Steigende Preise: Konsumstimmung deutscher Verbraucher sinkt auf Stand von 2023
Die Konsumstimmung deutscher Verbraucherinnen und Verbraucher ist auf den niedrigsten Stand seit Februar 2023 gefallen. Das Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) sank im Mai auf 92,3 Punkte, wie der Verband mitteilte. Mit einem Minus von 2,6 Punkten im Vergleich zum Vormonat ist es demnach zugleich der stärkste Rückgang binnen eines Monats seit Januar 2024. »Vor allem die steigenden Preise und die Sorgen um eine schwache Konjunktur trüben die Verbraucherstimmung deutlich ein«, teilte der HDE mit.
Der Indexwert wird vom HDE auf Grundlage einer Umfrage unter 1.600 repräsentativ ausgewählten Personen erstellt. Dabei bildet er nicht das tatsächliche Verbraucherverhalten hab, sondern die Erwartungen für die kommenden Monate, die dieses Verhalten wiederum prägen. So fragt der HDE nach der den Plänen der Verbraucher zu Anschaffungen, ihrem Sparverhalten und ihrer finanziellen Situation.
Der Referenzwert von 100 Punkten bildet dabei die Stimmung von 2017 ab. Überschritten wurde er in den vergangenen sechs Jahren lediglich Anfang 2020 vor Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland sowie im Herbst 2021. Der Tiefstwert von 84,1 Punkten ist im Oktober 2022 nach Monaten sehr hoher Inflation infolge der Energiekrise verzeichnet worden.
Auch jetzt prägen hohe Energiepreise die schlechte Konsumstimmung, wie der Verband mitteilt. Mit Blick auf den Krieg zwischen den USA und dem Iran warnt der HDE: »Ohne ein Ende des Krieges werden die Energiepreise hoch bleiben – mit allen Folgen für die Weltwirtschaft.« Zusätzlich zur geopolitischen Lage würden die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung »sich bisher nicht positiv auf die Konsumstimmung« auswirken. »Vor diesem Hintergrund ist auch in den kommenden Wochen und Monaten nicht mit einer Stärkung des privaten Konsums und des gesamtwirtschaftlichen Wachstums zu rechnen«, teilte der HDE mit.
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