Ukraine News: Ukrainische Drohne beschädigt Wohnhaus nahe Moskaus Zentrum – Politik
Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Schwere Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka
Bericht: Massiver russische Drohnenangriff auf Kiew
Selenskij warnt Belarus erneut vor einem Kriegseintritt
Selenskij verspricht stärkere Flugabwehr für Odessa und Dnipro
Selenskij kündigt Reform der Armee an – Soldaten sollen besser bezahlt werden
Ukrainische Drohne beschädigt Wohnhaus nahe Moskaus Zentrum
Das russische Verteidigungsministerium hatte bereits Ende April mitgeteilt, aus Furcht vor ukrainischen Drohnenangriffen finde die Militärparade am Samstag in diesem Jahr ohne Panzer und Raketen statt. Russland feiert am 9. Mai traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg 1945.
Großbritannien will sich an EU-Milliardenkredit für die Ukraine beteiligen
Der im April von der EU gebilligte Kredit an Kiew soll einen Großteil des ukrainischen Finanzbedarfs für die kommenden zwei Jahre decken. Das Geld ist überwiegend für Militärausgaben im seit vier Jahren andauernden Krieg gegen Russland vorgesehen. Die zusätzlichen Gelder könnten der Regierung zufolge zudem britischen Rüstungsunternehmen neue Aufträge bescheren.
Tote nach ukrainischen Drohnenangriffen
Durch einen ukrainischen Drohnenangriff sind in der grenznahen russischen Region Belgorod mindestens zwei Menschen getötet worden. Eine Frau sei zudem mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram mit. Die dreiköpfige Familie sei in ihrem Auto im Dorf Netschajewka von einer ukrainischen Drohne attackiert worden. Die Siedlung ist knapp acht Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt.
Opfer nach russischen Angriffen auf Dnipro und Saporischschja
In der südostukrainischen Industriestadt Dnipro ist mindestens ein Mensch bei russischen Raketenangriffen getötet worden. Elf weitere seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Oleksander Hanscha, bei Telegram mit. Sechs Verletzte mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Nach Auskunft von Bürgermeister Borys Filatow wurden bei dem Angriff ein Studentenwohnheim, zwei Hochschulgebäude und mehrere Wohnhäuser beschädigt.
Auch in der rund 50 Kilometer südlich gelegenen Großstadt Saporischschja wurden nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen bei russischen Drohnenangriffen verletzt.
Ukraine: Neuer Drohnenangriff bei besetztem AKW gemeldet
Es habe keine Verletzten gegeben, hieß es von dem von Russland eingesetzten Kraftwerksmanagement. Allerdings wurde erst Anfang der Woche nach Angaben der Besatzungsbehörden ein AKW-Mitarbeiter bei einem Drohnenangriff getötet.
Kiew kommentierte diesen Vorfall nicht und äußerte sich auch nicht zum Angriff auf das Labor.
Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6000 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle. Es produziert derzeit keinen Strom. Mehrere ukrainische Rückeroberungsversuche scheiterten. Ein IAEA-Team ist ständig vor Ort, um die Lage zu beobachten und durch seine Präsenz einen Atomunfall zu verhindern.
Ukraine greift russischen Ostseehafen Primorsk an
Das unabhängige Portal Astra schrieb unter Berufung auf die Auswertung von Satellitenbildern, dass wohl das Ölterminal selbst und ein Flugabwehrsystem des Typs Panzir von Drohnen getroffen worden seien. Über die Schwere der Schäden gibt es keine Angaben.
Derweil berichten andere Medien auch von Drohnenangriffen auf die südrussische Hafenstadt Noworossijsk. Dort seien zwei Tanker der russischen Schattenflotte getroffen worden, heißt es. Offiziell bestätigt wurden die Angaben bislang nicht.
Die Ukraine wehrt sich mit den Drohnenangriffen gegen die von Russland betriebene Invasion. Immer wieder zielt Kiew dabei neben militärischen Objekten auch auf Anlagen der Ölindustrie. Dies soll dem russischen Militär die Treibstoffversorgung und dem Kreml die Kriegsfinanzierung erschweren.
Selenskij sanktioniert seinen ehemaligen Kanzleichef
Bohdan leitete das Präsidentenbüro von Mai 2019 bis Februar 2020. Der Jurist selbst vermutete in einem Facebook-Post, dass Selenskij wegen kürzlicher Medienberichte über eine mögliche Verstrickung von ihm und seiner Frau Olena Selenska in korrupte Geschäfte gekränkt sei. Demnach unterstellt Selenskij einen Zusammenhang zwischen den Veröffentlichungen und Bohdans Tätigkeit als Anwalt.
Erst im April hatte Selenskij in den Niederlanden einen weiteren Preis als Verteidiger der Freiheit erhalten. Er geht jedoch seit Langem auch gegen ukrainische Staatsbürger mit Sanktionen ohne Gerichtsverfahren vor, darunter Oppositionelle wie Ex-Präsident Petro Poroschenko und Journalisten.
Schwere Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka
Russische Truppen rücken nach ukrainischen Angaben auf die Stadt Kostjantyniwka in der östlichen Region Donezk vor. Laut dem ukrainischen Armeechef Oleksandr Syrskyj versuchen die russischen Truppen mit Infiltrationstaktiken, am Rande der Stadt Fuß zu fassen. Man wehre die hartnäckigen Versuche ab, erklärt Syrskyj weiter. Kostjantyniwka ist Teil eines stark befestigten Verteidigungsgürtels der ukrainischen Armee.
