Iran-Liveblog: ++ US-Flugzeugträger soll Nahen Osten verlassen ++


Flugzeugträger USS "Gerald R. Ford" (Archivfoto: 24.09.2025)


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Stand: 30.04.2026 • 10:10 Uhr

Der größte Flugzeugträger der US-Marine soll laut Regierungsvertretern in den kommenden Tagen den Nahen Osten verlassen. Israel hat offenbar Hilfsschiffe für Gaza nahe Griechenland abgefangen.

Trotz des Iran-Kriegs ist die deutsche Wirtschaft Anfang des Jahres etwas stärker gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Januar bis März um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur ein leichtes Wachstum von 0,2 Prozent erwartet. Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben waren höher als Ende 2025. „Auch die Exporte nahmen den vorläufigen Erkenntnissen nach zu“, erklärte das Amt. Im Schlussquartal 2025 war die Wirtschaft um 0,2 Prozent gewachsen und damit etwas schwächer als bisher mit 0,3 Prozent gemeldet.

Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran sowie dessen Gegenschläge bremsen seit Ende Februar die Wirtschaft weltweit und hier vor allem die Energieversorgung. Wegen des Nahost-Konflikts haben Wirtschaftsforscher und Analysten ihre Konjunktur-Prognosen für Deutschland 2026 massiv gesenkt. Hatten sie ursprünglich mit einem Wachstum von mehr als einem Prozent gerechnet, so erwarten viele nur noch einen geringen BIP-Anstieg knapp über der Stagnation. Sollte der Iran-Krieg länger dauern, dürfte das die Wirtschaft weiter bremsen.

Italien hat empört auf die Festsetzung der Flotilla durch die israelische Marine reagiert. Berichten italienischer Medien zufolge wurde die Schiffsflotte mit rund 400 Aktivisten an Bord am späten Abend rund 70 Meilen vor Kreta an der Weiterfahrt gehindert. Die israelische Marine soll rund 50 Schiffe beschlagnahmt haben. Teilnehmer der Flotte berichteten, mit Waffen bedroht und zum Niederknien gezwungen worden zu sein. Italiens Außenminister Tajani aktivierte umgehend die Kriseneinheit und nahm Kontakt mit den Botschaften in Athen und Tel Aviv auf. Er forderte sofortige Erklärungen zum Umfang der Operation, um den Schutz und die Sicherheit der rund 50 italienischen Staatsbürger an Bord zu gewährleisten.

Auch italienische Oppositionspolitiker schalteten sich ein und sprachen von einem „Akt der Piraterie“ und einer Verletzung des Völkerreichts vor der Haustür Europas. Organisatoren der Hilfsflotte und italienische Gewerkschaften haben für den Abend Proteste im ganzen Land angekündigt. Die Seemission ist bereits die 37. Versuch der internationalen Flotilla-Bewegung, die Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen.

Das Ölkartell Opec+ wird nach Angaben des russischen Vize-Ministerpräsidenten Alexander Nowak auch nach Austritts der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zusammenarbeiten. Er erwarte keinen Preiskrieg, da es ein weltweites Öldefizit gebe, zitierten russische Nachrichtenagenturen den Politiker. Russland selbst habe keine Pläne, das Abkommen zu verlassen.

Mangels substanzieller Verhandlungen hat der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Mittwoch eine Reihe von Telefonaten mit den Außenministern von Indien, Kenia und Polen geführt. Zudem kontaktierte er Regierungsangaben zufolge die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Mirjana Spoljaric, und den Sprecher des libanesischen Parlaments, Nabih Berri. Offizielle Berichte über diese Gespräche enthielten nur wenige Details. Laut der iranischen Regierung informierte Araghtschi bei seinem Gespräch mit dem indischen Außenminister Subrahmanyam Jaishankar seinen Amtskollegen „über die Lage in der Region und die Folgen der fortgesetzten illegalen Aktionen der Vereinigten Staaten“. Diese bedrohten „die Freiheit der internationalen Schifffahrt“.

Vor einigen Tagen hatte Araghtschi bereits eine kurze diplomatische Tour unternommen: Am Sonntag besuchte er den Oman und Pakistan, und am Montag reiste er nach Moskau, um sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen.

Lebensmittelpreise, Freibäder, Reisebüro: Welche Folgen der Iran-Krieg auf den Alltag der Menschen in Deutschland hat, berichtet ARD-Korrespondentin Laura Cloppenburg:

Der größte Flugzeugträger der US-Marine, die „USS Gerald R. Ford“, soll US-Regierungsvertretern zufolge bald den Nahen Osten verlassen. Nach mehr als 300 Tagen auf See soll das Schiff in den kommenden Tagen aus dem Nahen Osten abziehen und Mitte Mai zu seinem Heimathafen im US-Bundesstaat Virginia zurückkehren, wie zwei US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AP mitteilten.

