„MV Hondius“ legt nach Hantavirus-Ausbruch in Rotterdam an
Auch der Leichnam einer Deutschen, die am 2. Mai an den Folgen einer Hantavirus-Infektion gestorben war, sollte von Bord gebracht werden. Der Hantavirus-Ausbruch auf der „Hondius“ hatte sich während einer Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden ereignet. Mehr als 120 Passagiere und Besatzungsmitglieder verließen vor rund einer Woche auf Teneriffa das Schiff und traten von der spanischen Kanareninsel aus die Heimreise an.
Quarantäne oder Selbstisolation
Nach der Ankunft in Rotterdam soll das Schiff nach Angaben des niederländischen Kreuzfahrtveranstalters „Oceanwide Expeditions“ gründlich gereinigt und desinfiziert werden, alle Menschen an Bord müssen vorerst in Quarantäne oder Selbstisolation. Dafür wurde im Hafen von Rotterdam bereits ein Containerdorf aufgebaut.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das Risiko durch den Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ weiterhin als niedrig ein. „Das Risiko für die öffentliche Gesundheit wurde auf Grundlage der aktuellsten verfügbaren Informationen neu bewertet und das globale Risiko bleibt gering“, erklärte die WHO zuletzt.
WHO behält Lage im Blick
Zwar könnten bei Passagieren und Besatzungsmitgliedern, die vor der Umsetzung von Eindämmungsmaßnahmen Kontakt mit dem Virus hatten, weitere Fälle auftreten. Das Risiko einer Weiterverbreitung dürfte nach dem Verlassen des Schiffs und der Umsetzung von Kontrollmaßnahmen aber sinken, zeigte sich die WHO sicher. Die Lage werde weiter genau beobachtet.
Bei dem Ausbruch des Hantavirus auf der „MV Hondius“ handelt es sich um das Andesvirus. Das ist der einzige Hantavirus-Stamm, der nachweislich von Mensch zu Mensch übertragbar ist.
haz/se (afp, rtr, ap)
