WM 2026: Klopp bereut „Noch“-Spruch: „Hätte mir aufs Maul hauen können“ – Sport


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Wichtige Updates

Ergebnisse aus der Nacht: Siege für die Elfenbeinküste und Schweden, Niederlande enttäuscht

Somalischer Referee bekommt Prämie 

Kimmich wünscht sich bessere Stimmung

Kritik an der Fifa wegen Einreise-Thema

Neuer und Brown starten gegen Curaçao

Klopp bereut „Noch“-Spruch: „Hätte mir aufs Maul hauen können“ 

Jürgen Klopp hat sich bei Bundestrainer Julian Nagelsmann für seine Aussage als TV-Experte entschuldigt. „Ich hätte mir dafür aufs Maul hauen können, aber das war schon zu spät und ich war im Fernsehen. Das ist flapsig rausgerutscht“, sagte Klopp nach dem 7:1 gegen Curaçao bei Magenta TV. Der frühere Weltklasse-Trainer hatte gemeinsam mit Thomas Müller beim WM-Eröffnungsspiel für Aufsehen gesorgt. Als es um die deutsche Aufstellung gegen Curaçao gegangen war, meinte Klopp: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf“ – und schob dann ein „noch“ hinterher. Dies sei nun sein „Unwort des Jahres“, meinte Klopp.

„Das hat gar keine Relevanz. Da hoffe ich, dass das alle da draußen verstehen“, sagte Klopp in Richtung Nagelsmann, der ihm zuhörte und lächelte: „Was ich festgestellt habe, ich werde übermorgen 59 und bin immer noch dämlich. Aber es ist einfach passiert.“ Die beiden Fachmänner seien auf Nagelsmanns Seite, betonte Klopp. Anschließend klatschten sich die beiden ab und Nagelsmann verließ die Interviewsituation.

Der Bundestrainer hatte bereits vor dem Anpfiff Gelassenheit demonstriert. „Am Ende ist es mein Job jetzt, die Mannschaft so einzustellen, dass wir ein gutes Turnier spielen. Und wir dann auch in der Lage sind, nach der WM weiterhin gute Spiele zu machen“, hatte Nagelsmann in der ARD erklärt. 

Flattert hier Deutschlands höchste Deutschland-Flagge?

Die Begeisterung ist groß nach dem Auftaktsieg der deutschen Elf gegen Curaçao – auch in Miedelsbach in Baden-Württemberg: Dort weht an einem Maibaum eine drei mal fünf Meter große Deutschland-Fahne – in luftigen 29 Metern Höhe.

Eigentlich hatten die Feuerwehrleute den Maibaum wie jedes Jahr schon abbauen wollen. Doch ein Kamerad hatte die Idee, den Maibaum zum Fahnenmast umzufunktionieren.

Wie lange die Deutschland-Fahne über Miedelsbach wehen wird? „Bis wir Weltmeister sind“, sagt ein Feuerwehrmann der dpa. Bis dahin will er mit seinen Kameraden jedes Deutschlandspiel gemeinsam im Feuerwehrhaus verfolgen. Das nächste Mal am Samstagabend, wenn die DFB-Elf gegen die Elfenbeinküste spielt.

Der Spieler des ersten DFB-Spiels? Nathaniel Brown ist sicher ein Kandidat

Eine Vorlage, ein Tor selbst erzielt: In seinem sechsten Länderspiel wurde Nathaniel Brown gleich zu einem der Hauptdarsteller. Er legt gerade einen steilen Aufstieg hin, nicht nur im Nationalteam. Unser Kollege Philipp Schneider hat ihn beobachtet:

Ergebnisse aus der Nacht: Siege für die Elfenbeinküste und Schweden, Niederlande enttäuscht

In der deutschen Gruppe E setzte sich die Elfenbeinküste dank eines späten Treffers gegen Ecuador durch. Gegen beide Teams wird Deutschland in der WM-Vorrunde noch antreten.

Außerdem überzeugte Schweden in Gruppe E in seiner Auftaktpartie gegen Tunesien  –  5:1.

Die Niederlande gingen gegen Japan zwar in Führung – am Ende reichte es aber nur zum 2:2.

