Wieder wechselseitige Attacken der USA und des Irans


Ungeachtet einer geltenden Waffenruhe werden neue wechselseitige Angriffe der USA und des Irans gemeldet. Das US-Militär wehrte nach eigenen Angaben sechs ballistische Raketen ab, die die Islamische Republik auf Kuwait und Bahrain abgefeuert hatte.

Ein weiteres Geschoss habe sein Ziel verfehlt, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando (CENTCOM) mit. Zuvor habe man im Bereich der Straße von Hormus vier iranische Drohnen abgewehrt und sodann Radarstellungen auf der iranischen Insel Qeschm und in der Ortschaft Goruk attackiert.

Alarm in Kuwait und Bahrain

Die iranischen Revolutionsgarden teilten ihrerseits mit, sie hätten als Reaktion auf feindliche Angriffe mehrere US-Stützpunkte in der Region attackiert. Kuwaits Luftabwehr meldete Angriffe mit Raketen und Drohnen. Auch im Königreich Bahrain gab es kurz darauf Raketenalarm.

Kuwait Internationaler Flughafen 2026 | Rauchschwaden nach Angriff auf Treibstoffdepot
Immer wieder hat die Islamische Republik US-Verbündete in der Golfregion attackiert – hier ein Archivbild von einem Angriff im MärzBild: Xinhua/dpa/picture alliance

Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten dementierten derweil iranische Behauptungen, wonach in Bahrain das Hauptquartier der US-Marine im Nahen Osten beschädigt worden sei. Die Angaben beider Kriegspartei ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen. Die Führung in Teheran spricht bei ihren Angriffen stets von Vergeltung für Attacken des US-Militärs, die USA wiederum sprechen von Selbstverteidigung angesichts von Angriffen oder Provokationen seitens des Irans.

Bruch des internationalen Rechts

Die iranischen Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Straße von Hormus weitgehend gesperrt, was gegen internationales Recht verstößt. Die USA hatten im Gegenzug eine Seeblockade verhängt, um die Islamische Republik am Export von Öl zu hindern. Vor Kriegsbeginn wurde rund ein Fünftel des weltweiten Rohölbedarfs durch die Meerenge verschifft.

Oman Musandam 2026 | Schiffe vor Anker an der Straße von Hormus
Das Seegebiet nahe der weitgehend blockierten Straße von Hormus wird für viele Schiffe zum maritimen Wartesaal (Archivbild)Bild: REUTERS

Wie das Außenministerium in Washington mitteilte, kann das Emirat Kuwait wie gewünscht US-Abwehrsysteme gegen Drohnenangriffe im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) kaufen. Wann die Systeme geliefert werden sollen, blieb offen.

Iran verfügt weiter über Feuerkraft

Nach jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump – und entgegen früheren Statements des Republikaners – verfügt der Iran noch über große Teile seines ursprünglichen Raketenarsenals. Ohne anzugeben, worauf seine Schätzung beruht, bezifferte Trump diesen Anteil mit 21 bis 22 Prozent.

Zurzeit laufen indirekte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein mögliches Kriegsende; es gilt eine Waffenruhe, die aber immer wieder gebrochen wird. Über das iranische Atomprogramm – einen der Hauptstreitpunkte – soll später verhandelt werden. Trump hat wiederholt erklärt, seine oberste Priorität sei es, den Iran am Bau von Atomwaffen zu hindern. Der Iran betont stets, sein Nuklearprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken.

USA Washington D.C. 2026 | Donald Trump an einem Rednerpult
Innenpolitisch tickt für US-Präsident Donald Trump vor den Zwischenwahlen die Uhr (Archivbild)Bild: Kyle Mazza/NurPhoto/picture alliance

Der US-Präsident und dessen Regierungspartei stehen unter politischem Druck: Während die Blockade der Straße von Hormus zu steigenden Benzinpreisen auch für amerikanische Autofahrer führt, rücken die Zwischenwahlen näher. Im November stimmt die Bevölkerung über alle Sitze im Repräsentantenhaus und einen Teil der Mandate im Senat ab. Sollte der Krieg bis dahin nicht beendet sein, dürfte dies die Erfolgsaussichten der Republikaner dämpfen.

jj/pgr (dpa, afp, rtr)



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