Bericht: Massiver russische Drohnenangriff auf Kiew
Laut Medienberichten fliegen bis zu 30 Drohnen auf Kiew zu. Diese Angaben sind zunächst nicht unabhängig bestätigt. Der staatliche Katastrophenschutz meldet Brände in drei Häusern und einem zweistöckigen Wohngebäude, die Einsatzkräfte löschen. Opfer werden dabei zunächst nicht gemeldet. Der Angriff folgt auf einen seltenen russischen Drohnenangriff bei Tageslicht am Freitag, bei dem in der westukrainischen Stadt Ternopil mindestens zwölf Menschen verletzt wurden.
Auch die Ukraine greift diese Nacht Russland mit Drohnen an. In Moskau und St. Petersburg ist der Flugbetrieb an mehreren Flughäfen vorübergehend eingestellt worden – nach Behördenangaben aus Sicherheitsgründen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin meldet den Abschuss zweier Drohnen. In der Oblast Leningrad wurden laut Gouverneur Alexander Drosdenko mindestens 35 Drohnen abgeschossen.
Selenskij warnt Belarus erneut vor einem Kriegseintritt
Bereits im April warnte Selenskij Minsk vor einer Beteiligung am russischen Krieg gegen die Ukraine. Seitdem verhängte Kiew neue Sanktionen gegen Belarus, dabei unter anderem gegen zwei Söhne von Staatschef Alexander Lukaschenko.
Bei ihrem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 stieß die russische Armee auch vom Gebiet des Verbündeten Belarus in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor. Direkt beteiligte sich Minsk jedoch nicht an den Kampfhandlungen.
Ukraine: Tote bei russischer Attacke auf Kleinbus
Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Kleinbus in der südukrainischen Stadt Cherson sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, ums Leben gekommen. „Darüber hinaus sind noch sieben Passagiere des Kleinbusses verletzt worden – sechs Männer und eine Frau“, teilte der Militärgouverneur von Cherson, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. Alle Verletzten seien ins Krankenhaus gebracht worden.
Selenskij verspricht stärkere Flugabwehr für Odessa und Dnipro
Die südostukrainische Industriestadt Dnipro wurde insbesondere vergangene Woche mit Raketen und Drohnen unterschiedlichen Typs angegriffen. Der Großraum um die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wird regelmäßig von russischen Kampfdrohnen attackiert.
Selenskij kündigt Reform der Armee an – Soldaten sollen besser bezahlt werden
Wie die erhöhten Ausgaben finanziert werden sollen, erklärte Selenskij nicht. Im April hatte die Europäische Union allerdings einen Kredit über 90 Milliarden Euro freigegeben. Medienberichten zufolge kann Kiew mit dem Geld nun erstmals direkt die Armee finanzieren.
Zum angekündigten Reformpaket gehört demnach ebenso ein stärkerer Einsatz befristeter Verträge. Schon in diesem Jahr sollen bereits Eingezogene schrittweise aus dem Wehrdienst ausscheiden können.
Zugleich kursieren in sozialen Netzwerken weiterhin täglich neue Videos von gewaltsamen Zwangsmobilisierungen. Selenskij hatte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bereits Mitte Januar bei seinem Amtsantritt beauftragt, die „Bussifizierung“ genannten Zwangsrekrutierungen zu beenden. Ein Großteil der Zwangsmobilisierten desertiert Medienberichten zufolge umgehend. Offizielle Zahlen zur Fahnenflucht werden seit vergangenem Herbst jedoch nicht mehr veröffentlicht.
Verletzte nach russischen Drohnenangriffen auf Westukraine
Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte das russische Militär tagsüber mehr als 400 Drohnen unterschiedlichen Typs ein. 388 seien entweder abgeschossen oder durch elektronische Störsignale zu Boden gebracht worden, teilte die Flugabwehr mit.
Ukraine attackiert erneut Ölterminal am Schwarzen Meer
Das russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von insgesamt 141 ukrainischen Drohnen über eigenem Gebiet. Gegen die Einschläge in Tuapse zeigte sich die Flugabwehr aber einmal mehr machtlos.
Schon die vorangehenden Angriffe hatten schwere Schäden verursacht. Die meisten Reservoirs sind inzwischen ausgebrannt, auch die Infrastruktur zum Umschlag des Öls auf Schiffe ist beschädigt. Kremlchef Wladimir Putin beklagte zuletzt in einer Sitzung, dass solche Angriffe potenziell umweltgefährlich sein, beharrte allerdings darauf, dass die Behörden die Lage unter Kontrolle hätten und keine Gefahr bestehe. Dabei sind selbst offiziellen Angaben nach die Verschmutzungswerte der Luft stark überhöht und ein Teil des Öls ist ausgelaufen und ins Meer gelangt.
Auf der anderen Seite hat auch Russland einmal mehr in der Nacht die Ukraine mit Drohnen angegriffen. In der Hafenstadt Odessa sind nach offiziellen Angaben zwei Wohnblocks durch Drohneneinschläge in Brand geraten. Zwei Personen seien verletzt worden, teilte der ukrainische Katastrophenschutz mit. 25 Menschen, darunter zwei Kinder, würden nach dem Schock durch die Einschläge psychologisch betreut.

