USA und Iran attackieren sich


Die US-Streitkräfte haben über mehrere Stunden hinweg Ziele in Iran angegriffen. Präsident Donald Trump sprach in einem Interview des US-Senders ABC News von einer „sehr starken, sehr kraftvollen“ Antwort auf den Abschuss eines „unserer hochmodernen Apache-Hubschrauber“.

Unbemanntes Drohnenboot rettet US-Helikopter-Besatzung

Der Hubschrauber war nach US-Angaben in der Nacht zum Dienstag während eines Patrouillenflugs über der Straße von Hormus von einer iranischen Angriffsdrohne abgeschossen worden. Die beiden Besatzungsmitglieder wurden laut dem für die Region zuständigen Regionalkommando CENTCOM erstmals mithilfe eines unbemannten Drohnenboots nahe der Küste des Omans gerettet. Sie seien in einem stabilen Zustand.

Zwei US-Kampfhubschrauber vom Typ Apache AH-64 patrouillieren über der Straße von Hormus (17.04.2026)
Solch ein Apache-Kampfhubschrauber wurde nach US-Angaben von Iran abgeschossen (Archivbild vom April 2026) Bild: US Central Command/AFP

CENTCOM bezeichnete die neuen US-Angriffe in der Nacht zum Mittwoch als „angemessene Reaktion auf die ungerechtfertigte iranische Aggression“. Das US-Kommando sprach zudem von „Selbstverteidigung“.

US-Kampfflugzeuge setzten dem Militär zufolge bei den jüngsten Attacken Präzisionsmunition ein. Ziele seien „iranische Luftabwehrsysteme, Bodenkontrollstationen sowie Überwachungsradaranlagen nahe der Straße von Hormus“ gewesen. Nach US-Angaben gab es drei Angriffswellen. Stunden später verkündete CENTCOM dann das Ende der Militäroperation.

Explosionen in der Stadt Sirik und auf Qeschm

Irans Staatsmedien meldeten Explosionen in der Stadt Sirik an der Straße von Hormus und auf der Insel Qeschm. Auch aus der Umgebung der Großstadt Bandar Abbas gab es Berichte über Einschläge. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden in einem Bezirk von Sirik zwei Wassertanks getroffen. Die dortige Trinkwasserversorgung sei unterbrochen.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi kündigte unmittelbar danach Gegenschläge an. Im Onlinedienst X schrieb er im Hinblick auf die USA weiter: „Verlassen Sie unsere Region, wenn Sie in Sicherheit sein wollen. Die Geschichte des Persischen Golfs kennt viele Kapitel über das tragische Schicksal von Eindringlingen.“

Iran 2026 | Mehrere iranische Raketen in der Luft (10.06.2026)
Iranische Raketen auf dem Weg zu US-Einrichtungen in der Golfregion Bild: WANA/REUTERS

Kurz darauf griffen die Revolutionsgarden – die Elitestreitmacht der Islamischen Republik – Ziele in der Golfmonarchie Bahrain mit Drohnen an. Dort befindet sich das Hauptquartier der US-Marine für den Nahen Osten. Zudem sei ein US-Stützpunkt in Jordanien angegriffen worden, hieß es.

Der arabische Sender Al Jazeera meldete am frühen Morgen unter Berufung auf das jordanische Militär, fünf iranische Raketen seien abgefangen worden. Zudem berichtete Kuwait über „feindliche Luftangriffe“. Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilte die Armee des Golfemirats mit.

Die Führung in Teheran nimmt die Golfstaaten in die Pflicht

Irans Außenministerium bekräftigte, man sehe die benachbarten Golfstaaten in der „rechtlichen und moralischen Verantwortung“, Angriffe der USA und Israels auf die Islamische Republik zu verhindern. Die Nachbarländer in der Region müssten dafür sorgen, dass die US-Armee und Israel „ihr Territorium oder ihre Einrichtungen“ nicht nutzten, um „feindselige Handlungen gegen Iran zu planen, zu organisieren, auszuführen oder zu unterstützen“.

Die aktuelle Entwicklung zeigt eine weitere Zunahme der Spannungen zwischen den USA und Iran. Offiziell gilt seit dem 8. April eine Waffenruhe. In den vergangenen Tagen wurde sie zunehmend brüchiger.

USA Washington D.C. 2026 | Donald Trump spricht im Weißen Haus (22.05.2026)
US-Präsident Trump sah kürzlich – wieder mal – eine Einigung mit Iran in greifbarer Nähe Bild: Kyle Mazza/NurPhoto/picture alliance

Ungeachtet dessen hatte Präsident Trump noch am Montag davon gesprochen, dass man sich auf der Zielgraden für ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs befinde. Er signalisierte einen Abschluss der Verhandlungen in den nächsten „zwei oder drei Tagen“.

se/AR (afp, ap, dpa, rtr)



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