Gespräche zwischen USA und Iran stocken: Wenig Hoffnung auf Entspannung


Abbas Araghtschi

Stand: 27.04.2026 • 07:18 Uhr

Wie geht es im Iran-Krieg weiter? Darüber wird Irans Außenminister Araghtschi heute in Russland mit Putin sprechen. Am Wochenende waren direkte Gespräche mit den USA nicht zustande gekommen. Einem Bericht zufolge gibt es einen neuen Vorschlag aus Teheran.

Viele hatten am Wochenende auf Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran gehofft. Doch die Gespräche über den Iran-Krieg sind ins Stocken geraten. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi war seit Freitag zweimal in Pakistan. US-Präsident Donald Trump sagte jedoch die geplante Reise seiner Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner dorthin kurzfristig ab. Er begründete dies auch mit einem inakzeptablen Vorschlag Irans.

Araghtschi wollte den Vermittlern gestern bei einem Kurzbesuch erneut die iranischen Bedingungen für eine Beendigung des Krieges übermitteln, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete.

Das Nachrichtenportal Axios berichtet unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter und zwei weitere Insider, dass Iran den Vermittlern in Pakistan einen neuen Vorschlag unterbreitet habe. Dabei gehe es um eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus und ein Ende der Blockade der iranischen Häfen durch die USA. Verhandlungen über das iranische Atomprogramm würden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Absehbar keine neuen Verhandlungen

Weder aus den USA noch vom Iran gab es konkrete Informationen dazu, welche weiteren Schritte nun geplant sind. Die strategisch wichtige Straße von Hormus ist weiter blockiert. Beobachtern zufolge hofft jede Seite, die andere in einer Pattsituation zu überdauern – mit drastischen Folgen für den Rest der Welt.

Die Meerenge von Hormus ist unter anderem für die Verschiffung von Öl und Gas aus den Staaten des Persischen Golfs von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft. „Der Iran weiß, dass er militärisch nicht gewinnen kann. Länger durchhalten ist das neue Siegen“, sagte etwa Expertin Claudia Major vom German Marshall Fund bei Caren Miosga. „Wir haben wirklich das, was man die Impotenz von Macht nennt“, sagte Major. Die US-Amerikaner seien militärisch enorm mächtig, schafften es aber trotzdem nicht, ihre Kriegsziele zu erreichen.

SPD-Politiker Hubertus Heil kritisierte bei Caren Miosga den Angriff der USA und Israels auf Iran scharf und forderte einen sofortigen dauerhaften Waffenstillstand. „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, sagte das Mitglied des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. „Ich weiß eigentlich gar nicht, wer diesen Krieg noch richtig findet.“ Heil verwies auf die globalen Folgen des Konflikts, die weit über steigende Kraftstoffpreise hinausgingen.

Araghtschi bei Treffen mit Putin

Irans Außenminister Araghtschi reiste nach Beendigung seiner Gespräche in Islamabad weiter nach Sankt Petersburg. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass sich Präsident Wladimir Putin mit dem iranischen Außenamtschef treffen wolle.

Moskau und Teheran sind strategische Verbündete, allerdings ist Russland nicht bereit, den Partner im aktuellen Konflikt mit den USA militärisch zu unterstützen. In erster Linie erhält Teheran diplomatische Rückendeckung aus dem Kreml.

Die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete, bei Araghtschis Gesprächen mit russischen Regierungsvertretern gehe es um „den Stand der Verhandlungen, die Waffenruhe und damit zusammenhängende Entwicklungen“.

Rückkehr zur Normalität in Islamabad

Nach Angaben des pakistanischen Außenministers Ishaq Dar wurden in Islamabad die Verkehrsbeschränkungen rund um das Hotel Serena, dem für die Verhandlungen vorgesehenen Ort, und in der sogenannten roten Zone, dem Regierungsviertel, aufgehoben. Für örtliche Medien war dies zugleich ein Zeichen dafür, dass die Chancen für eine weitere Gesprächsrunde in dieser Woche als gering eingeschätzt werden.



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