen Bischöfen bereits klargestellt, „dass wir die förmlichen Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren nicht billigen“, sagte der Papst auf dem Rückflug von seiner Afrikareise nach Rom. Dies gehe über das hinaus, was von seinem Vorgänger, Papst Franziskus, erlaubt worden sei, als er gesagt habe, dass alle den Segen erhalten könnten.

Kardinal Marx erlaubt Segnung von Homo-Paaren 

Als erster Kardinal in Deutschland hatte Reinhard Marx vor wenigen Tagen in seinem Bistum München und Freising die Segnung homosexueller Paare zugelassen. Auch einzelne Bischöfe in der Bundesrepublik segneten zuvor bereits schwule oder lesbische Paare.

Grundlage dafür ist eine Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken – das die Anliegen der Gläubigen vertritt – aus dem vergangenen Jahr.  Segnungen mit Einschränkungen hatte Ende 2023 der damalige Papst Franziskus erlaubt.

Papst Leo XIV. feiert am Donnerstag eine Heilige Messe im Stadion von Malabo in Äquatorialguinea
Papst Leo: Der Segen am Ende einer Messe gilt für alle Menschen Bild: Misper Apawu/AP Photo/dpa/picture alliance

Leo XIV. erläuterte nun vor den mitreisenden Reportern: „Franziskus‘ berühmt-berüchtigte Formulierung ‚tutti, tutti, tutti‘ (alle, alle, alle) ist ein Ausdruck der Überzeugung der katholischen Kirche, dass alle willkommen sind, dass alle eingeladen sind, Jesus zu folgen und sich zum Glauben zu bekehren. Wenn man darüber hinausgeht, denke ich, ist das ein Thema, das eher für Uneinigkeit sorgen kann als für Einigkeit.“

Mehrere Bistümer in Deutschland legen das jedoch anders aus. Auch Kardinal Marx, der über einen guten Zugang zu Papst Leo verfügen soll, gehört dazu.

Reinhard Marx bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im Februar in Würzburg
Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising (Archivbild) Bild: Daniel Löb/dpa/picture alliance

Eine kirchliche (katholische) Hochzeit ist dagegen auch in Deutschland für homosexuelle Paare weiterhin tabu. Die Ehe ist in der katholischen Kirche allein Mann und Frau vorbehalten.

Papst sieht wichtigere Themen als Sexualmoral

Das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken erklärte auf seinem Rückflug weiter, Fragen zur Sexualität stünden aus seiner Sicht nicht im Zentrum der kirchlichen Lehre. Themen wie Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit von Frauen und Männern sowie Religionsfreiheit hätten – so meine er – „eine viel höhere Priorität“. Fragen zur Sexualmoral sollten auch nicht über Einheit oder Spaltung der Kirche entscheiden.

Leo XIV. hatte bei seiner bislang längsten Auslandsreise in den vergangenen eineinhalb Wochen Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea besucht. Auf dem afrikanischen Kontinent lehnen große Teile der katholischen Kirche die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ab.

Als nächste Auslandsreise steht im Juni Spanien auf dem Programm. Leo XIV. war im Mai vergangenen Jahres zum Nachfolger des Argentiniers Franziskus gewählt worden, als erster Pontifex der Kirchengeschichte aus den USA.

se/wa (kna, epd, dpa, afp)



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