News zu Iran: USA greifen erneut Ziele in Iran an – Politik
Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Trump und Iran nicht zufrieden mit Fortschritt bei Verhandlungen
Hamas bestätigt Tod ihres neuen Führers in Gaza
„Kampfzone“ Südlibanon: Israels Armee ruft Bevölkerung zur Flucht auf
Iran verurteilt US-Angriffe als groben Verstoß gegen Waffenruhe
Israel weitet Militäreinsatz in Libanon aus
USA greifen erneut Ziele im Iran an
Ein Vertreter der US-Regierung bestätigt der Agentur Reuters zufolge einen Angriff des US-Militärs auf das Militärgelände in Iran. Von Bandar Abbas sei eine Bedrohung für US-Streitkräfte und den kommerziellen Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ausgegangen, erklärt der Regierungsvertreter laut Reuters.
Dem Wall Street Journal zufolge feuerte Iran zunächst vier Drohnen auf amerikanische und zivile Schiffe ab. Der Bericht berief sich auf Angaben von zwei US-Beamten. Das US-Militär habe die iranischen Drohnen abgeschossen. Zuletzt hatte es in der Region nach Angriffen der USA und iranischen Gegenattacken erneut nächtliche Gefechte und Explosionen gegeben.
Trump und Iran nicht zufrieden mit Fortschritt bei Verhandlungen
Trump verneinte, dass es mögliche Sanktionslockerungen für Iran geben könnte. Auch über Gelder, die Iran für sich beanspruche, habe man im Moment weiter die Kontrolle. Trump war von einer Reporterin gefragt worden, ob die USA erwögen, Sanktionen gegen Iran zu lockern, damit das Land wieder sein Rohöl verkaufen dürfe. Die USA haben Iran seit Jahrzehnten mit Sanktionen belegt, um dessen Einnahmen aus dem Ölverkauf zu schwächen. Auch Vermögenswerte sind eingefroren.
Iran hat nach Angaben eines Parlamentspolitikers in den Verhandlungen mit den USA über ein mögliches Kriegsende an Kernforderungen festgehalten. Ebrahim Azizi nannte als „rote Linien“ das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die Straße von Hormus sowie die Aufhebung der Sanktionen und erklärte, Irans Position werde sich durch Donald Trumps Rhetorik nicht ändern.
Damit ist weiterhin unklar, ob es zu einem Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA kommen wird. Trump hatte am Wochenende Hoffnungen auf eine schnelle Einigung geweckt, diese aber später wieder etwas gedämpft, indem er sagte, beide Seiten müssten sich die nötige Zeit nehmen.
Israel meldet Angriff auf Hamas-Kommandeure in Gaza
Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde teilte jedoch mit, mindestens fünf Menschen seien bei einem israelischen Luftangriff auf ein Haus in der Stadt Gaza getötet worden. Nach Angaben von Sanitätern gab es zudem 15 Verletzte. Erst am Vorabend hatte die israelische Armee in Gaza nach Militärangaben den neuen militärischen Führer der Hamas im Gazastreifen bei einem Angriff getötet.
Hamas bestätigt Tod ihres neuen Führers in Gaza
Der militärische Arm der Hamas bestätigte am Abend den „Märtyrertod“ Mohammed Odehs sowie seiner Familie. Auch aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen hieß es, Odeh sowie vier Angehörige seien bei israelischen Luftangriffen in der Stadt Gaza ums Leben gekommen. Insgesamt habe es dabei sechs Tote gegeben.
Israel hatte vor rund anderthalb Wochen bereits den Tod von Odehs Vorgänger, Iss al-Din al-Haddad, bei einem israelischen Luftangriff bestätigt. Der israelische Verteidigungsminister bezeichnete ihn damals ebenfalls als einen der Drahtzieher des Hamas-Massakers. Israelischen Angaben zufolge soll Odeh kurz nach Al-Haddads Tötung die Führung des militärischen Flügels der Hamas im Gazastreifen übernommen haben. Die Hamas bestätigte das allerdings nicht offiziell.