Der Schritt würde die militärische Schlagkraft der USA im Krieg mit dem Iran schwächen – zu einem Zeitpunkt, zu dem zwar eine Waffenruhe gilt, eine baldige Verhandlungslösung aber nicht in Sicht ist.

Israel hat nach Angaben der Organisation „Global Sumud Flotilla“ Hilfsschiffe für Gaza in internationalen Gewässern nahe Griechenland abgefangen. Die Schiffe seien Hunderte Meilen von Gaza entfernt aufgebracht worden, teilte die Organisation mit und sprach von „Piraterie“. Die aus zwei Schiffen bestehende Flottille war am 12. April vom spanischen Hafen Barcelona ausgelaufen.

Israels UN-Botschafter Danny Danon bestätigte auf der Plattform X, die Flottille sei gestoppt worden, bevor sie israelisches Gebiet erreicht habe.

Iran hat seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel vor zwei Monaten mindestens 21 Menschen hingerichtet und mehr als 4.000 Menschen wegen Vorwürfen der Gefährdung der nationalen Sicherheit festgenommen. Das teilte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk am Mittwoch mit. Mindestens neun Menschen seien im Zusammenhang mit Protesten im Januar exekutiert worden, zehn wegen angeblicher Mitgliedschaft in Oppositionsgruppen und zwei wegen Spionagevorwürfen.

„Ich bin entsetzt, dass die Rechte des iranischen Volkes zusätzlich zu den ohnehin schweren Auswirkungen des Konflikts weiterhin auf harsche und brutale Weise von den Behörden beschnitten werden“, erklärte Türk. Er forderte die iranischen Behörden auf, alle weiteren Hinrichtungen zu stoppen und willkürlich Inhaftierte freizulassen.

Die USA prüfen nach Aussage von Präsident Donald Trump eine mögliche Truppenreduzierung in Deutschland. Eine Entscheidung solle in Kürze getroffen werden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Die Ankündigung folgt auf Trumps deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, nachdem dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen Iran geäußert hatte.

Angesichts der von den Vereinigten Staaten gegen den Iran verhängten Seeblockade hat der Kommandeur der iranischen Marine den US-Truppen in der Region gedroht. Der Iran habe die Straße von Hormus geschlossen, zitierte der regierungstreue iranische Fernsehsender Press TV den Marine-Chef Scharam Irani. „Sollten sie sich weiter nähern, werden wir unverzüglich operative Maßnahmen ergreifen“, sagte er über die US-Marine, die Schiffe derzeit daran hindert, iranische Häfen anzusteuern oder aus ihnen auszulaufen.

Das iranische Militär werde den Feind bald mit einer Waffe angreifen, „vor der er große Angst hat“, kündigte Irani an. Um welche Art von Waffe es sich dabei handeln soll, sagte er nicht. Derzeit gilt zwischen dem Iran und den USA eine Waffenruhe.

USA haben Dutzende Schiffe gestoppt Bislang haben die Vereinigten Staaten mit ihrer Blockade nach eigenen Angaben 42 Schiffe gestoppt. Dadurch seien dem Iran schätzungsweise mehr als sechs Milliarden US-Dollar an Einnahmen aus dem Ölexport entgangen, sagte der Kommandeur des zuständigen US-Regionalkommandos (Centcom), Admiral Brad Cooper.

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass die Verhandlungen mit dem Iran derzeit telefonisch geführt werden. Man verzichte auf zeitaufwendige persönliche Treffen, auch wenn er diese bevorzuge, sagte Trump am Mittwoch im Weißen Haus. Es sei „lächerlich“ 18 Stunden zu fliegen, um am Ende absehbar unbefriedigende Ergebnisse zu erhalten. Zwar habe es Fortschritte gegeben, ein Durchbruch sei aber noch nicht erreicht, sagte er. Eine Einigung werde es nur geben, wenn Teheran vollständig auf Atomwaffen verzichte.

Auf die Frage, ob dafür aus seiner Sicht zusätzlicher militärischer Druck nötig werden könnte, zeigte sich Trump unentschieden. „Ich weiß es nicht“, sagte er. Das hänge davon ab, wie weit der Iran in den Gesprächen gehe.

Nach Informationen des US-Portals Axios will Trump den Druck aufrechterhalten. Einen iranischen Vorschlag, zunächst die Seeblockade zu lockern und Gespräche über ein Abkommen zum Atomprogramm später zu führen, lehne er ab. Zugleich bereite sich das US-Militär dem Bericht zufolge auf neuerliche Luftangriffe vor, um die Verhandlungen voranzubringen. Trump habe einen solchen Einsatz bislang jedoch nicht angeordnet.



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