Baerbock warnt vor Folgen von Finanzkürzungen bei UN für Afrika


Annalena Baerbock

Stand: 10.06.2026 • 20:36 Uhr

Die UN stehen finanziell massiv unter Druck – das ist in Afrika schon jetzt sichtbar. Die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Baerbock, warnt vor schweren Folgen für den Kontinent.

Die Finanzkürzungen bei den Vereinten Nationen, sie sind nicht nur Zahlen auf dem Papier – sie sind bereits sichtbar in Afrika. Die Präsidentin der UN-Generalversammlung und ehemalige deutsche Außenministerin, Annalena Baerbock, warnt im Exklusivinterview mit dem ARD-Studio Nairobi vor den Folgen:

Gerade auf dem afrikanischen Kontinent, in manchen Ländern und Regionen, wo wir Kriegsgebiete haben, verhungern jetzt de facto mehr Menschen, weil das Welternährungsprogramm einfach die Menschen nicht mehr erreichen und keine Lebensmittel mehr verteilen kann.

Die Vereinten Nationen stehen finanziell erheblich unter Druck. Der Grund: Die USA, der bislang größte Geldgeber der UN, haben ihre Zahlungen teilweise gestoppt. Auch zahlen viele Mitgliedsländer ihre Pflichtbeiträge nicht vollständig oder unpünktlich. Die Folge: UN-Projekte werden eingestellt oder zusammengeschrumpft. Und es schwächt die Rolle der Vereinten Nationen auf dem afrikanischen Kontinent sehr.

Zudem würden große Erfolge der Vereinten Nationen – zum Beispiel bei der Bekämpfung von AIDS – durch die Finanzkürzungen kaputt gemacht. Seitdem die Amerikaner aus der Gesundheitsfinanzierung ausgestiegen seien, schnellten die Ansteckungszahlen in einigen afrikanischen Ländern wieder in die Höhe. Ebola sei ein weiteres Beispiel, sagt Baerbock. „Da haben Experten auf dem afrikanischen Kontinent lange davor gewarnt und man ist nicht aktiv geworden, auch weil die Mittel fehlen.

Prioriäten müssen neu geordnet werden

In Afrika spielen die Vereinten Nationen eine viel größere Rolle als zum Beispiel im Europa. Sie seien Unterstützer in Krisen und Naturkatastrophen, aber auch Treiber von Innovationen, zum Beispiel bei der Digitalisierung, so Baerbock. „Die Kürzungen betreffen dann einige afrikanische Staaten besonders hart. Und daher muss man jetzt repriorisieren.“

Das bedeutet: Prioritäten neu ordnen und neu gewichten. Baerbock fordert, ein Schwerpunkt müsse auf die humanitäre Hilfe gesetzt werden, damit die Ärmsten der Armen nicht komplett im Stich gelassen würden und nicht Hunderttausende Menschen in Afrika in Zukunft verhungern.



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