Tourist sucht Frau und Cousine: Hauseinsturz in Görlitz: Noch drei Menschen vermisst


Tourist sucht Frau und CousineHauseinsturz in Görlitz: Noch drei Menschen vermisst

19.05.2026, 03:30 Uhr

18-05-2026-Sachsen-Goerlitz-Ein-Suchhund-durchsucht-die-Truemmer-des-eingestuerzten-Hauses-in-der-Innenstadt-von-Goerlitz-Aus-bislang-ungeklaerter-Ursache-ist-dort-ein-Mehrfamilienhaus-aus-der-Gruenderzeit-eingestuerzt
Auch in der Nacht suchen Einsatzkräfte nach Verschütteten. (Foto: dpa)

Nach dem Einsturz eines Hauses in Görlitz werden zunächst bis zu fünf Menschen unter den Trümmern vermutet. Nachts kommt die Bestätigung: Zwei von ihnen sind doch nicht verschüttet. Ein Mann hofft derweil verzweifelt auf ein Lebenszeichen seiner Verwandten.

Nach dem Einsturz eines Gründerzeithauses im sächsischen Görlitz sind zwei von den ursprünglich fünf Vermissten wohlauf. Das teilte eine Sprecherin der Polizei mit. Sie seien Gäste einer der Ferienwohnungen in dem Haus und hatten zum Zeitpunkt des Einsturzes noch nicht eingecheckt. Nun werde noch nach drei Personen gesucht, die nicht erreichbar seien, hieß es.

Es sei möglich, dass sich diese zum Zeitpunkt des Einsturzes im Haus aufhielten. Ob die drei – oder andere verschüttete Menschen – sich unter den Trümmern befinden, ist weiterhin unklar. Die Vermisstensuche soll die ganze Nacht über weitergeführt werden. Am Einsturzort hielt sich ein Mann auf, der seine Frau und seine Cousine in dem eingestürzten Gebäude vermutete. Erst am Nachmittag war er gemeinsam mit den beiden Frauen angekommen, um in dem Haus in einer Ferienwohnung Urlaub zu machen. Als er von einem kurzen Einkauf vom Supermarkt zurückkam, lag da, wo zuvor das Haus stand, nur noch ein großer Haufen Schutt. Er hoffe so sehr, dass seine Frau, die erst 25 Jahre alt sei, noch lebe, sagt der Mann.

In dem Gründerzeithaus in der James-von-Moltke-Straße unweit des Görlitzer Bahnhofs befanden sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen. „Davon waren mehrere Parteien vermietet“, sagte die Polizeisprecherin Anja Leuschner.

Polizei bestätigt: Es gab ein Gasleck

Das Haus war gegen 17:30 eingestürzt, warum ist noch nicht abschließend geklärt. Anwohner berichten von einem lauten Knall und einer gewaltigen Druckwelle. Möglicherweise habe es eine Gasexplosion gegeben, schreibt die Polizei auf X. Bestätigt ist inzwischen zumindest, dass es ein Gasleck gab. Es befindet sich unter den Trümmern. Polizeisprecherin Leuschner betonte, es sei trotzdem weiter unklar, ob der Einsturz durch das Austreten von Gas verursacht wurde.

Bis zum späten Abend waren insgesamt rund 120 Einsatzkräfte vor Ort. Dank spezieller Messgeräte könne trotz des Gaslecks nach Vermissten gesucht werden, sagte Leuschner. Zuvor hatten Zeugen der Polizei von einer Explosion und dem Geruch von Gas berichtet. Außerdem wurden am Unglücksort Geräte aufgebaut, die Erschütterungen messen.

Derzeit läuft an der Unfallstelle die Vermisstensuche auf Hochtouren. Zwei Spürhunde klettern auf die Trümmer und zeigen an, wenn sie etwas bemerken. Am Abend standen Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks vor dem eingestürzten Gebäude und riefen: „Hier ist das THW, können Sie uns hören?“. Am Einsturzort hielt sich zu dieser Zeit auch ein Mann auf, der seine Frau und seine Cousine in dem eingestürzten Haus vermutete.

Nachbarn müssen Häuser verlassen

Nach dem Einsturz hatte die Polizei mindestens drei Häuser evakuiert. Die Anwohner müssen auf die Freigabe durch Statiker warten, bis sie wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können. Außerdem wurde der Ort des Geschehens so abgesperrt, dass Schaulustige das Haus nicht mehr sehen konnten. Dennoch waren Menschen gekommen, die an der Absperrung standen und die Lage beobachteten. Der Oberbürgermeister von Görlitz, Octavian Ursu, machte sich am Einsturzort ein Bild von der Lage. Nach Angaben des Ordnungsamtes handelt es sich bei dem Haus um ein Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft KommWohnen, die ein Tochterunternehmen der Stadt Görlitz ist. Am Morgen soll es in der Jägerkaserne in Görlitz eine Pressekonferenz geben.

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands, sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen.

Quelle: ntv.de



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