Mehrheit in Kinderreport-Umfrage für einheitliche Bildungsstandards


Hochgestellte Stühle in einem Klassenzimmer

Stand: 26.05.2026 • 13:19 Uhr

Mehr Chancengleichheit bei der Bildung – das wünscht sich eine Mehrheit in Deutschland. In einer Umfrage des Kinderhilfswerks. fordern die Befragten einheitliche Standards – und kostenlose Kitas und Unterrichtsmaterialien.

Bildung ist in Deutschland Ländersache. Das sorgt oft für einen „Flickenteppich“. Bei vielen Menschen in Deutschland stößt das auf Missfallen. In einer Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks wünschen sich neun von zehn Erwachsenen mehr Personal in Schulen und Kitas sowie bundesweit einheitliche Lernstandards. Dies geht aus dem diesjährigen Kinderreport hervor.

Online befragt wurden zwischen dem 7. und 16. Januar dafür jeweils rund 1.000 Erwachsene ab 18 Jahren sowie Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 Jahren.

Hintergrund der Frage nach Veränderungen sind die schlechten Noten für das deutsche Bildungssystem, wenn es um Chancengleichheit unabhängig von Bildung und Einkommen der Eltern geht.

Mehr Personal und einheitliche Standards

Bei den Erwachsenen nannten 93 Prozent in der Forsa-Umfrage zusätzliches Personal an Schulen und Kitas als wichtig oder sehr wichtig. Es folgten einheitliche Bildungsstandards mit 91 Prozent, die Kostenfreiheit von Bildung von der Kita bis zur Schule mit 90 Prozent und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen wie Kita, Schule und der Jugendarbeit mit 88 Prozent.

84 Prozent halten eine stärke finanzielle Förderung für Schulen mit hohem Anteil sozial benachteiligter Kinder für wichtig oder sehr wichtig.

Kinder gewichten etwas anders

Bei den Kindern und Jugendlichen, für die die Fragen altersgerecht angepasst wurden, war die Gewichtung etwas anders. Als wichtig oder sehr wichtig nannten 88 Prozent kostenlose Kitas, Schulen und Unterrichtsmaterialien. 87 Prozent finden es wichtig oder sehr wichtig, dass in Deutschland für alle Schulen ähnliche Regeln gelten, damit alle Kinder die gleichen Chancen bekommen.

78 Prozent der jungen Befragten sagten, geflüchtete Kinder sollten in Deutschland schnell in die Schule gehen können. 72 Prozent fanden es wichtig oder sehr wichtig, dass Schulen, Kitas und Angebote wie Jugendtreffs stärker zusammenarbeiten. Die Umfrage ist den Angaben nach repräsentativ.

Kinderhilfswerk fordert Investitionsprogramm

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert für mehr Gerechtigkeit im Bildungsbereich unter anderem ein bundesweites Ausbauprogramm für Kitas. Für den Schulbereich sei ein dauerhaftes Investitionsprogramm von Bund und Ländern nötig. Zudem brauche es flächendeckende Hilfesysteme wie sozialpädagogische und schulpsychologische Dienste.

Geflüchtete Kinder sollten überall sofort Zugang zum regulären Schulsystem erhalten, so das Kinderhilfswerk. Für sie müsse es von den Schulen organisierte Sprachförder- und Gesundheitsprogramme sowie mehr psychosoziale Angebote geben.



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