Erneut libanesischer Soldat bei israelischem Angriff getötet
Im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist die libanesische Armee keine Konfliktpartei. Auch die libanesische Regierung zählt nicht als Kriegspartei. Sie hatte sich Mitte April mit der israelischen Regierung auf eine Waffenruhe geeinigt. Die gegenseitigen Angriffe werden jedoch sowohl von der Hisbollah als auch von Israel weiter fortgesetzt.
„Kampfzone“ Südlibanon: Israels Armee ruft Bevölkerung zur Flucht auf
Zuvor hatte das israelische Militär bereits unter anderem die Bewohner der Städte Tyrus und Nabatija zur Evakuierung aufgefordert. Unter der Bevölkerung brach erneut Panik aus. Auf Straßen in Richtung der Hauptstadt Beirut entstanden Augenzeugen zufolge lange Staus. Trotz einer zwischen der libanesischen und israelischen Seite vereinbarten Waffenruhe gehen die Kampfhandlungen zwischen Israel und der Hisbollah weiter. Die Lage hatte sich in den vergangenen Tagen deutlich zugespitzt. Israels Militär gab dabei zuletzt an, seine Einsätze im Südlibanon auszuweiten. Israel ist weiterhin mit Truppen in Libanon aktiv und liefert sich dort auch Bodenkämpfe mit der Hisbollah.
Wieso Israel seine Angriffe gegen Libanon verstärken will, hat Sina-Maria Schweikle beschrieben:
Weißes Haus bezeichnet iranischen Bericht über Entwurf für Absichtserklärung als erfunden
Dem staatlichen Fernsehen in Iran liegt nach eigenen Angaben ein Entwurf für ein inoffizielles Rahmenabkommen mit den USA vor. Demzufolge sollen die USA ihre Truppen in unmittelbarer Nähe zu Iran abziehen und die Seeblockade aufheben. Im Gegenzug verpflichte sich Iran, die Anzahl der Handelsschiffe, die die Straße von Hormus passieren, innerhalb eines Monats wieder auf das Vorkriegsniveau zu bringen. Diese Absichtserklärung sei bisher nicht finalisiert. Ohne Bestätigung werde Iran keine Schritte unternehmen. Aus dem TV-Bericht geht nicht hervor, von wem der angebliche Entwurf stammt.
31 Tote bei Luftangriffen im Süden und Osten Libanons
Die israelische Luftwaffe griff libanesischen Angaben zufolge dreimal auch die Umgebung des Karaun-Stausees südöstlich der Hauptstadt Beirut an. Die Behörde für den Litani-Fluss warnte vor „katastrophalen Risiken für Anwohner, Infrastruktur und wichtige Einrichtungen stromabwärts“. Karaun ist der größte Stausee des Landes und entscheidend für die Versorgung mit Wasser und Strom in der Region.
Israels Armee teilte unterdes am Morgen mit, sie habe in Südlibanon ein Hisbollah-Mitglied getötet, das versucht habe, dort eine Drohne zu bergen. In der Nacht hatte es nach Beschuss aus Libanon zudem im Norden Israels Luftalarm gegeben. Das Geschoss aus dem Nachbarland traf Militärangaben zufolge auf offenes Gelände.
Iran verurteilt US-Angriffe als groben Verstoß gegen Waffenruhe
Mehr zu den Hintergründen der erneuten Angriffe der USA lesen Sie hier:
UN-Sicherheitsrat verurteilt Angriff auf Atomkraftwerk in den VAE
Der UN-Sicherheitsrat verurteilt den Angriff auf das Atomkraftwerk Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Der Angriff verstoße gegen das Völkerrecht, teilt das Gremium in einer Erklärung mit. Verantwortliche für die Attacke nennt der Rat nicht. Die VAE hatten vergangene Woche mitgeteilt, aus dem Irak seien sechs Drohnen gestartet, von denen eine das Kraftwerk getroffen habe. Im Irak hatten sich von Iran unterstützte Milizen während des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran zu Angriffen auf „feindliche Stützpunkte im Irak und in der Region“ bekannt.
