Ukraine greift Krim-Brücken an – Kraftstoff wird knapp
Die Ukraine greift mit Mid-Range-Drohnen russische Logistik hinter der Front an und erzielt dabei Erfolge. Die von Russland besetzte Krim leidet immer mehr unter Versorgungsengpässen.
11.06.2026 | 2:26 min
Im Laufe der Woche hat die Ukraine alle Straßenbrücken angegriffen, die die Krim-Halbinsel mit dem russisch besetzten ukrainischen Festland verbinden. Sowohl die Brücken bei Tschonhar als auch die Straße bei Armjansk-Perekop wurden mehrfach von Drohnen und Raketen getroffen.
Derweil hat sich die Kraftstoffknappheit auf der Krim verschärft. Auf dem größten Teil der Halbinsel konnten nur staatliche Dienste und Rettungskräfte Kraftstoff kaufen.
Ersatzbrücken werden zu Fallen
Zwar ist bislang keine der Brücken eingestürzt, doch muss Russland auf auf dem Wasser schwimmende Pontonbrücken zurückgreifen, um die beschädigten Bauwerke zu ersetzen, was die Logistik erheblich einschränkt.
Am 12. Juni wurde ein großer russischer Lkw-Konvoi getroffen, während er darauf wartete, eine Pontonbrücke bei Armjansk zu überqueren – den verfügbaren Bildern zufolge wurden mindestens 50 Lkw bei dem Brand zerstört.
Berichten der Krim-Partisanenbewegung Atesh zufolge plant Russland, das Hauptquartier der Schwarzmeerflotte aus Sewastopol auf der Krim zu verlegen. Die logistischen Schwierigkeiten und ukrainische Angriffe beeinträchtigen dessen Funktionsfähigkeit zunehmend. Das neue Hauptquartier soll von Noworossijsk aus operieren.
In der Ukraine sind bei russischen Luftangriffen mindestens elf Menschen getötet worden. In Kiew geriet ein Teil des Unesco-geschützten Höhlenklosters in Brand und wurde massiv beschädigt.
15.06.2026 | 0:18 min
Putin antwortet mit Angriff auf Kulturgüter der Ukraine
In seiner Rede zum Tag Russlands am 12. Juni forderte der russische Präsident Wladimir Putin eine Intensivierung der Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur als Vergeltung für die jüngsten Langstrecken-Drohnenangriffe. Daraufhin führte Russland in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni einen groß angelegten Luftangriff gegen die Ukraine durch, der vor allem Kiew, Charkiw und Dnipro traf.
Nach den vorliegenden Informationen richteten sich die Angriffe systematisch gegen das kulturelle Erbe der Ukraine. Das Kiewer Höhlenkloster und seine Kathedrale (ein Unesco-Weltkulturerbe) in Kiew wurden schwer getroffen, ebenso wie das Museum „Mystetskyi Arsenal“ und das berühmte Dowschenko-Filmstudio.
In Charkiw wurde das Kunstmuseum schwer beschädigt, während in Dnipro ein großes Musikinstrumentenmuseum getroffen wurde.
Die ukrainische Drohnentaktik sei erfolgreich, berichtet ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh aus Odessa. Die Angriffe träfen russische Soldaten, Kommandoposten und Nachschubwege.
10.06.2026 | 8:29 min
Russland rückt bei Kostjantyniwka weiter vor
Im Laufe der Woche fanden die intensivsten Landkämpfe in und um Kostjantyniwka statt. Russische Truppen sind sowohl am nordöstlichen als auch am südwestlichen Stadtrand vorgerückt, während die Ukrainer das Stadtzentrum weiterhin halten.
… ist Senior Advisor beim European Policy Centre. Er forscht und publiziert seit über 20 Jahren zu den Themenkomplexen Sicherheit und Verteidigung, Rüstung und Technologie, Stabilisierung und Krisenmanagement. Für ZDFheute analysiert er regelmäßig die militärischen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt.
… ist Associate Fellow im Programm Sicherheit und Verteidigung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin. Er forscht und publiziert zu Streitkräften in Osteuropa und Russland und hybrider Kriegsführung.
Ukraine reformiert Wehrdienst
Die Ukraine kündigte eine umfassende Reform des Wehrdienstes an, um dem Personalmangel entgegenzuwirken. Es sollen erhebliche Erhöhungen der Gehälter und Zulagen geben sowie ein befristeter Wehrdienst eingeführt werden.
Es bleibt abzuwarten, wie Kiew den Übergang zum neuen System bewältigen wird, einschließlich der Spannungen zwischen Personen, die unter unterschiedlichen Bedingungen dienen.
Angriffe auf die Ölwirtschaft und wachsende Unzufriedenheit in Putins Imperium: Militärökonom Marcus M. Keupp zieht bei ZDFheute live Parallelen zur Lage der Sowjetunion Mitte der 80er-Jahre.
10.06.2026 | 30:39 min
Kraftstoffe werden massiv rationiert
Aufgrund anhaltender ukrainischer Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur, insbesondere auf Raffinerien, begannen einige Tankstellen in Moskau, St. Petersburg und sogar in Tatarstan, die an Privatpersonen verkaufte Kraftstoffmenge zu begrenzen. Letzteres ist eine der ölreichsten Regionen Russlands.
Nach offiziellen Angaben sollen diese Beschränkungen mindestens einen Monat lang bestehen bleiben. Das wahrscheinliche politische Motiv dahinter ist, sicherzustellen, dass der Agrarsektor über genügend Kraftstoff für die Sommerarbeiten verfügt.
Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:
Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine
Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
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Über den russischen Angriffskrieg berichtet das ZDF fortlaufend, zuletzt im heute journal am 15.06.2026 ab 21:45 Uhr.