Manuel Neuer stellt zwei Länderspiel-Rekorde auf

Mit seiner Rückkehr ins deutsche Tor beim WM-Auftakt gegen Curaçao hat Torwart Manuel Neuer zwei Länderspiel-Rekorde geknackt und andere Bestmarken eingestellt oder ausgebaut. Mit 40 Jahren und 79 Tagen ist der Weltmeister von 2014 nun der älteste deutsche Nationalspieler und zugleich der älteste Deutsche, der je bei einer WM aufgeboten wurde.

Neuer löste zwei Legenden ab: Lothar Matthäus als ältesten deutschen Nationalspieler (39 Jahre, 91 Tage beim 0:3 in der EM-Vorrunde 2000 gegen Portugal) und Fritz Walter als ältesten deutschen WM-Spieler (37 Jahre, 236 Tage beim 1:3 im Halbfinale 1958 gegen Schweden). 
„Ich habe nur positive Gedanken. Ich freue mich auf alles, was jetzt kommt“, sagte Neuer vor dem Anpfiff bei MagentaTV, und er versicherte: „Wir sind alle voller Energie.“ 

Brandenburger Tooooooooor 

Sechs U-Bahnhöfe in Berlin gehen mit ihrem Namen zur Fußball-WM in die Verlängerung: Brandenburger Tor, Frankfurter Tor, Hallesches Tor, Kottbusser Tor, Oranienburger Tor und Schlesisches Tor tragen nicht bloß ein Tor im Titel. Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG verlängerten bei diesen Bahnhöfen das O im Namen um ein Vielfaches, um Torjubel zu simulieren. Die vorübergehenden Namen sind seit der Nacht zum Sonntag zum ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft zu sehen. 

Curaçao zum ersten und Deutschland zum letzten Mal in Adidas

Es ist Premiere und Abschied zugleich, wenn am Abend Deutschland und Curaçao in Houston aufeinandertreffen austragen. Nicht etwa, weil der Karibikstaat zum ersten Mal mitspielt und danach nie wieder. Sondern wegen des Trikotsponsors beider Teams: Adidas.

Die Kicker aus der Karibik werden zum ersten Mal in Adidas-Dress bei einer WM auflaufen. Deutsche Nationalmannschaften tragen die Hemden mit den drei Streifen schon seit 1954. Optisch erinnert Deutschlands Hemd diesmal an das vom WM-Sieg 1990. Das gelbe Auswärtstrikot Curaçaos steht in den Ranglisten der schönsten WM-Jerseys weit oben.

Für den DFB wird es allerdings die vorerst letzte WM in den Shirts mit den drei Streifen sein: Von 2027 an kommen die Leibchen vom Konkurrenten Nike. Der US-Konzern zahlt dafür bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr an den Verband, doppelt so viel wie bisher Adidas.

Warum dieser überdimensionierte Deal aktuell die Sponsoringpreise nach oben treibt und warum es sich für Adidas durchaus lohnt, einen Zwergstaat wie Curaçao auszurüsten, lesen Sie hier:

Corendon-Captain aus Curaçao tanzt mit Fan

Mit 150 000 Einwohnern ist Curaçao ist das kleinste Land, das sich je für eine WM qualifiziert hat. Kein Wunder also, dass die Menschen von der Karibikinsel ausrasten vor Vorfreude. Zwei von ihnen ganz besonders, ihre Tanzeinlagen gehen gerade in den Sozialen Medien viral. Da tanzt ein Fan in blauem Shirt und Kappe auf dem Rollfeld einen Piloten an – und der macht mit, schwingt die Hüften, kniet wackelnd nieder.

Im Hintergrund sieht man die Boeing der Corandon Dutch Airlines, die der Captain von Willemstad auf der Karibikinsel nach West Palm Beach in den USA steuern wird. Corendon ist offizieller Sponsor des Nationalteams von Curaçao, das als Land autonom ist, aber immer noch zum Königreich der Niederlande gehört. Es gibt sogar ein Video vom Flughafen nach der Ankunft, in dem die beiden wieder steppen. Ob Spieler und Fans des Karibikstaats auch am Sonntagabend noch Grund zum Tanzen haben, hängt auch von der deutschen Mannschaft ab. Anpfiff des Spiels ist am Abend um 19 Uhr.

Eins ist aber schon klar: Kein Lufthansapilot hat so lockere Hüften wie der Corendon-Captain.