Israel weitet Militäreinsatz in Libanon aus
Netanjahu teilte mit, Israel vertiefe seine Vorstöße im Nachbarland. Das Militär sei mit starken Kräften im Einsatz und bringe Gebiete unter seine Kontrolle. „Wir befestigen den Sicherheitsstreifen, um die nördlichen Gemeinden zu schützen“, erklärte der Regierungschef.
Zwei Insidern zufolge rückten die israelischen Truppen über die Demarkationslinie hinaus vor. Diese sogenannte Gelbe Linie hatte Israel selbst nach einer Feuerpause mit der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz vom 16. April gezogen. Sie ist Teil einer geplanten Pufferzone, die fünf bis zehn Kilometer tief in den Südlibanon reicht. Ein israelischer Militärangehöriger sagte, die Armee gehe gezielt jenseits dieser Verteidigungslinie vor, um Bedrohungen für die israelische Bevölkerung abzuwenden.
Bislang ist offen, ob ein mögliches Waffenstillstandsabkommen mit Iran auch die Kämpfe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah beenden würde. Die Miliz erklärte am Dienstag, sie habe anrückende israelische Truppen nahe der südlibanesischen Stadt Sawtar al-Scharkija mit Drohnen, Raketen und Artillerie angegriffen. Das israelische Militär bombardierte seinerseits mehrere Städte im Südlibanon sowie in der Bekaa-Ebene und forderte die Bevölkerung zur Räumung bestimmter Gebiete auf.
Israel will neuen Hamas-Chef im Gazastreifen angegriffen haben
Aus Israel und dem Gazastreifen gab es zunächst keine Angaben dazu, ob Odeh tatsächlich getroffen oder gar getötet wurde. Aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen hieß es allerdings, dass bei einem israelischen Angriff auf ein Haus in der Stadt Gaza mehrere Menschen ums Leben gekommen seien. Zudem habe es dabei mehrere Verletzte gegeben. Es war zunächst aber unklar, ob es sich bei dem Luftschlag um den Angriff auf Odeh handelte.
Iran lässt angeblich 25 Schiffe Straße von Hormus passieren
Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarde passierten in den vergangenen 24 Stunden 25 Öltanker, Containerschiffe und andere Handelsschiffe die Straße von Hormus mit Erlaubnis Irans. Dies meldet die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Marine der Elitetruppe.
Dax knickt ein – Nahost-Lage bleibt fragil
Der Dax schloss 0,80 Prozent tiefer bei 25 184,89 Punkten. Am Pfingstmontag hatte der Leitindex dank der anhaltenden Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs wieder die 25 000-Punkte-Marke geknackt und war zeitweise bis auf 25 438 Punkte geklettert – nahe an das Rekordhoch vom Januar bei 25 507 Punkten. Für den MDax, der die mittelgroßen Börsenunternehmen enthält, ging es am Dienstag letztlich um 0,33 Prozent auf 32 698,65 Punkte bergab.
Belastung kam von den gestiegenen Ölpreisen, die einen Teil der jüngsten Verluste wieder wettmachten. US-Militärschläge gegen iranische Raketenstellungen und Boote trotz der Waffenruhe dämpften Hoffnungen auf ein Abkommen zum Ende des Iran-Kriegs sowie zur Öffnung der Straße von Hormus und sorgten für Preisauftrieb am Ölmarkt.
Syrische Übergangsregierung: Reste von Assads Chemiewaffenprogramm gefunden
Die syrische Übergangsregierung hat nach eigenen Angaben Überreste des geheimen Chemiewaffenprogramms des ehemaligen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad aufgespürt. Darunter seien Grundstoffe und Munition, die denen ähnelten, die während des langen Bürgerkriegs für tödliche Gasangriffe verwendet worden seien, sagt Mohamad Katoub, Syriens Ständiger Vertreter bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Den Haag, der Nachrichtenagentur Reuters. Die Behörden hätten zudem 18 Verdächtige wegen mutmaßlicher Beteiligung an Assads Chemiewaffenprogramm festgenommen, darunter hochrangige Militärs, Politiker und technische Experten.
