Störer, Einsichten und eine Warnung


Bundeskanzler Friedrich Merz während einer Podiumsdiskussion auf dem 104. Katholikentag in Würzburg am 15.05.2026.

Bundeskanzler Merz will sich auf dem Katholikentag in Würzburg den Fragen junger Menschen stellen. Zeitgleich ist eine Demonstration gegen die Politik des Kanzlers angekündigt.

15.05.2026 | 0:26 min


Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist bei seinem Auftritt auf dem Katholikentag in Würzburg an diesem Freitag von Demonstranten gestört worden. Lautstark machten sie ihren Unmut über die Politik der Bundesregierung deutlich und hielten Protestplakate hoch.

Zuvor hatte Merz im vollbesetzten CongressCentrum vor rund 1.000 Teilnehmern unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“ mit jungen Menschen diskutiert. Seine Gesprächspartnerinnen waren die 19-jährige Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, und die 29 Jahre alte Lisa Quarch vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Beide forderten den Kanzler auf, junge Menschen stärker an politischen Entscheidungen zu beteiligen.

Merz räumt Kommunikationsfehler ein

Auf die Kritik, die CDU halte die Deutschen für arbeitsscheu, reagierte Merz mit einer Klarstellung: „In meiner Partei hat noch niemand gesagt, dass die Menschen in Deutschland faul sind. Ich auch nicht.“ Er räumte jedoch Fehler bei seinem Auftreten ein:

Ich weiß, dass ich in meiner Kommunikation etwas verbessern muss, damit diese Botschaft besser verstanden wird.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Er habe lediglich auf die im internationalen Vergleich geringere Arbeitszeit hinweisen wollen – verbunden mit der Frage, ob man zum Erhalt des Wohlstands nicht gemeinsam „die Ärmel aufkrempeln“ müsse.

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12.05.2026 | 2:56 min


Kanzler: Würde meinen Kindern derzeit nicht zu USA-Aufenthalt raten

Ungewöhnlich deutlich äußerte sich Merz zur Lage in den USA. „Ich bin ein großer Bewunderer Amerikas. Meine Bewunderung nimmt im Augenblick nicht zu.“ Aber er würde seinen Kindern derzeit von einem längeren Aufenthalt dort abraten.

Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten, einfach weil sich dort plötzlich ein gesellschaftliches Klima entwickelt hat.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Dieses habe sich rasant verändert. „Heute haben die Bestausgebildeten in Amerika große Schwierigkeiten, einen Job zu finden“, so der Kanzler.

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Merz ruft zu politischem Engagement auf

Merz appellierte an die Jugendlichen, sich politisch zu engagieren – allerdings auf dem klassischen Weg: Er forderte sie auf, in Parteien einzutreten und sich in der Kommunalpolitik zu beteiligen. Ehrenamtliches Engagement für einzelne Themen sei zwar wertvoll, könne aber die langfristige Arbeit in Parteien und Gemeinderäten nicht ersetzen.

Ohne die politischen Parteien ist unsere Demokratie keine Demokratie mehr.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Einer Absenkung des Wahlalters auf Bundesebene erteilte Merz hingegen eine Absage: „Ich würde es im Deutschen Bundestag gerne dabei belassen, dass wir das aktive und passive Wahlrecht bei 18 belassen.“

Quelle: KNA, dpa, Reuters

Über das Thema berichtete unter anderem das gemeinsame Morgenmagazin von ZDF und ARD am 15.05.2026 ab 05:30 Uhr.



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