Trumps Chinabesuch: Konnten Nvidia, Apple und Co. Deals einfädeln?

Trumps Chinabesuch
Welche Deals die US-Wirtschaftsbosse (nicht) einfädeln
Eine hochrangige Wirtschaftsdelegation begleitete US-Präsident Trump nach China. Doch erfolgreich waren nur wenige
Immerhin einen Deal hat Jensen Huang gemacht. Jensen Huang, sofort an seiner Lederjacke erkennbar, steht auf einer Straße und hat sich mit chinesischen Lebensmitteln versorgt. Genauer: gebratene Nudeln mit Bohnensoße. Dem Gesichtsausdruck zufolge haben sie gut geschmeckt.
Was den Verkauf der Chips seiner Firma in die Volksrepublik angeht, ist Huang aber offenbar kaum schlauer als noch vor wenigen Tagen. Er dürfte nicht der einzige sein, der sich mehr vom Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping erwartet hat. Eine große Wirtschaftsdelegation hatte Trump auf seiner Chinareise begleitet – neben Huang waren auch Elon Musk und Apple-Chef Tim Cook dabei. Doch konkrete Vereinbarungen wurden bisher kaum geschlossen.
Nvidia CEO Jensen Huang was spotted eating Beijing’s famous fried bean sauce noodles.
Huang, who is in Beijing as part of Donald Trump’s state visit to China, seemed perfectly content relishing the local staple right on the sidewalk. Follow our coverage from the summit:… pic.twitter.com/QbKSReW0aO— Bloomberg (@business) May 15, 2026
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In den vergangenen Monaten war die Stimmung zwischen den USA und China eher angespannt. Das lag zum einen am eskalierenden Handelskrieg zwischen den beiden Nationen, der erst im Oktober befriedet wurde. Zum anderen belastet der Krieg im Iran das Verhältnis zwischen den USA und China, da Bejing zu den wichtigsten Unterstützern des Regimes in Teheran gehört. Weitere Spannungsfelder gibt es bei Seltenen Erden, deren Produktion China weitgehend kontrolliert und deren Export stark eingeschränkt wurde. Auf der anderen Seite hat die US-Regierung die Lieferungen von hochleistungsfähigen Halbleiter-Chips beschränkt, die für KI-Anwendungen gebraucht werden.
Trump: 200 Boeing-Jets gehen nach China
Trump sprach laut „New York Times“ nach dem Besuch davon, „fantastische Handelsdeals“ mit China vereinbart zu haben. Große Hoffnungen dürften sich zuvor die vielen Wirtschaftsbosse gemacht haben, die sich Trump anschlossen. Elon Musk und Tim Cook kamen mit nach China, aber auch Blackrock-Chef Larry Fink, Blackstone-CEO Stephen Schwarzman, Goldman-Sachs-CEO David Solomon und Boeing-CEO Kelly Ortberg. Jensen Huang schloss sich in letzter Minute der Delegation an.
Ortberg ist bisher diejenige, die mit dem konkretesten Deal nach Hause gegangen ist. Trump kündigte an, China wolle rund 200 Boeing-Flugzeuge bestellen. Dabei soll es um Passagierflugzeuge vom Typ Boeing 737 gehen. Die Motoren dafür werden laut Trump vom US-Unternehmen General Electric hergestellt. Die chinesische Regierung bestätigte das allerdings auf Fragen von Reportern nicht, auch Boeing äußerte sich zunächst nicht zu der angeblichen Bestellung. Der Aktienkurs von Boeing brach um mehr als vier Prozent ein: Anleger und Analysten hatten damit gerechnet, dass China rund 500 Flugzeuge bestellen würde.
Annäherung soll es rund um Agrarprodukte gegeben haben. Die „New York Times“ berichtet, die US-Regierung erwarte, dass China Agrarerzeugnisse im Wert von mehr als 10 Mrd. Dollar kaufen würde – worum es sich genau handelt, bleibt unklar. Trump hatte angekündigt, China wolle US-Sojabohnen kaufen. Außerdem habe die chinesische Regierung Exportlizenzen für US-Schlachthäuser erneuert, die Fleisch nach China verkaufen dürften. Beim Thema Energie soll China Interesse bekundet haben, amerikanisches Öl zu kaufen. Trump wiederum erwägt, Sanktionen gegen chinesische Unternehmen aufzuheben, die iranisches Öl kaufen. Bei Themen wie Seltenen Erden und Handelszöllen sind bisher keine konkreten neuen Vereinbarungen bekannt.
Musk macht Schlagzeilen mit Grimassen
Bei vielen anderen der US-Wirtschaftsbosse ist bislang unklar, was sie erreicht haben. Elon Musk machte nach einem Bankett vor allem dadurch Schlagzeilen, dass er bei einem Selfie mit Xiaomi-CEO Lei Jun Grimassen schnitt. Auch bei Apple-Chef Tim Cook ist unbekannt, ob sein Besuch konkrete Ergebnisse hatte. Zuletzt wurde bekannt, dass Donald Trump vor der Chinareise Apple-Aktien im Wert von mehr als 7 Mio. US-Dollar gekauft hatte.
Für Nvidia-Chef Jensen Huang geht es in China um viel Geld. Zwar darf das Unternehmen von Seiten der US-Regierung nun einige seiner leistungsfähigen H200 GPUs in die Volksrepublik exportieren. Doch die chinesische Regierung hatte solche Geschäfte bisher nicht genehmigt. Huang hatte gewarnt, dass die chinesische Technologie bald die USA einholen würde und man die Vorherrschaft bei Hochleistungschips für KI verlieren könne. Wohl auch deshalb nannte der Unternehmer den Chinagipfel „einen der bedeutendsten der Menschheitsgeschichte“.
Umso größer könnte nun seine Enttäuschung sein. Die „New York Times“ berichtet unter Berufung auf den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer, dass nicht über Nvidia-Chips gesprochen wurde. Vielleicht hatte Jensen Huang auch deswegen Zeit, in Ruhe Nudeln zu essen.
ksc/dpa/rtr
