Eskalation am Persischen Golf: DAX vor wackeligem Start


Schriftzug des DAX auf einer Kurstafel in Frankfurt


Marktbericht

Stand: 10.06.2026 • 07:41 Uhr

Ein Eigenleben kann man dem DAX derzeit nicht bescheinigen – die Tendenz hängt weiter vom Iran-Krieg und der KI-Fantasie ab. Zum Handelsstart dürfte es leicht bergab gehen.

Der deutsche Aktienmarkt bleibt ein Spielball der Entwicklungen am Persischen Golf – und an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq. Ein zwischenzeitlicher Einbruch der KI-Aktien hatte den DAX gestern im späten Geschäft abrutschen lassen. Im Vorfeld der anstehenden Mega-Börsengänge würden verstärkt die Bewertungen von KI hinterfragt, schrieben die Analysten der Commerzbank.

Der DAX schloss daraufhin 0,7 Prozent tiefer. Letztendlich konnte die Nasdaq ihr Minus aber auf ein Prozent eingrenzen. Daher deuten die Indikationen für den DAX heute morgen nur auf leichte Verluste zum Handelsstart hin. Der deutsche Leitindex könnte demnach 0,1 Prozent tiefer eröffnen.

Dabei lastet auch die neue Eskalation im Iran-Krieg auf den Märkten. Nachdem Iran einen Hubschrauber über der Straße von Hormus abgeschossen haben soll, hat das US-Militär nach eigenen Angaben Vergeltungsangriffe gegen das Land geflogen. Iran wiederum reagierte mit Angriffen auf US-Stützpunkte in der Region.

Die asiatischen Börsen reagierten mit Kursverlusten. Der japanische Nikkei-Index gab 2,4 Prozent nach. In Südkorea rutschte der technologielastige Kospi um sechs Prozent ab.

Am Ölmarkt fiel die Reaktion aber relativ gelassen aus – Brent-Öl kostet am Morgen weiterhin knapp 92 Dollar pro Barrel.

Wichtigstes Konjunkturdatum sind heute die US-Inflationsdaten. Im Mai könnten die Verbraucherpreise wegen des Preisdrucks durch den Iran-Krieg um 4,2 Prozent gestiegen sein. Das wäre der stärkste Anstieg seit April 2023 und könnte die jüngst wieder aufgekommenen Zinssorgen verstärken.



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