Xi und Putin betonen chinesisch-russische Freundschaft


Wie vor wenigen Tagen den amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping nun den russischen Präsidenten Wladimir Putin vor der Großen Halle des Volkes in Peking begrüßt. Die beiden Politiker schritten gemeinsam über einen roten Teppich, anschließend spielte eine Militärkapelle die Nationalhymnen beider Länder. 

Zum Auftakt der bilateralen Gespräche verwies Xi auf die langjährige gute Nachbarschaft zwischen China und Russland. Die zwei Länder ⁠hätten ⁠in der Vergangenheit ihr gegenseitiges politisches Vertrauen und die strategische Zusammenarbeit vertieft. Putin sagte, die Beziehungen beider Länder seien „einer der wichtigsten stabilisierenden Faktoren auf der internationalen Bühne“. Beide Seiten verlängerten auch ihren seit 25 Jahren bestehenden Vertrag über gute Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit.

China Peking 2026 | Wladimir Putin & Xi Jinping bei gemeinsamer Presseerklärung
Beide Staatenlenker bei einer Pressekonferenz in der Großen Halle des Volkes in PekingBild: Maxim Shemetov/Reuters/AP Photo/dpa/picture alliance

Putin hob darüber hinaus die Bedeutung seines Landes als verlässlicher Energielieferant in schwierigen Zeiten hervor. „Vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten behält Russland weiterhin seine Rolle als zuverlässiger Lieferant von Rohstoffen bei, während China als verantwortungsbewusster Abnehmer dieser Rohstoffe auftritt“, sagte er.

Putin preist Rolle Russlands als Energielieferant

Russland ist nach Moskauer Regierungsangaben führender Energieexporteur für China. Im Jahr 2025 wurden demnach 101 Millionen Tonnen Erdöl und 49 Milliarden Kubikmeter Erdgas über Pipelines und in Form von Flüssigerdgas geliefert. „Die Lokomotive in der russisch-chinesischen Zusammenarbeit ist die Kooperation im Energiebereich“, unterstrich Putin.

Trotz ungünstiger äußerer Faktoren zeige die wirtschaftliche Zusammenarbeit Russlands und Chinas eine gute Dynamik. Im vergangenen Vierteljahrhundert sei der Handel beider Länder um das 30-fache gewachsen und liege seit Jahren solide über 200 Milliarden US-Dollar.

Aktuell will Russland seine Lieferungen nach China weiter ausbauen. Dabei könnte auch die seit langem geplante Gaspipeline „Kraft Sibiriens 2“ eine Rolle spielen, die russisches Gas über die Mongolei nach China bringen soll.

Peking sitzt bei Verhandlungen am längeren Hebel

Für Moskau wäre das Projekt nach dem Wegbrechen großer Teile des europäischen Marktes strategisch wichtig. Peking kann vor diesem Hintergrund aus einer Position der Stärke verhandeln.

Die russischen Energielieferungen nach Europa haben sich in den vergangenen Jahren aufgrund der Sanktionen wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine drastisch reduziert. Der Ukraine-Krieg spielte in indes zumindest in den öffentlich transportierten Aussagen der beiden Präsidenten bisher keine Rolle. 

Russland | Kraft Sibiriens Pipeline
Bereits seit 2019 wird China über die Pipeline „Kraft Sibiriens“ mit russischem Erdgas versorgtBild: Alexei Nikolsky/ITAR TASS/dpa/picture alliance

Mit Blick auf den Iran-Krieg sagte Xi nach chinesischen Angaben, eine umfassende Waffenruhe sei dringend nötig. Eine schnelle Lösung des Konflikts durch Verhandlungen könne helfen, Störungen der Energieversorgung, der Lieferketten und der internationalen Handelsordnung zu verringern.

gri/se (dpa, afp, rtr)



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