Iran: Internetsperre zum Teil aufgehoben


Iranische Demonstranten protestieren in Stockholm gegen Hinrichtungen im Iran

Seit Kriegsbeginn blockiert die iranische Regierung den Zugang zum internationalen Internet. Nun ist die Sperre teils wieder aufgehoben worden.

26.05.2026 | 0:24 min


Drei Monate nach Beginn des Iran-Krieges hat Teheran das Internet teilweise wiederhergestellt. Vizepräsident Mohammed Resa Aref erklärte an diesem Dienstag im Onlinedienst X, die Regierung erfülle damit „die Forderungen der Iraner“. Dies sei der „erste Schritt in Richtung eines freien und regulierten Zugangs“ zum Internet.

Seit Beginn der Angriffe Israels und der USA Ende Februar war das Netz im Iran blockiert gewesen.

Iran-Experte Hans-Jakob Schindler.

Der iranischen Führung sei es von Beginn an allein darum gegangen, an der Macht zu bleiben, analysiert Iran-Experte Hans-Jakob Schindler bei ZDFheute live.

24.05.2026 | 15:26 min


Netblocks: Längste Internetabschaltung „der jüngeren Geschichte“

Auch die staatlichen Nachrichtenagenturen Irna und Fars erklärten, dass Nutzer von Festnetzanschlüssen jetzt wieder vollen Zugang zum Internet hätten. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Dienstag einen Anstieg des Webtraffics im Vergleich zu den vergangenen Wochen.

Auch die Organisation Netblocks, die die weltweiten Internetaktivitäten überwacht, bestätigte, dass Live-Werte eine „teilweise Wiederherstellung“ anzeigten. Es sei aber unklar, ob dies von Dauer sei. Es handelte sich demnach um „die längste landesweite Internetabschaltung in der jüngeren Geschichte“, teilte die Organisation auf X mit.

Mitteilung von Netblocks

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Sperrung beeinträchtigt Wirtschaft massiv

Die Internetsperre kostete die iranische Wirtschaft Schätzungen zufolge 30 bis 40 Millionen Dollar pro Tag, umgerechnet etwa 28 bis 37 Millionen Euro. Die fehlende Verbindung traf die vergleichsweise lebendigen Online-Geschäfte des Landes schwer und erhöhte den Druck auf die ohnehin angeschlagene Wirtschaft.

Am Montag hatte Präsident Massud Peseschkian die Freischaltung des internationalen Internets iranischen Angaben zufolge angeordnet. Ein konkretes Datum für die Entsperrung wurde bislang nicht genannt. Seit Kriegsbeginn konnten die rund 90 Millionen Iraner nur das sogenannte „nationale Internet“ nutzen, in dem ausschließlich staatlich genehmigte Webseiten erreichbar sind.

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Internetsperre erschwerte Kontakt zu Angehörigen im Ausland

Die Sperre hatte neben den erheblichen wirtschaftlichen auch gesellschaftliche Folgen. Die Sperre erschwerte es Iranern im Ausland, Kontakt zu Angehörigen zu halten.

Irans Internet unterliegt auch in Friedenszeiten strenger Zensur. Viele Webseiten und auch Apps sind gesperrt. Um soziale Medien und Netzwerke wie etwa Instagram, TikTok und YouTube zu nutzen, gehören teure lokale Tunneldienste, sogenannte VPN-Dienste, für einen Großteil der Nutzer zum Alltag.

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26.05.2026


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Quelle: AFP, AP, dpa



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