WM 2026: Nach Einreise-Verweigerung: Schiri erhebt schwere Vorwürfe – Sport


Er sollte als erster Schiedsrichter aus Somalia Spiele einer Fußball-WM leiten – doch daraus wird nun nichts: Nachdem dem Referee Omar Artan die Einreise in die USA verweigert wurde, wird er bei dem am kommenden Donnerstag beginnenden Turnier nicht mit dabei sein. Das bestätigte ein Sprecher des Fußball-Weltverbandes Fifa auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Man sei von den Behörden informiert worden, dass sich der Status von Artan derzeit nicht ändern werde.

Die Grenzschutzbehörde CBP hatte entschieden, dass ein Reisender aus Somalia, „ein Schiedsrichter für die Fifa-Weltmeisterschaft, aufgrund von Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung nicht Einreise berechtigt war, und ihm wurde die Einreise verweigert“, hieß es in einer Stellungnahme der Behörde. Artan wurde darin nicht namentlich genannt, ist aber der einzige WM-Schiedsrichter aus Somalia. Artan wollte den Angaben zufolge von Istanbul kommend am Samstag in Miami in die USA einreisen. Dabei sei eine weitergehende Überprüfung für notwendig erachtet worden. Jede Einreiseerlaubnis sei eine Einzelfallentscheidung und Beamte der CBP seien befugt, Reisende zu befragen, zu durchsuchen und Entscheidungen im Einklang mit den Gesetzen der USA zu treffen. 

Omar Artan, 34, ist ein erfahrener Schiedsrichter. Seit 2018 steht er auf der Fifa-Schiedsrichterliste, zuletzt leitete er unter anderem Spiele bei der U20-Weltmeisterschaft, als erster somalischer Schiedsrichter jemals. Auch in der WM-Qualifikation und beim Afrika-Cup kam er zum Einsatz. 2025 wurde er vom afrikanischen Fußballverband zum Schiedsrichter des Jahres gewählt. In einem am Montag veröffentlichten Beitrag von Al Jazeera sprach Artan noch über seine Vorfreude über die WM. „Es ist für mich eine große Ehre, als erster Somali dabei zu sein“, sagte er. „Ich hoffe, ich werde dort fantastisch sein.“

Wie der Sportinformationsdienst (SID) berichtet, sagte Ciise Aden Abshir, leitender Berater des somalischen Ministeriums für Jugend und Sport und ehemaliger Kapitän der Nationalmannschaft der AFP, dass Artan ein gültiges Visum für die USA gehabt habe. Nach der gescheiterten Einreise sei er zurück nach Istanbul geflogen. „Ihm die Einreise in die Vereinigten Staaten zu verweigern und ihn daran zu hindern, geplante Spiele zu leiten, schadet nicht nur ihm persönlich, sondern untergräbt auch das Bekenntnis des Fußballs zu Fairness, Leistung und dem Geist des Fairplay“, so Abshir. 

Die Fifa teilte mit, als Verband sei man „nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der Entscheidung über Visaanträge.“ Wie bei vorherigen Turnieren habe das Gastgeberland das ultimative Recht, über die Visavergabe zu entscheiden. Die WM-Unparteiischen trainieren gemeinsam in Miami und werden dort auf die Spiele vorbereitet. Ein Einsatz von Artan ist deshalb auch in den weiteren Gastgeberländern Mexiko und Kanada derzeit ausgeschlossen.



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