Donald Trump ist offenbar noch nicht überzeugt



US-Präsident Donald Trump darf den Regeln nach nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren, auch wenn er immer wieder andeutet, dass er das gerne ändern würde. Mit einer für US-Vizepräsidenten auffällig hohen Medienpräsenz und einer guten Vernetzung unter Republikanern beliebt ist, gilt der 41-jährige JD Vance als möglicher Nachfolger.

Doch Vance, öffentlich stets loyal zu Trump, hat offenbar bislang nicht dessen Segen. Das geht aus einem Bericht der „New York Times“ hervor. Die Zeitung hat mit mehr als einem Dutzend Menschen gesprochen, „die direkt mit der Dynamik zwischen den beiden Männern vertraut sind“.

Mehrfach habe Trump demnach in jüngeren Gesprächen mit Unterstützern die Frage gestellt, ob Vance das Zeug zum Präsidenten habe. Trump, der seine eigene Frage selbst beantworte, sei sich da nicht so sicher.

Gerne bringe er an dieser Stelle den Hinweis unter, dass Vance ohne seine Hilfe bisher keinen engen Wahlkampf gewonnen habe. Zudem habe Trump erwähnt, wie oft Vance als Vizepräsident Urlaub machen würde. Auch dessen initiale Opposition gegen den Iran-Krieg würde immer wieder Erwähnung finden.

Trump stichelt gegen seinen Vize

Zwar sieht die „New York Times“ keine Anzeichen, dass Trump seinen Vize fallenlässt. Doch sie berichtet über weitere Sticheleien gegen Vance. So soll ihn der Präsident etwa bei einem Frühstück für republikanische Senatoren im November gefragt haben, warum er sich eigentlich nicht so unterwürfig verhalte wie die Beamten im Dienst des chinesischen Staatschefs. Es klingt nach einem der typischen Trump-Witze, der gleichzeitig eine Machtdemonstration ist.

Das Weiße Haus dementierte den „New York Times“-Bericht unter Verweis auf das starke Vertrauensverhältnis zwischen Vance und Trump. Dessen Sohn Donald Trump Jr. ließ die Berichterstattung ebenfalls zurückweisen. Auch er gilt neuerdings als möglicher Nachfolger seines Vaters. Schon im Wahlkampf 2024 wurde berichtet, dass Trump Jr. maßgeblich an der Auswahl Vances als Vizepräsident beteiligt war – Vance selbst bestätigte das in einem Interview: „Ohne Dons Hilfe säße ich hier nicht als Kandidat für das Vizepräsidentenamt“.

Sowohl Trump als auch Vance stehen in aktuellen Umfragen unter republikanischen Stammwählern trotz der wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs gut da. Landesweit jedoch ist die Zustimmung zu beiden rechtspopulistischen Politikern gering und weit von einer Mehrheit entfernt.

Parteiintern wird Außenminister Marco Rubio als Vance‘ möglicher Konkurrent gesehen. Vertrauten gegenüber soll Trump gesagt haben, wie beeindruckt er von Rubio sei, schreibt die „New York Times“. (TMA)



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