„Artemis 3“-Mission: Crew steht – kein Deutscher an Bord


Luca Parmitano, Besatzungsmitglied der Artemis-III-Mission, begrüßt die Anwesenden während einer Pressekonferenz im Johnson Space Center in Houston, Texas

Der Italiener Luca Parmitano ist als erster Europäer bei einer Artemis-Mission der Nasa dabei. In der engeren Auswahl waren auch die deutschen Astronauten Matthias Maurer und Alexander Gerst.

09.06.2026 | 0:37 min


Erstmals wird Europa mit einem eigenen Astronauten beim Nasa-Mondprogramm dabei sein – aber überraschenderweise ohne einen Deutschen: Nicht Alexander Gerst oder Matthias Maurer werden der erste Esa-Astronaut auf einer „Artemis“-Mission sein, sondern der Italiener Luca Parmitano. Der 49-Jährige sei einer der vier Raumfahrer bei „Artemis 3“, sagte Jared Isaacman, Chef der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

„Artemis 3“ soll 2027 starten – allerdings nicht zum Mond, sondern nur zu Tests in eine Erdumlaufbahn. Mit zur Crew sollen auch die US-Amerikaner Andre Douglas, Frank Rubio und Randy Bresnik gehören, für den Notfall steht Bob Hines als Ersatz bereit.

heute journal - der Podcast mit Helene Reiner und Christian Sievers

Mit „Artemis 2“ flogen im April seit über 50 Jahren wieder Menschen zum Mond. Vier Astronauten sollten den Mond umrunden – so weit im All wie noch kein Mensch zuvor.

02.04.2026 | 39:19 min


Anders als ursprünglich geplant ist bei „Artemis 3“ keine Mondlandung vorgesehen. Stattdessen soll das Koppeln des Raumschiffs „Orion“ mit Mondlandesystemen getestet werden. Mit dem „Artemis“-Programm strebt die US-Raumfahrtagentur Nasa eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond an.

Parmitano dankt bei Artemis-Nominierung seiner Familie

Sichtlich bewegt zeigte sich Parmitano. „Ich fühle mich von der Rolle, die mir gegeben wurde, geehrt“, sagte Parmitano in Houston. „Vor allem bin ich dankbar.“ Viel müsse für einen Flug ins Weltall zusammenkommen, sagte der 49-Jährige und würdigte die Rolle seines Heimatlands Italien auf seinem Weg, die europäische Raumfahrtbehörde Esa und die US-Raumfahrtbehörde Nasa. An seine Frau, seine Töchter und weitere Teile seiner Familie gewandt, sagte Parmitano:

Ihr seid die Energie, die meine Seele nährt, und eure Liebe ist der Funke, der jede Leidenschaft entfacht. Danke, Grazie!

Esa-Astronaut Luca Parmitano

Dabei brach dem Italiener kurz die Stimme weg. Parmitano wurde 2009 als Esa-Astronaut ausgewählt, war zweimal auf der Raumstation ISS und dort mehrfach an Andockmanövern beteiligt.

ZDF-Reporterin Inken Klinge im ZDFheute live Studio.

ZDF-Reporterin Inken Klinge spricht bei ZDFheute live über die erfolgreiche Mondmission „Artemis 2“ und die zentrale Beteiligung Europas und Deutschlands.

11.04.2026 | 8:46 min


Ursprünglich war der Platz einem Deutschen zugesagt gewesen

Esa-Chef Josef Aschbacher hatte Ende 2025 gesagt: „Ich habe entschieden, dass die ersten Europäer, die auf einer Mondmission fliegen werden, Esa-Astronauten deutscher, französischer und italienischer Nationalität sein werden.“ Zuerst sei Deutschland an der Reihe. Gerst und Maurer hatten mehrfach betont, diese Chance sehr gern wahrnehmen zu wollen. Warum es nun anders gekommen ist, ist unklar.

Die deutschen Astronauten Matthias Maurer und Alexander Gerst nebeneinander laufenden in ihren Esa-Unfiromen.

Eine neue Ära im Weltraum habe begonnen, sagte Esa-Astronaut Maurer bei ZDFheute live. Der Mond solle zur Forschungsplattform werden. Sein Kollege Gerst nannte Artemis 2 eine „Bilderbuchmission“.

11.04.2026 | 16:48 min


Europas früherer Raumfahrtchef Jan Wörner gratulierte Parmitano. „Luca ist ein absoluter Profi und zudem ein sehr sympathischer Typ“, sagte er der dpa. In Wörners Amtszeit als Esa-Generaldirektor (2015-2021) flog Parmitano 2019 zum zweiten Mal ins All. „Prima, dass ein Europäer am Artemis-Programm teilnehmen kann“, sagte Wörner. „Meine Erwartung und Hoffnung ist, dass auch bei der Landung auf dem Mond ein Europäer dabei ist.“

Nasa-Chef Isaacman änderte „Artemis“-Fahrplan

Nasa-Chef Jared Isaacman hatte Ende Februar für das „Artemis“-Programm überraschend eine Strategieänderung angekündigt: „Artemis 3“ starte schon 2027, lande aber anders als vorgesehen nicht auf dem Mond. Stattdessen soll das Raumschiff „Orion“ nur in einer Erdumlaufbahn fliegen, die Crew soll die Kopplung mit einer oder zwei Mondlandefähren erproben. 2028 könnte es dann gleich zwei Mondlandungs-Missionen geben: „Artemis 4“ und „Artemis 5“. In der Vergangenheit gab es allerdings immer wieder Verzögerungen.

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Quelle: dpa



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