Die Eisbären müssen sich im Finale gegen die Adler noch mal sammeln



Fünf Zentimeter können in einem Eishockeyspiel eine große Bedeutung haben. In der nervenaufreibenden Verlängerung zwischen den Eisbären und den Adler Mannheim am späten Donnerstagabend prallte ein Schuss des Berliners Manuel Wiederer mit einem lauten „Pling“ am Pfosten.

Über einen kleinen Umweg hätte es beim Stand von 3:3 die Entscheidung zugunsten der Eisbären sein können, die zugleich den zwölften Titel bedeutet hätte. Aber sie war es eben nicht. Stattdessen stand wenig später Luke Esposito im Zentrum des Mannheimer Jubels, nachdem er das 4:3 erzielt hatte. Und sein Team somit in dieser Finalserie gehalten hat.

Plötzlicher Kontrollverlust ärgert Serge Aubin

Es ist davon auszugehen, dass diese Wendung in diesem Duell die Eisbären gehörig wurmt. Bis sieben Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte beim Stand von 3:1 schließlich alles so ausgesehen, als ob die Berliner auch dieses vierte Spiel souverän über die Bühne bringen können, um sich anschließend selbst zu feiern und mit den Fans eine ausgelassene Titelparty zu feiern.

Trainer Serge Aubin war entsprechend anzumerken, wie sehr ihn die Art und Weise ärgerte, wie die Gäste überhaupt wieder in dieses Spiel fanden. Verteidiger Markus Niemeläinen, der zuletzt Zuschauer war und für den gesperrten Kapitän Kai Wissmann ins Aufgebot rückte, erlaubte sich ein Foul in der Angriffszone und kassierte dafür eine vierminütige Zeitstrafe.

Wir analysieren das Ganze, dann werden wir ein sehr gutes Training am Samstag haben – und dann gehen wir mit voller Attacke in das Spiel am Sonntag.

Eisbären-Stürmer Frederik Tiffels

„Völlig unnötig“ sei diese Aktion gewesen, schimpfte Aubin. „Wir hatten das Spiel vorher unter Kontrolle.“ Nach dem 2:3-Anschlusstreffer für die Adler, der in Berliner Unterzahl fiel, war die Kontrolle aber völlig weg.

Nun ist einmal mehr die Resilienz gefordert, die die Eisbären nach einem solchen Rückschlag für gewöhnlich auszeichnet. Sie führen jetzt mit 3:1 und haben weiterhin zwei Matchpucks. Aber sie müssen sich nach dieser überraschenden Wendung wieder neu fokussieren.

„Wir analysieren das Ganze, dann werden wir ein sehr gutes Training am Samstag haben – und dann gehen wir mit voller Attacke in das Spiel am Sonntag“, sagte Stürmer Frederik Tiffels. Um 16.30 Uhr geht es dort mit Spiel fünf weiter.

Für die Nationalspieler ist die Saison enorm strapaziös

Aber natürlich spüren gerade Profis wie Tiffels, die für Deutschland bei den Olympischen Spielen in Mailand zum Kader gehörten, die Nebenwirkungen dieser ungewöhnlich strapaziösen Saison. Die Eisbären haben nach den ersten beiden Play-off-Serien zudem zwei Spiele mehr bestritten als die Adler.

Die Berliner sind jetzt auf jeden Fall gewarnt, dass ein Spiel gegen die Adler kein Selbstläufer ist – auch wenn es in den drei Spielen zuvor so ausgesehen hatte. Trainer Aubin war insgesamt nicht zufrieden mit der Einstellung in diesem Spiel. „Wir haben nicht annähernd unser bestes Eishockey gespielt“, sagte er.

Die Adler haben den letzten verfügbaren Joker gezogen und genutzt. Trainer Dallas Eakins hatte noch mal die größtmögliche Rotation entschieden, die der Kader zulässt. Mit ein paar frischen Kräften und Gesichtern zeigten sich die Mannheimer widerstandsfähiger als zuletzt.

2022 hatten die Adler einen 0:2-Serienrückstand gegen die Eisbären ausgeglichen, um damals im fünften und entscheidenden Spiel zu verlieren. Doch die Aufgabe jetzt ist beim Stand von 1:3 ungleich schwerer. Gerade in eigener Halle waren sie bislang heillos überfordert mit den Berlinern.



Source link

Ähnliche Beiträge