Somalischer Referee bekommt Prämie 

Volle Gage trotz WM-Aus: Der somalische Schiedsrichter Omar Artan soll von der Fifa seine komplette Prämie für das Weltevent in den USA, Mexiko und Kanada erhalten. Wie die BBC berichtete, entschied sich der Weltverband dazu, obwohl der 34-Jährige nach verweigerter Einreise in die USA kein Spiel pfeifen kann. Wie hoch seine Prämie ausfällt, ist noch nicht klar. Die Referees werden nach dem Ende des Turniers bezahlt, das für Artan unter keinem guten Stern stand. Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 war am Flughafen von Miami von US-Behörden abgewiesen worden. Im Gespräch mit der New York Times betonte der Somalier, „die richtigen Unterlagen und alles“ gehabt zu haben. 

Ein Vertreter des US-Außenministeriums teilte der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag mit, Artan stehe „mit mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen in Verbindung“, weshalb er „für die Einreise in die Vereinigten Staaten nicht zugelassen“ sei. Mittlerweile kündigte die Europäische Fußball-Union an, ihn beim Uefa Super Cup einzusetzen. Artan soll am 12. August in Salzburg die Partie zwischen Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und Europa-League-Champion Aston Villa leiten.

Kimmich wünscht sich bessere Stimmung

Wie es diesem Land im WM-Sommer so geht? Nunja, Deutschland grummelt, Deutschland sucht sich selbst und Joshua Kimmich hat sich über den Zustand des Landes Gedanken gemacht. In einem Bild-Interview spricht der Bayern-Profi über „positiven Patriotismus und gesellschaftlichen Zusammenhalt – ohne dabei andere auszuschließen“. 

Selbstverständlich spüre ich die aktuelle Unzufriedenheit in Deutschland und auch, dass es politisch und gesellschaftlich ziemlich unruhig ist. Der Sport kann hier eine große Chance sein. 

 „Zum Glück stellt Nagelsmann die Mannschaft auf, noch“, sagt Klopp

Die WM läuft seit wenigen Tagen, genauso ist es mit den zugehörigen TV-Übertragungen des Senders Magenta. Und dort stehen bekanntlich wortgewaltige Experten am Mikrofon. Menschen wie Jürgen Klopp, der prompt ein paar Kommentare Richtung Bundestrainer Nagelsmann in die Welt setzte. Die SZ-Reporter Philipp Schneider und Philipp Selldorf berichten aus Houston, dem Spielort des ersten deutschen Spiels, und ordnen die Debatte ein: 

Diebstahl bei Engländern aufgeklärt

Die englische Nationalmannschaft kann nach dem Diebstahl von Trainingsequipment aufatmen. Wie Torhüter Dean Henderson nach der ersten Trainingseinheit berichtete, sei „alles wieder da. Also ist alles gut.“ Am späten Samstagabend wurden zwei Männer wegen des Diebstahls angeklagt – laut der Staatsanwaltschaft von Jackson County soll die gestohlene Ausrüstung einen Wert von 18.000 Dollar gehabt haben. „Jackson County wird keine kriminellen Handlungen dulden, die sich gegen Besucher der Weltmeisterschaft richten, einschließlich der internationalen Mannschaften, die hierher gereist sind, um an den Wettkämpfen teilzunehmen,“ sagte Melesa Johnson, die Staatsanwältin von Jackson County. 

Die beiden verdächtigen Männer befinden sich in Haft, die Kaution wurde auf jeweils 75.000 Dollar festgesetzt. Zuvor hatte Kansas Citys Bürgermeister Quinton Lucas mitgeteilt, dass Behörden auf „lokaler, staatlicher und föderaler Ebene“ Ermittlungen aufgenommen hätten, nachdem Fahrzeuge, die Ausrüstung von Florida zum Trainingsgelände Swope Soccer Village transportierten, aufgebrochen worden waren. Auch Abwehrspieler Dan Burn bestätigte, dass seine Ausrüstung und seine Schuhe wieder da seien.

