Nachruf auf Georg Baselitz: Virtuose der Renitenz – Kultur
Es war nicht alles erfolgreich, was Georg Baselitz in seinem Leben angefasst hat. Seine Serie mit Hundebildern, die er um die Jahrtausendwende malte, wollte niemand kaufen. Sie verstaubte bei ihm im Lager. Und am Beginn seiner Karriere trieb ihn ganz wesentlich der Neid auf andere Maler wie Gerhard Richter und Sigmar Polke, die schneller Erfolg hatten als er. Besonders im europäischen Ausland wurde der Hang der deutschen Neo-Expressiven der Nachkriegszeit zu nationalen Themen und ihre Bearbeitung in grober Kräftigkeit – wofür Baselitz mit seiner kaputten „Helden“-Serie Mitte der Sechziger als Paradebeispiel galt – mit einer gewissen Skepsis verfolgt. In Deutschland dagegen führte diese robuste Art zum Ziel, als gewollter Skandal.
