Iran-Krieg: Teheran schickt neuen Vorschlag an die USA


An einer Wand in Teheran ist ein Bildnis von Ajatollah Modschtaba Khamenei zu sehen

Stand: 18.05.2026 • 12:45 Uhr

Die Verhandlungen über ein Ende des Iran-Kriegs sind festgefahren – nun hat die Führung in Teheran nach eigenen Angaben einen neuen Vorschlag nach Washington geschickt. Zuvor hatte US-Präsident Trump erneut mit drastischen Worten gedroht.

Iran hat nach eigenen Angaben Washington einen neuen Vorschlag für eine Verhandlungslösung im Konflikt mit den USA unterbreitet. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte, Teheran habe am Sonntag über den Vermittler Pakistan seine Standpunkte übermittelt. Inhaltliche Details nannte er nicht. Zuvor hätten die USA Antworten auf Irans vorangegangenen Vorschlag übermittelt, sagte Baghai weiter.

Der jüngste diplomatische Austausch macht deutlich, dass beide Seiten bislang nicht wesentlich von ihren Forderungen abrücken. Hauptstreitpunkt ist offenbar weiterhin das iranische Atomprogramm.

Iranische Medien hatten von „überzogenen Bedingungen“ der USA berichtet. Laut der Nachrichtenagentur Mehr verlangt Washington in seinem jüngsten Vorschlag „sehr strenge und langfristige Restriktionen für den iranischen Atomsektor“. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars legte die US-Regierung einen Fünf-Punkte-Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs vor, wonach Iran nur noch eine Atomanlage betreiben dürfte und seinen Bestand an hochangereichertem Uran den USA aushändigen müsste.

Auch sollen die USA zuletzt wieder klargemacht haben, die Kampfhandlungen nur langfristig einzustellen, wenn es bestimmte Verhandlungsergebnisse gibt. Für Iran ist die Einstellung der Kampfhandlungen – insbesondere auch Israels Offensive im Libanon – eine Vorbedingung für weitere Verhandlungen.

Trump: „Die Zeit drängt“

US-Präsident Donald Trump hingegen hatte den vorangegangenen iranischen Vorschlag öffentlich als „dämlich“ und „Müll“ bezeichnet. Zuletzt mahnte er einen raschen Verhandlungsfortschritt an und drohte Iran andernfalls erneut mit der Zerstörung. „Für Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser schnell bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben“, schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. „Die Zeit drängt.“ Mit ähnlich drastischen Worten hatte Trump Iran bereits Anfang April gedroht.

Der US-Verbündete Israel stellt sich bereits auf einen möglichen Neubeginn der gemeinsamen Angriffe auf Iran ein. Ein iranischer Militärsprecher warnte laut Nachrichtenagentur Tasnim, jede neue „Torheit“ der USA werde „noch vernichtendere und schwerere Schläge“ zur Folge haben.

Merz mahnt „ernsthafte Verhandlungen“ an

Bundeskanzler Friedrich Merz forderte Iran ebenfalls dazu auf, sich in den Verhandlungen zu bewegen: „Iran muss in ernsthafte Verhandlungen mit den USA einsteigen, aufhören, seine Nachbarn zu bedrohen und die Straße von Hormus ohne Einschränkungen öffnen“, schrieb Merz auf der Plattform X.

Der Kanzler verurteilte die erneuten iranischen Luftangriffe gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere Partner und mahnte zur Deeskalation: „Angriffe auf Nuklearanlagen sind eine Bedrohung für die Sicherheit der Menschen in der gesamten Region. Es darf zu keiner weiteren Gewalteskalation kommen.“



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