Selenskyj bittet USA um Hilfe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die USA um mehr Munition für das US-Luftabwehrsystem Patriot zur Verteidigung gegen russische Raketenangriffe ersucht. In einem von der Nachrichtenagentur AFP eingesehenen Schreiben an US-Präsident Donald Trump bat Selenskyj die US-Regierung, „uns dabei zu helfen, dieses lebenswichtige Instrument zum Schutz vor dem russischen Terror“ zu sichern.
Über das Pfingstwochenende hatte die russische Armee die Ukraine und insbesondere die Hauptstadt Kyjiw massiv mit Drohnen und Raketen angegriffen. Dabei setzte sie auch die Hyperschallrakete Oreschnik ein, die nach Angaben aus Moskau mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann.
Neue Angriffe zwischen Iran und USA trotz Waffenruhe
Als Reaktion auf nächtliche US-Angriffe hat der Iran nach Angaben des staatlichen Fernsehens einen US-Militärstützpunkt attackiert. Ziel sei jener Stützpunkt gewesen, von dem aus zuvor Angriffe auf iranisches Gebiet gestartet worden seien, berichtete der Sender unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Wo sich der angegriffene Stützpunkt befindet, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Allerdings meldete das mit den USA verbündete Golfemirat Kuwait Drohnen- und Raketenangriffe auf sein Staatsgebiet.
Zuvor hatten die USA ihre Angriffe auf den Iran fortgesetzt. Nach Angaben eines Regierungsvertreters wurden dabei unter anderem vier iranische Drohnen abgeschossen. Trotz der aktuellen Eskalation gilt im Iran-Konflikt weiterhin eine Waffenruhe. Derzeit laufen Verhandlungen über ein dauerhaftes Ende der Kämpfe.
Norwegen sucht nuklearen Schutz bei Frankreich
Norwegen will unter Frankreichs atomaren Schutzschirm treten. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre reiste dazu nach Paris, um mit Präsident Emmanuel Macron ein Verteidigungsabkommen zu unterzeichnen. Hintergrund sind wachsende Zweifel an der Verlässlichkeit des US-Schutzes innerhalb der NATO seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump. Nach Polen und Litauen ist Norwegen das nächste europäische Land, das französischen Schutz sucht. Støre begründete den Schritt mit der angespannten Sicherheitslage in Europa, insbesondere Russlands konventioneller und nuklearer Aufrüstung sowie dem Krieg gegen die Ukraine.
Atomwaffen sollen in Friedenszeiten jedoch nicht in Norwegen stationiert werden. Russland und die USA verfügen mit jeweils mehr als 5000 Sprengköpfen über die größten Atomarsenale. China besitzt laut der US-amerikanischen Wissenschaftler-Vereinigung FAS rund 500, Frankreich etwa 290 und Großbritannien mehr als 225 Sprengköpfe.
Philippinischer Ex-Präsident Duterte ab November vor dem Internationalen Strafgerichtshof
Der frühere philippinische Präsident Rodrigo Duterte soll sich ab dem 30. November vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Die Vorsitzende Richterin Joanna Korner signalisierte Zustimmung zum Antrag der Anklage, verlangte jedoch zuvor eine erneute Prüfung der Verhandlungsfähigkeit des 81-Jährigen. Duterte war nach seiner Festnahme 2025 bislang nur per Video zugeschaltet und wirkte dabei verwirrt und erschöpft.
Die Anklage wirft ihm vor, im sogenannten Krieg gegen den Drogenhandel in mindestens 76 Morde verwickelt gewesen zu sein. Duterte weist die Vorwürfe zurück. Er wäre der erste ehemalige asiatische Staatschef, dem vor dem Strafgerichtshof der Prozess gemacht wird.
Uganda schließt wegen Sorge vor Ebola Grenze zum Kongo
Uganda hat wegen des Ebola-Ausbruchs seine Grenze zum Nachbarland Demokratische Republik Kongo geschlossen. Die Maßnahme gelte für vier Wochen, teilte die Regierung am Mittwoch mit. In Uganda wurden bislang sieben Ebola-Fälle und ein Todesfall gemeldet. Bereits in der vergangenen Woche hatte die ugandische Regierung erste Maßnahmen ergriffen und unter anderem den grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehr mit dem Kongo eingestellt.
Im Kongo gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits mehr als 900 Verdachtsfälle und über 220 Tote. Die WHO hat wegen der Ausbreitung des seltenen Bundibugyo-Stammes des Virus eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen.
U-Haft für weiteren Beschuldigten nach Attentat am Holocaust-Mahnmal
Nach der Messerattacke am Berliner Holocaust-Mahnmal im Februar 2025 ist ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft ließ den syrischen Staatsangehörigen Khalaf A. in Untersuchungshaft nehmen. Er soll den bereits verurteilten Täter Wassim Al M. zur Tat angestiftet haben.
Der damals 19-jährige Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hatte laut Berliner Kammergericht einen spanischen Touristen mit einem Messer lebensgefährlich am Hals verletzt. Das Opfer überlebte knapp. Al M. wurde im März wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und versuchter Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt.
Hitze-Warnstufe Rot in vier Städten Italiens
In Italien ist es seit einigen Tagen sehr heiß. Deshalb hat das Gesundheitsministerium für diesen Donnerstag für die Städte Rom, Florenz, Bologna und Turin die höchste Hitze-Warnstufe ausgerufen. Das bedeutet, dass auch gesunden Menschen negative körperliche Auswirkungen drohen. Am Freitag sollen die Temperaturen jedoch heruntergehen. In keiner italienischen Stadt gilt zum Wochenende mehr die höchste Hitze-Warnstufe.
Zur Mittagszeit ist von nun an auch vorgeschrieben, auf Baustellen und bei Arbeiten im Landwirtschaftssektor Pausen in schattigen oder gekühlten Bereichen vorzusehen sowie bei Bedarf Belüftung oder Kühlung einzusetzen. Auch in Italien gab es in den vergangenen Sommern Todesfälle bei Beschäftigten auf Baustellen, die während der sehr heißen Mittagsstunden arbeiteten.
pgr/jj/pg (dpa, afp, rtr, epd, ap)
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