Entscheidender Tag für Starmer: Schicksalswahl in Makersfield


Wahlkampf in Makerfield

Stand: 18.06.2026 • 01:37 Uhr

Andy Burnham hat große Pläne – er will den angeschlagenen Premier Starmer herausfordern. Dafür muss Burnham heute aber zunächst die Nachwahl in Makerfield gewinnen. Denn nur mit einem Mandat kann er Starmer den Parteivorsitz streitig machen.

Berry Gardener war am Mittwoch noch in Makerfield unterwegs – für den Haustür-Wahlkampf. Mit anderen Labour-Mitgliedern hat er versucht, alles für Andy Burnham rauszuholen. Dabei ist Gardener eigentlich Abgeordneter der Labour-Partei für Brent West. Das ist ein Wahlbezirk in London. Für den Wahlkampf ist er extra hier hochgekommen, in den Norden von England.

Es ist ein bisschen absurd: Da macht ein Abgeordneter aus der Fraktion von Keir Starmer Wahlkampf für einen Politiker, der den Premier an der Spitze der Partei ablösen will – und damit auch als Regierungschef beerben möchte.

Labour konnte nicht Schritt halten

„Ja, das sei schon ungewöhnlich“, gibt Gardener zu und muss lachen. Doch für sein Engagement hat er gute Gründe. Es sei klar geworden, dass die Geschwindigkeit der Veränderungen seit den Wahlen 2024 nicht Schritt halten konnte mit den Erwartungen der Menschen. Ein paar gute Sachen hätte die Labour-Regierung auf den Weg bringen können, fügt er noch an. Aber es reiche nicht.

Viele Wählerinnen und Wähler in Makerfield sind wütend. So wie Darren, der seinen Nachnamen nicht nennen will. Er hat zwei Kinder, die Lebenshaltungskosten machen ihm zu schaffen. Alles wird teurer. Das wichtigste Thema für ihn: Migration.

Da kommen zu viele Illegale rüber zu uns, sagt Darren. Die lebten auf Kosten der Steuerzahler: untergebracht in Hotels. Lebensmittel: Die bekämen alles umsonst. Bislang hat er immer Labour gewählt, diesmal will er das Kreuz bei Reform UK machen, das ist die rechtspopulistische Partei von Nigel Farage, die eine viel strengere Migrationspolitik verspricht.

Labour macht wahrscheinlich das Rennen

In den Umfragen liegt Labour vorne. Auch deswegen, weil neben Reform UK noch eine andere Partei antritt: Restore Britain. Diese Partei ist weitaus radikaler als Reform UK. Aber wenn sich die Stimmen für die Rechten auf diese beiden Parteien aufteilen, dürfte Labour das Rennen machen. Sollten die Sozialdemokraten also gewinnen, bekommt Andy Burnham, der jetzt noch Bürgermeister von Manchester ist, endlich seinen Sitz im Unterhaus. Nur so kann er Keir Starmer herausfordern, ihn als Parteivorsitzenden und Premier ablösen.

Zum Abschluss des Wahlkampfes warnte Burnham am Mittwoch vor einer Spaltung des Landes. Es gebe einen Weg, der Großbritannien immer mehr wie die USA aussehen lasse. Da wolle er nicht hin. Dort, wo die Menschen nicht mehr miteinander sprächen. „Das ist nicht das Großbritannien, was ich kenne und liebe. Es gibt noch einen anderen Weg: dieses Land wieder ans Laufen zu kriegen“, sagte Burnham.



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