Zverev gewinnt French Open mit Sieg gegen Cobolli


Alexander Zverev liegt nach dem Matchball auf dem Sand und weint vor Freude.

Der erste Deutsche, der nach Boris Becker 1996 wieder die Herren-Konkurrenz eines Grand-Slam-Turniers gewinnt: Alexander Zverev.

Quelle: dpa | Thibault Camus


Im vierten Anlauf hat’s geklappt: Alexander Zverev gewinnt ein Grand-Slam-Turnier. Im Finale der French Open rang der Weltranglisten-Dritte den an Position 14 platzierten Italiener Flavio Cobolli in einem Fünfsatz-Krimi mit 6:1, 4:6, 6:4, 7:6 (5:7), 6:1 nieder. 30 Jahre nach Boris Becker gibt es damit wieder einen deutschen Grand-Slam-Sieger bei den Männern.

Zverev nutzte in Paris die Gunst der Stunde: Die Nummer eins der Weltrangliste Jannik Sinner war in der zweiten Runde gescheitert, für Mit-Favorit Novak Djokovic (Nummer 4) war in Runde drei Schluss – und Carlos Alcaraz war in Roland Garros nicht dabei, der Weltranglisten-Zweite fehlte verletzt.

Vor seinem Turniersieg in Paris hatte Zverev die Major-Finals 2020 bei den US Open (gegen Dominic Thiem), 2024 in Paris (gegen Alcaraz) und 2025 bei den Australian Open (gegen Sinner) verloren.

Jannik Sinner (Italien) reagiert im Herreneinzel gegen Juan Manuel Cerúndolo (Argentinien) bei den French Open 2026 in Roland Garros am 28.05.2026 in Paris, Frankreich.

Jannik Sinner ist bei den French Open mit körperlichen Problemen ausgeschieden. Jetzt ist Alexander Zverev der höchstgesetze Spieler bei dem Turnier in Paris.

28.05.2026 | 1:34 min


Erster Satz geht schnell an Zverev

Zverev war gegen Cobolli, für den es das erste Grand-Slam-Finale war, zu Beginn der dominantere Spieler mit den präziseren Schlägen. Vor allem beim Aufschlag war ein Klassen-Unterschied deutlich, sodass Zverev dem Italiener im gewonnenen ersten Satz gleich dreimal breakte.

Cobolli hatte im Halbfinale kampflos gewonnen, weil sein Gegner und Landsmann Matteo Arnaldi krankheitsbedingt nicht antreten konnte. Körperlich sicher ein Vorteil, doch der Weltranglisten-14. wirkte zunächst mental nicht auf der Höhe. Früh diskutierte er mit seiner Box und machte es Zverev mit vielen unerzwungenen Fehlern relativ leicht.

Cobolli dreht in Satz zwei auf

Das Publikum versuchte, Cobolli mit Applaus und Rufen aufzubauen. Daraus zog der Außenseiter im zweiten Satz neue Energie – und plötzlich wackelte auch Zverev. Das verlorene Aufschlagspiel zum 3:4 machte seinen Gegner noch mutiger, er nutzte fast jede Chance für einen Gewinnerschlag und holte Satz Nummer zwei.

Auf das riskante Spiel seines Gegners stellte sich Zverev dann etwas besser ein. Durch ein Break im letzten Spiel gewann er den dritten Satz, doch im vierten Durchgang schwächelte Zverev. Er bewegte sich nicht mehr so gut und auch sein erster Aufschlag fand nicht mehr wie gewohnt sein Ziel.

Zverev trotzt körperlichen Problemen

Als Cobolli zum Satzgewinn aufschlug, mobilisierte Zverev alle Kraftreserven – doch im Tiebreak musste er den Durchgang dann doch abgeben. Bei einer Pause war er zuvor auf der Bank an den Oberschenkeln massiert.

Siniakova/Townsend gewinnen Doppel-Finale

Katerina Siniakova (Tschechien/links) und Taylor Townsend (USA) haben mit 6:2, 7:5
gegen Anna Dalinia/Aleksandra Krunic (Kasachstan/Serbien) gewonnen.

Quelle: AP


Auch fünften Durchgang war Zverev angeschlagen – doch die größeren Fehler machte Cobolli. Zverev reagierte selbst bei den zwei Breakgewinnen kaum emotional – wohl auch, um Energie zu sparen. Am Ende fuhr er den heiß ersehnten Sieg souverän ein – spektakuläre Ballwechsel stets inklusive.

Der Kreis schließt sich für Zverev in Paris

Dass Zverev seinen Sehnsucht-Titel auf seinem Lieblingsbelag Sand in Paris holte, macht die Erfolgsgeschichte noch runder. Hier hatte er sich in Topform im Halbfinale 2022 gegen den Spanier Rafael Nadal schwer am Fuß verletzt und war als tragischer Verlierer mit einem Rollstuhl vom Platz gefahren worden.

Vier Jahre später konnte sich Alexander Zverev auf dem Court Philippe Chatrier als strahlender Sieger feiern lassen.

Alexander Zverev beim Aufschlag
05.06.2026 | 0:44 min

Quelle: SID / ZDF

Über dieses Thema berichtete das ZDF in der heute-Sendung am 5. Juni ab 19:00 Uhr in dem Beitrag: „Zverev bleibt auf Major-Titel-Kurs“.



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