Türkei enttäuscht gegen wuchtige Australier

Die Türkei hat ihr WM-Comeback nach 24 Jahren verpatzt und gegen Australien überraschend eine Niederlage kassiert. In Vancouver verlor das Team 0:2 (0:1) und steht vor dem Duell mit Paraguay bereits unter Druck. Der ehemals beim FC Bayern unter Vertrag stehende Nestory Irankunda (27.) traf für Australien zur Führung, St.-Pauli-Profi Connor Metcalfe sorgte in der 75. Minute für das 2:0. Ins Duell mit Co-Gastgeber USA können die Socceroos am Freitag in Gruppe D mit Selbstvertrauen und einer echten Chance auf die K.-o.-Runde gehen. 2002 waren die Türken zuletzt für eine WM qualifiziert, für die Generation um Reals Arda Güler und Kapitän Hakan Calhanoglu ist das XXL-Turnier die erste WM-Teilnahme. 

Trotz der mühsamen Qualifikation über die Playoffs ging die Türkei als Favorit ins Duell mit Australien und hatte auch mehr Ballbesitz – konnte damit aber zu wenig anfangen. Mit teilweise neun Mann im eigenen Strafraum verteidigte Australien die Führung, für die Türkei gab es kein Durchkommen. Das Tor durch Irankunda, der inzwischen beim FC Watford unter Vertrag steht, fiel durch einen Konter unmittelbar, nachdem Güler die erste echte Chance für die Türkei hatte. Auch beim zweiten Treffer nutzten die Australier eine Unachtsamkeit der drückenden Türken aus. Metcalfe traf von außerhalb des Strafraums mit einem Schuss ins kurze Eck – und das nach einer Saison ohne einen Treffer für St. Pauli.

Kritik an der Fifa wegen Einreise-Thema

Annalena Baerbock, Präsidentin der UN-Generalversammlung, hat die Fifa in der Debatte um verweigerte Einreisen kritisiert. „Der krasseste Fall“ sei, dass der somalische Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia von den USA abgewiesen wurde, sagte sie im Podcast „Calcio d´Oro“.„Das ist halt eben der Moment, wo es nicht mehr heißen kann, man ist neutral, man kann sich nicht äußern. Neutralität heißt, dass man alle Schiedsrichter einreisen lässt“, betonte Baerbock. „Jetzt muss die Fifa aktiv werden, um deutlich zu machen, dass sie zu ihren eigenen Regeln steht.“ Die Einreisebestimmungen in den USA sind ein großes Thema rund um diese WM. 

Für besonders viel Wirbel sorgte der Fall des 34 Jahre alten somalischen Schiedsrichters Artan, der nicht ins Land durfte – wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation. Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte gesagt, dass die verweigerte Einreise „natürlich unglücklich“ sei. „Wir kontrollieren nicht alles. Wir versuchen, wir werden diskutieren, wir werden sprechen, wir werden sehen. Manchmal ist es gut, einfach zu chillen, relaxen. Wir versuchen, alles zu lösen“, sagte Infantino. „Aber wir müssen respektieren, dass wir nicht die Könige der Welt sind, die über Regierungen und die Polizei bestimmen. Wir sind eine Sportorganisation.“

Nicht Batman, sondern Edgar Davids: Schotte widmet das Tor seinem Neffen

Es war weit mehr als nur ein Tor: Als Schottlands Matchwinner John McGinn nach seinem entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg gegen Haiti vor die Tribüne lief, galt sein erster Gedanke nicht dem ersten WM-Erfolg seiner Mannschaft seit 36 Jahren, sondern seinem Neffen Jack. Mit den Händen formte McGinn eine Brille vor seinem Gesicht.

„Es bedeutet mir die Welt. Ich bin mir sicher, wenn er wieder in die Schule geht, werden all seine Mitschüler darüber reden“, sagte McGinn über das emotionale Zeichen für seinen Neffen, der auf der Tribüne saß.

Der Junge leidet an einer Sehschwäche und ist beim Fußballspielen auf eine Brille angewiesen. Heutzutage tragen eigentlich alle Fußballer, die schlecht sehen, Kontaktlinsen. Ein Vorbild für Kinder wie einst den Niederländer Edgar Davids, der um die Jahrtausendwende mit Sportbrille im Gesicht für Juventus Turin spielte, gibt es nicht mehr.

Wenn du jünger bist, ist das oft schwierig, weil du dich sozial ausgeschlossen fühlst. Deshalb will ich ihn so ein wenig unterstützen und ihm Kraft schicken.

John McGinn, schottischer Torschütze





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